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Eigentlich einfach: wann, wer und wie Erbe ausschlagen


| 15.12.2012 19:01 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Mein Bruder ist am vergangenen Sonntag verstorben. Er ist verheiratet, hat den Sohn seiner Frau aus erster Ehe minderjährig adoptiert, aber sonst keine Kinder. Unsere Eltern sind beide schon länger verstorben, ich habe noch weitere 3 Geschwister, die wiederum alle eigene meist volljährige Kinder haben (ich habe 4 Kinder).
Mein verstorbener Bruder war recht hoch verschuldet, so dass seine Witwe und sein Sohn sehr warscheinlich das Erbe ausschlagen werden. Danach sind m. W. meine Geschwister und ich als Erben 2. Ordnung im Spiel. Ich selbst bin am Erbe nicht interessiert, will in jeden Fall eine Belastung durch die Schulden meines Bruders ausschließen.
Meine ganz konkreten Fragen:
- Muss ich aktiv werden, um ein "Erbe der Schulden" zu verhindern oder bekomme ich irgend einen Hinweis?
- Müssen auch meine Kinder aktiv werden?
- Ab wann läuft die 6 Wochen Frist der Ausschlagung (ab Kenntnis des Todesfalls oder ab Ausschlagung durch die Witwe)?
- Was ist zu tun?

Vielen Dank und viele Grüße!

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Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Frage möchte ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gerne wie folgt beantworten:

Die Erbausschlagung folgt den Regeln der §§ 1943 ff. BGB. Hinsichtlich der gesetzlichen Erbfolge erbt ein minderjährig angenommenes Kind genauso wie ein eheliches Kind. Es steht damit in der 1. Erbfolgeordnung nach § 1924 BGB. Der gesetzliche Erbanteil der Ehefrau Ihres Bruders richtet sich nach § 1931 BGB. Erst wenn die vorhandenen Erben der 1. Ordnung ausfallen (z.B. durch Ausschlagung des Erbes), treten die Erben der 2. Ordnung ein. Dies sind die Eltern des Verstorbenen und deren Abkömmlinge, also Sie und Ihre Geschwister. Würden Sie in der Folge das Erbe ausschlagen, treten auch nachrangig folgend Ihre Kinder in das Erbe ein.

Richtig ist, dass im Fall des Erbanfalls bei Ihnen Sie innerhalb der 6 Wochenfrist nach § 1944 Abs. 1 BGB die Ausschlagung erklären müssen. Der Beginn der Frist erfordert dabei Kenntnis des Erben vom Anfall und Grund der Berufung als Erbe. Sie müssen dafür grds. wissen, dass der Erblasser (Bruder) gestorben ist und Sie Erbe geworden sind und damit auch, aus welchem konkreten erbrechtlichen Grund sich Ihre erbrechtliche Berufung nunmehr als Erbe ergibt. Da die Erben der 1. Ordnung alle Erben der 2. Ordnung grds. ausschließen, würde die Ausschlagung durch den Adoptivsohn Ihres Bruders z.B. diesen Erbanfall bei Ihnen bewirken. Hierüber (Ausschlagung) werden Sie aber in aller Regel vom zuständigen Nachlassgericht in Kenntnis gesetzt und darüber informiert, dass auch Sie nunmehr als gesetzlicher Erbe berufen sind. Bei Ihren Geschwistern wird diese Information ebenfalls durch das zuständige Nachlassgericht erfolgen. Sodann beginnt grundsätzlich die 6 Wochenfrist zu laufen, da erst dann ein tatsächlicher Erbanfall bei Ihnen zur Kenntnis gelangt ist und Sie nunmehr hieraus eine Entscheidung bzgl. Annahme oder Ausschlagung des Erbes treffen können. Hierfür ist die Erbausschlagung der Erben der 1. Ordnung maßgeblich.

Sie können aber, um auf „Nummer Sicher" zu gehen, die Erbausschlagung vorgreiflich dieser nachlassgerichtlichen Mitteilung erklären. Da die Wahrscheinlichkeit, dass alle übrigen Erben vor Ihnen das Erbe ausschlagen werden, hoch ist, können Sie auch bereits jetzt handeln und die Ausschlagung erklären. Hierzu begeben Sie sich zu dem Nachlassgericht an Ihrem Wohnort und erklären dort unter Nennung des Namen und der Anschrift, ggf. Geburtsdatum, Ihres Bruders die vorgreifliche Ausschlagung des Erbes. Dieses Nachlassgericht legt eine entsprechende Akte an und versendet Ihre Ausschlagungserklärung an das Nachlassgericht am letzten Wohnort Ihres Bruders. Auch Ihre Kinder sollten/ können bereits jetzt entsprechend handeln und die Erbschaft vorgreiflich ausschlagen, um damit die Angelegenheit bereits jetzt für sich abschließend zu klären und der Gefahr eines Erbanfalls zu entgehen. Sie sollten zuvor aber telefonisch das Nachlassgericht an Ihrem Wohnort kontaktieren, um abschließend abzuklären, welche Unterlagen beigebracht werden müssen für die Ausschlagungserklärung. Einige Nachlassgerichte verlangen z.B. auch eine Sterbeurkunde, andere wiederum nicht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung verschaffen. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass diese Plattform nur eine erste Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts leisten kann. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Bewertung des Fragestellers 15.12.2012 | 21:17


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