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Eigene Kündigung bei Mobbing


13.12.2010 12:38 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Kann ich ( Storeleitung) bei Mobbing der Kollegen selber Kündigen und werde ich dann 3 Monate gesperrt beim Arbeitsamt.?

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt Stellung:

Sofern Sie sich gegen das Mobbing selbst nicht rechtlich zur Wehr setzen wollen und für Sie feststeht, dass Sie den Betrieb in jedem Fall verlassen möchten, wäre es für Sie der sicherere Weg, sich von Ihrem Arbeitgeber (möglichst betriebsbedingt, sofern auch betriebsbedingte Gründe vorliegen) kündigen zu lassen. Das erhöht jedenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich im Anschluss nicht mit Ihrer Agentur für Arbeit darüber streiten müssen, ob Sie die Arbeitslosigkeit schuldhaft herbeigeführt haben oder nicht. Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber, ggf. unter Vermittlung des Betriebsrats, die Umstände, die zu Ihrer Entscheidung geführt haben, den Betrieb zu verlassen, darlegen, können Sie ihn unter Umständen dazu bewegen.

Wenn die Kündigung aber von Ihnen ausgeht, dann erhalten Sie eine Sperrzeit, wenn Sie keinen wichtigen Grund für die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses gehabt haben (§ 144 Abs. 1 Sätze 1, 2 Nr. 1 SGB III).

Ob ein wichtiger Grund für Ihre Kündigung vorlag oder nicht, beurteilt sich danach, ob Ihnen eine Weiterbeschäftigung zugemutet werden konnte. Dabei sind die Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen und Ihre Interessen mit denen der Versichertengemeinschaft gegeneinander abzuwägen.

Massive Verletzungen des Persönlichkeitsrechts durch „Mobbing" müssten Sie als Versicherte selbstverständlich nicht hinnehmen (vgl. SG Wiesbaden, 15.10.1998, S 11 AL 499/98). Hier kommt es aber wie gesagt auf die Umstände des Einzelfalls an, insbesondere was Schwere, Häufigkeit und Zeitdauer der Feinseligkeiten angeht. Auch wäre der Umstand zu berücksichtigen, ob Sie einen ernsthaften (aber natürlich erfolglosen) Versuch unternommen haben, die gegen Sie gerichteten Feindseligkeiten zu beenden (BSG, 21.10.2003, B 7 AL 92/02 R, NZS 2004, 382). Das sind alles Umstände, die am besten Sie beurteilen können.

Ist aber ein wichtiger Grund für Ihre Kündigung zu bejahen, dann haben Sie auch keine Sperrzeit zu befürchten.

Wenn Sie Ihren Arbeitgeber nicht zur (betriebsbedingen) Kündigung bewegen können und der sicherere Weg für Sie versperrt ist, dann bleibt Ihnen ja nichts anderes, als selbst die Initiative zu ergreifen. Erkennt Ihre Agentur für Arbeit einen wichtigen Grund für die Herbeiführung der Arbeitslosigkeit nicht an und verhängt daher eine Sperrzeit, empfehle ich Ihnen, vor Ort einen Rechtsanwalt mit Tätigkeitsschwerpunkt Sozialrecht mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen zu beauftragen.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben, und wünsche Ihnen für Ihre berufliche Zukunft alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Felix M. Safadi
Rechtsanwalt

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Allgemeine Hinweise:

Bitte erlauben Sie mir noch den obligatorischen Hinweis, dass es sich bei dieser Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des allein auf Ihren Angaben basierenden Sachverhalts handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Angaben kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.
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