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Ehevertrag schließen - Ja oder Nein ?


11.10.2004 13:02 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe momentan eine Verlobte die aus Brasilien kommt. Wir werden in den nächsten Wochen Heiraten und haben hierfür auch schon alle Vorbereitungen getroffen.

Ich habe mir vor vier Jahren mit meinem Bruder ein 2 Familienhaus gekauft. Für dieses Haus besteht zwischen mir und meinem Bruder eine Grundstücksgemeinschaft.

Meine Frage nun dazu bezüglich eines Ehevertrages:
Wenn ich meine Verlobte nun ohne Ehevertrag heirate, besteht ja automatisch eine Zugewinngemeinschaft. Falls es nun wider erwartern zu Problemen und Scheidung zwischen mir und meiner zukünftigen Frau kommen sollte, ist dieses Haus das mir und meinem Bruder in der Grundstücksgemeinschaft zu je 50 % gehört dann geschützt ? Oder wird mein Anteil an unserem Haus dann mit in mein Vermögen gerechnet und ich müsste meine Frau im Falle einer Scheidung dann auszahlen und mein Teil des Hauses dann schlimstenfalls verkaufen? Ich kann jetzt schon sagen das der Teil meines Zugewinnes in der Ehe mit Sicherheit höher sein wird als der meiner zukünftigen Frau.
Ist es generell so das nur der Teil des Vemögens dar während einer Ehe erwirtschaftet wird mit gerechnet wird oder zählt Vermögen das vor der Eheschließung erworben wurde auch schon dazu?

Mich interessiert auch ob sie mir generell empfehlen können einen Ehevertrag (Gütertrennung?) zu schließn weil meine zunkünftige Frau eine Ausländerin ist (Brasilien) und hier vielleicht auch ausländisches Recht mit zum tragen kommen könnte? Oder es gerade deswegen nicht Notwendig ist einen Ehevertrag ab zu schließen?
11.10.2004 | 13:49

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrter Fragender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

1. Allgemeines
Zugewinn ist der Beitrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt. Aus welchen Gründen ein Ehegatte den höheren Zugewinn erzielt hat, ist zunächst unerheblich. Man nimmt also eine Berechnung vor. Was hatten Sie als Anfangsvermögen und was hatten Sie als Endvermögen? Doch was ist ein Anfangs- bzw. Endvermögen?

Anfangsvermögen ist das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten bei Eintritt des Güterstandes gehört (§ 1374 Abs. 1 BGB). Dies wäre bei Ihnen der Tag der Eheschließung.Stichtag für die Berechnung des Anfangsvermögens ist also Ihr Hochzeitstag!

Endvermögen ist gem. § 1375 BGB das Vermögen, welches einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten bei Beendigung des Güterstandes gehört. Für die Berechnung des Zugewinnausgleiches im Falle der Scheidung wird der Stichtag auf den Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages vorverlegt.

Wir haben also zwei Zeitpunkt:
Anfangsvermögen = Stichtag ist bei einer Eheschhließung der Tage der Eheschließung;
Endvermögen = Stichtag ist bei einer Scheidung der Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages.

Sie haben also ein Haus mit in die Ehe gebracht, d.h. dies ist ein Teil des Anfangsvermögens; steigt der Verkehrswert des Hauses so ist dies der Zugewinn im Hinblick auf das Haus.

Der Vermögensteil, der mit in die Ehe gebracht wird, gehört u.a zum Anfangsvermögen. Er ist also nicht irrelevant.

2. Ehevertrag
Sie können nun in einem Ehevertrag den Zugewinn ausschließen!
Diese Möglichkeit haben Sie auch. Wichtig ist nur, daß Eheverträge der notariellen Form bedürfen (§1410 BGB). Wenn Sie absolut sicher gehen wollen, dann schließen Sie den Zugewinn aus. Dies macht insbesondere dann Sinn, wenn Sie Ihr Vermögen schützen wollen und Sie schon jetzt absehen können, daß Sie einen höheren Zugewinn haben werden.

Sie könenn aber auch bestimmte Vermögensgegenstände ausklammern, wobei dann eine anwaltliche Beratung notwendig sein wird, ob dies bei Ihnen gerade Sinn macht.

3. Bezug zum Ausland
Sie können im Rahmen des Art. 15 EGBGB (Einführungsgesetz zum BGB) auch über die güterrechtlichen Wirkungen eine Rechtswahl treffen.

Da Sie aber nach deutschem Recht heiraten werden, wird gem. Art. 15 I EGBGB auch der Zugewinn nach deutschem Recht bewertet, außer Sie treffen ein andere Entscheidung.

Ich hoffe Ihnen einige wertvolle Hinweise gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
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Rechtsanwalt Klaus Wille
Breite Str. 147 - 151
50667 Köln
Telefon: 0221/ 272 4745
Telefax: 0221/ 272 4747
www.anwalt-wille.de
anwalt@anwalt-wille







Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 11.10.2004 | 16:10

Vielen Dank für Ihre Antwort. Wenn ich nun einen Ehervertrag mit Gütertennung schließen möchte, wie muß ich da vorgehen? Reicht es wenn ich mir zusammen mit meiner Verlobten einen Termin beim Notar hole zwecks des Ehevertrages? Oder muß ich noch das Standesamt mit einbeziehen? Und was kostet das mich dann ungefähr ? Kann ich das nur vor der Hochzeit machen oder auch nach der Hochzeit noch?

Eine kleine Frage noch zum Schluß:
Wenn z.B. die Eltern meiner zukünftigen Frau in Brasilien Krank werden und in ein Heim kommen, könnte dann wenn die Eltern selber kein Vermögen haben und meine Frau selbst auch kein Vermögen hatt, auf unseren gemeinsamen Ehe-Zugewinn zurück gegriffen werden und ich müsste dafür aufkommen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.10.2004 | 16:45

Sie müssen einen Vertrag beim Notar beurkunden lassen. Sie sollten vorhaber aber sich bei einem Anwalt beraten lassen. Die Kosten des Notars hängen auch vom Gegenstandswert ab.

Sie können auch nach der Hochzeit einen Ehevertrag schließen.

Die letzte Frage ist nicht ganz nachvollziehbar.
Ob etwaiges Vermögen im Fall der Erkrankung der Elterni angetastet werden müssen oder nicht, hängt nicht vom Zugewinn ab.



ANTWORT VON

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