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Ehemaliger Mitarbeiter üble Nachrede


| 23.09.2017 09:03 |
Preis: 40,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund des Verdachtes wegen Diebstahls habe ich vor einer Woche mit 2 Mitarbeiterinnen, die in Frage kommen könnten, jeweils ein Gespräch geführt. Ich habe keine Mitarbeiterin beschuldigt. Mit einer Mitarbeiterin ist das Gespräch in einem Desaster geendet. Der Verdacht gegen diese Mitarbeiterin hat sich aufgrund des Verhaltens und entsprechender Indizien weiter verhärtet. Die Mitarbeiterin hatte die Firma verlassen und gesagt, ich solle ihr die Kündigung schicken, sie käme nicht mehr auf Arbeit.

Ein weiteres klärendes Gespräch hat sie abgelehnt und 2 Tage später die fristlose Kündigung in den Briefkasten gesteckt.

Jetzt haben wir erfahren, dass die Mitarbeiterin, sich an eine ehemalige Mitarbeiterin von uns gewandt hat und über unsere Firma schlecht redet und den Sachverhalt offensichtlich so gegen uns darstellt, dass die ehemalige Mitarbeiterin uns bei Facebook gesperrt hat, obwohl wir ein gutes Verhältnis zu ihr und vor 3 Tagen noch telefonischen Kontakt hatten. Auf Nachfrage per SMS hat sie nicht mehr reagiert. Der völlige Kontaktabbruch uns gegenüber ist für mich ein Zeichen, dass die Mitarbeiterin, die gekündigt hat, sich kein Blatt vor den Mund nimmt und uns richtig schlecht hinstellt.

Ich habe die Mitarbeiterin, die unter Verdacht steht, weder des Diebstahls bezichtigt, noch habe ich ihr gekündigt. Sie ist bei dem Gespräch völlig ausgerastet und hat selbst gekündigt. Inzwischen weiß ich, dass die Mitarbeiterin seit Monaten hinter meinem Rücken gegen mich als Inhaberin intrigiert hat und auch gegen meine Frau. Das hätte ich der Mitarbeiterin nicht zugetraut.

Durch die Kündigung der Mitarbeiterin sind wir nicht nur akut unbesetzt in unserer Produktion, sondern ich habe auch Angst um den Ruf unserer Firma.

Kann ich der Mitarbeiterin eine Strafanzeige wegen übler Nachrede androhen, damit sie sofort aufhört unsere Firma schlecht zu machen?

Freundliche Grüße
23.09.2017 | 09:52

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gegen die ehemalige Mitarbeiterin können sowohl zivilrechtliche Unterlassungsansprüche als auch strafrechtliche Sanktionen wegen übler Nachrede und Verleumdung (§§ 186, 187 StGB) bestehen. Beides setzt allerdings voraus, dass die Mitarbeiterin zu Ihren Lasten unwahre Tatsachenbehauptungen verbreitet. Denn eine reine Meinungsäußerung ist in der Regel von der Meinungsfreiheit gedeckt, selbst wenn sie scharfe und polemische Kritik an einer Person beinhaltet.

Eine Meinung ist gekennzeichnet durch die Elemente der Stellungnahme, des Dafürhaltens und des Meinens im Rahmen einer geistigen Auseinandersetzungund stellt daher einen subjektiven Bezug des Äußernden zu dem Gegenstand seiner Äußerung dar. Beispiel: "Ich finde, dass meine Chefin mich ungerecht behandelt hat."

Demgegenüber ist die Tatsachenbehauptung eine Äußerung, die einer objektiven Klärung und damit einem Beweis zugänglich ist. Beispiel: "Meine Chefin hat mich in dem Gespräch direkt des Diebstahls bezichtigt."

Wenn Ihre Mitarbeiterin unwahre Tatsachen zu Ihren Lasten verbreitet, können Sie eine zukünftige Unterlassung solcher Aussagen verlangen und dabei sowohl zivilrechtliche Schritte als auch eine Strafanzeige androhen. Es sollte aber sichergestellt sein, dass Sie im Streitfall die unwahren Tatsachenbehauptungen auch sicher nachweisen können. Ansonsten kann ein rechtliches Vorgehen gegen die Mitarbeiterin den gegenteiligen Effekt auslösen, nämlich eine noch stärkere Verbreitung der diffamierenden Äußerungen (so genannter Streisand-Effekt).

Wenn die fristlose Kündigung der Mitarbeiterin unberechtigt war (wovon ich nach Ihrer Schilderung ausgehe), kann Ihnen übrigens auch ein Schadensersatzanspruch gegen die Mitarbeiterin wegen des Produktionsausfalls zustehen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2017 | 13:44

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Was die Mitarbeiterin erzählt weiß ich nicht, auf Grund des Kontaktabbruches der anderen ehemaligen Mitarbeiterin muss ich davon ausgehen, dass es nicht nur um lapidare Aussagen, wie meine Chefin hat mich ungerecht behandelt, geht.

Kann ich aufgrund meines Verdachtes der Mitarbeiterin eine Strafanzeige androhen, ohne dass diese Androhung gegen mich verwendet werden könnte? So nach dem Motto, jetzt bedroht mich meine ehemalige Arbeitgeberin auch noch. Ich möchte natürlich keine Strafanzeige erstatten, sondern lediglich dass die Mitarbeiterin aufhört, unsere Firma zu belasten.

Hat die Mitarbeiterin allein wegen der Androhung meinerseits, Möglichkeiten rechtlich gegen mich vorzugehen?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2017 | 14:03

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ohne stichhaltige Beweise wäre die Androhung tatsächlich riskant. Die Mitarbeiterin könnte dann ggf. ihrerseits Ansprüche wegen Nötigung § 240 StGB geltend machen.
Wenn Sie nicht konkret wissen und belegen können, was die Mitarbeiterin Negatives gesagt hat, halte ich ein entsprechendes Vorgehen gegen die Mitarbeiterin für zu riskant und muss leider hiervon abraten.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.09.2017 | 14:14


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