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Eheannulierung


25.12.2004 14:46 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von



Hallo!
Ich bin seit 10 Wochen verheiratet. Seit unserer Eheschließung hatten mein Mann und ich keinen Geschlechtsverkehr, außerdem habe ich gestern erfahren, dass mein Mann ein Verhltnis mit einem anderen MANN hat, also vermutlich schwul ist. Kann unter diesen Umständen diese Ehe ANNULIERT werden? Wenn ja, was muss ich dann tun?
Kann ich nach einer Annulierung erneut kirchlich heiraten?
Herzliche Grüße
25.12.2004 | 19:57

Antwort

von


24 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

bei der Beantwortung gehe ich davon aus, dass die Ehe nach deutschem Recht geschlossen ist auch die Scheidung nach deutschem Recht ausgeurteilt werden kann.

Davon ausgehend ist eine Scheidung der Ehe dankbar. Dabei müssen Sie bedenken, dass eine Ehe grundsätzlich erst nach Ablauf des sog. Trennungsjahres geschieden werden kann.

Nur in den Fällen, in denen das "Weiter-Miteinander-verheiratet-sein" unzumutbar ist, kann auch vor Ablauf dieses Trennungsjahres die Ehe geschieden werden.

Die Rechtsprechung lässt dies jedoch nur in außergewöhnlichen Fällen zu, z.B. körperliche Misshandlungen des anderen Ehegatten. In ihrem Fall ist die Frage, ob der fehlende Geschlechtsverkehr und die Homosexualität einen solchen Härtefall darstellen.

Der bloße Nichtverkehr vermag einen Härtefall kaum zu begründen. Die Aufnahme ehebrecherischer Beziehungen zu Familienangehörigen hat die Rechtsprechung genügen lassen, z.B. Geschlechtsverkehr mit der Stieftochter. Auch hat die Rechtsprechung genügen lassen, dass ein Ehepartner den anderen wegen einer gleichgeschlechtlichen Beziehung verlassen hat. Einfache Homosexualität dagegen soll für sich allein noch keinen Härtefall begründen.

Weiter müssen Sie immer bedenken, dass auch bei den vorstehenden Fällen stets die besonderen Begleitumstände zu berücksichtigen waren.

So kann es z.B. ein Rolle spielen, ob die ehebrecherische Beziehung ansehensschädigende Wirkung für Sie haben kann, was insb. bei einer herausgehobenen beruflichen Stellung häufig zu bejahen sein wird.

Auch kann es eine Rolle spielen, ob Sie mit Ihrem Mann schon vor der Ehe sexuellen Kontakt hatten.

Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, könnte Ihr Mann aber bereits vor der Ehe gewusst haben, dass er keinen ehelichen Verkehr wünscht oder haben kann/will. In diesem Fall kommt statt einer Scheidung auch die Möglichkeit in Betracht, die Ehe aufzuheben. Dies ist bsps.weise dann der Fall, wenn Sie über die Beiwohnungsfähigkeit getäuscht worden sind. Allerdings müsste Ihr Mann sie dann dahingehend arglistig getäuscht haben - was häufig schwer nachzuweisen ist. In diesen Fall können Sie innerhalb eines Jahres ab Kenntnis der Täuschung einen Aufhebungsantrag stellen.

Ihre Frage kann daher nicht eindeutig beantwortet werden. Ich rate Ihnen daher, sich zunächst darüber im Klaren zu werden, ob Sie unbedingt eine schnelle Lösung der Ehe wollen.

Wenn nein, können Sie die Scheidung nach Ablauf des Trennungsjahres recht unproblematisch durchführen.

Wenn ja, sollten Sie umgehend einen Anwalt aufsuchen und die Umstände des Einzelfalls im Einzelnen erörtern und dann entscheiden, ob Scheidungsantrag für Härtescheidung oder Aufhebungsantrag oder (zunächst) kein Antrag gestellt wird.


Was ihre zweite Frage angeht, ist - jedenfalls bei evangelisch - lutherischer Religionszugehörigkeit - eine neuerliche kirchliche Heirat möglich. Sollte eine andere Religionszugehörigkeit bestehen, würde ich Sie bitte, sich ggf. noch einmal mit mir in Verbindung zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen für das Jahr 2005 verbleibe ich



Rolf Tarneden
Rechtsanwalt



ANTWORT VON

Hannover

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