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Efeubewuchs an Nachbarwand


14.02.2005 23:30 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag,

wir haben ein Haus, das vermietet ist. Wir wohnen nicht selbst darin. Zu einer Seite hin ist die Wand zum Nachbargrundstück freistehend und mit Efeu vom Nachbargarten bewachsen.

Als Ende 2004 eine Fassadenrenovierung anstand, bemerkte die Handwerksfirma, die ein Angebot erstellen sollte, dass sowohl die Wand als auch bereits das Dach vom Efeu beschädigt worden seien.

Diesen Schaden habe ich umgehend dem Nachbarn, eine Wohnungsvermietungsgesellschaft, gemeldet. Dieser wiederum hat ihn an seine Versicherung weitergeleitet.

Die Versicherung lehnt eine Deckung des Schadens ab, weil der Eintritt des Schadens schon früher entstanden sein muss. Da wir den Efeubewuchs nicht beanstandet haben und auch keinen Anspruch angemeldet haben, sei dieser nun verjährt.

Ist dem so?

Da ich das Haus nur selten sehe, fiel mir eine Beschädigung nicht auf. Auch habe ich mir beim Anblick des Efeus nicht vorstellen können, dass ich mit einem Schaden rechnen muss. Ich habe den Schaden gemeldet, als ich ihn bemerkt habe.

Bitte klären Sie mich über die rechtliche Situation auf.

Besten Dank und freundliche Grüße
S. Scheiber
14.02.2005 | 23:53

Antwort

von


770 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

Zunächst kann sich ein Anspruch auf Schadensersatz gegen den Eigentümer des Nachbargrundstückes aus nachbarschaftsrechtlichen Vorschriften, aber auch aus § 823 Abs. 1 BGB ergeben.

Da ich Ihre Adresse bei Abfassung der Antwort nicht sehen kann, ist mir nicht bekannt, in welchem Bundesland Sie leben und welches Nachbarschaftsgesetz in Ihrem Fall zur Anwendung kommt.

Grundsätzlich gelten für den Schadensersatzanspruch aus § 823 Abs. 1 BGB die allgemeinen Verjährungsvorschriften des BGB. Danach beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist für Ansprüche 3 Jahre (§ 195 BGB). Die Verjährung beginnt dabei gem. § 199 BGB mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

Für Schadensersatzansprüche, die nicht das Leben, die Gesundheit, den Körper oder die Freiheit berühren, stellt § 199 Abs. 3 BGB allerdings fest, daß diese spätestens verjähren

"1. ohne Rücksicht auf die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in zehn Jahren von ihrer Entstehung an und

2. ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an.

Maßgeblich ist die früher endende Frist."

Maßgeblich für die Verjährung wird also in Ihrem Fall die Beantwortung der Frage sein, wann der Schaden entstanden ist bzw. seit wann das Efeu Ihre Hauswand bedeckt. Dies wird vermutlich nur durch einen Gutachter zu klären sein. Ergibt sich, daß der Schaden noch keine 10 Jahre alt ist, wäre ein auf § 823 Abs. 1 BGB gestützter Schadensersatzanspruch noch nicht verjährt, da Sie erst jetzt Kenntnis von dem Schaden erlangt haben.

Ergibt sich, daß der Schaden bereits älter als 10 Jahre ist, beruft sich die Versicherung allerdings zu recht auf die Verjährung.

Ich empfehle Ihnen deshalb, zunächst gutachterlich das Alter des Schadens feststellen zu lassen und dann ggf. den Anspruch mit anwaltlicher Hilfe weiter zu verfolgen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Andreas Schwartmann

Nachfrage vom Fragesteller 06.03.2005 | 17:44

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

mit dem Wortlaut Ihrer Beratung haben wir dem Eigentümer des Nachbargrundstücks geantwortet. Dieser weist jedoch eine Haftung von sich. Unser Anwalt hier in Frankfurt machte uns auch keine sonderlich grosse Hoffnung, dass wir einen REchtsstreit gewinnen könnten.
Daher möchten wir Sie fragen, wie Sie die Erfolgsaussichten des Klageweges einschätzen und ob Sie das Mandat übernehmen wollen und - können (wg. "Frankfurt")?

Für ein Gespräch stehe ich unter 069 / 380 980 346 gerne zur Verfügung.

Besten Gruss
Susan Scheiber
s.scheiber@gmx.de

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.03.2005 | 17:51

Sehr geehrter Frau Scheiber,


ich werde Sie in dieser Angelegenheit morgen einmal anrufen.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

ANTWORT VON

Köln

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