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Ebay Powerseller liefert Notebook falsch / unvollständig


19.10.2004 21:41 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Daten : http://www.mynetcologne.de/~nc-plittni/comdonner/
Ebay-Auktion: http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=5125378396

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe ein Problem beim Kauf eines Notebook über das Auktionshaus Ebay. Mir wurde ein Gerät geliefert (IBM ThinkPad 600 Typ 2545-850) das nicht der Beschreibung entsprochen hat. Ich habe dem angeblichen Privat-Verkäufer (zu dem Zeitpunkt Powerseller mit über 1800 Bewertungen) dann umgehend nach dem Erhalt schriftlich per Email mitgeteilt das ich mit der Lieferung nicht zufrieden bin weil der IBM Akku (war als i.O. beschrieben) defekt ist und das Display nur eine Diagonale von 13 Zoll und nicht 14 Zoll hat. Alleine das war schon ein erheblicher Mangel. Außerdem fehlt ein Netzteil, das Betriebssystem, CD-R (Brenner) Laufwerk, Kabel für das Modem (falsch geliefert) und eine Netzwerkkarte intern. Bisher konnte ich das Gerät auch nicht in Betrieb nehmen da ja kein original Betriebssystem wie angegeben dabei war.

Eine von mir gestellte fristgerechte Nachbesserung zum 13.10.04 ist nicht erfolgt.

Wenn ich alleine die Teile bei IBM nachkaufen müsste die fehlen oder defekt sind kommen mehrere hundert Euro zusammen.

IBM Netzteil kostet 100,92 Euro / Bestellnummer: 02K6882
IBM Akku kostet 244,60 Euro / Bestellnummer: 12J2464
das Betriebssystem kostet 39 Euro
CD-R (Brenner) Laufwerk / kostet ca. 120 Euro - 180 Euro
Kabel für das Modem kostet ca. 6 Euro
eine Netzwerkkarte PCMCIA kostet 168,95 Euro / Bestellnummer: 34L5301

In mehreren Email habe ich dann versucht eine Einigung zu erzielen. Ich habe ihm also erklärt das ich das was ich bezahlt habe auch geliefert haben möchte, entsprechend der Beschreibung in Ebay.

Mein Vorschlag war eine finanzielle Entschädigung für das zu kleine Display und die Nachlieferung der defekten oder nicht vorhandenen Ausstattung. Oder die Lieferung eines Gerätes wie mit den beschriebenen Eigenschaften.

Der Verkäufer meinte als Entschuldigung das er sich wohl ein wenig vertan hat bei der Ausstattung des Gerätes und bei der Größe des Display. Seine Vorstellung auf Nachbesserung sah dann so aus. Zitat einer Email :

„Ich sende also nach Bestätigung der Mail unter Vorbehalt und freiwillig:

1 Modemkabel
1 Netzteil mit Stromkabel, neu
1 Netzwerkkarte
1 Betriebsystem mit Handbuch“

Natürlich war das für mich nicht ausreichend. Kein Wort vom Display und dem defekten Akku. Nach weiterem Schriftwechsel zur Verhandlung erhielt ich dann folgendes Angebot.

“ Hallo,
das Mißverständnis beruht in der Ausschreibung. Das Modell Tp 600 e hat nur 13 Zoll.
Da dies nun eben egal warum verkehrt in der Ausschreibung stand nehme ich das Gerät
zurück.“

Ich möchte aber nicht mein Geld zurück !

Wie ich herrausgefunden habe wurde dieses Gerät welches er mir für 228 Euro verkauft hat, zuvor für 130 Euro von einem Privatanbieter bei Ebay gekauft. Die Ausstattung hätte also auch der Auktion 5120610400 entnommen werden können. Bei diesem Kauf handelte es sich laut Beschreibung um ein 13 Zoll Gerät. Da "comdonner" Profianbieter ist, hätte ihm auch auffallen müssen das es sich nicht um ein 14 Zoll Gerät handelt.

Für den Brenner, das zu kleine Display und den defekten Akku soll ich keine Entschädigung erhalten wenn ich das Gerät behalte.

Der Verkäufer war bei Ebay Powerseller was einer monatlichen Verkaufsumme von mindestens 3000 Euro entspricht. Mittlerweile hat er diesen Status bei Ebay nicht mehr. Ich habe nachlesen können das man als Powerseller nicht mehr als privater Anbieter gilt. Der Verkäufer „comdonner“ kauft und verkauft ständig EDV Geräte über Ebay. In der Auktion war aber ausdrücklich ein Passus eingebracht das dieses Gerät von Privat unter Ausschluss der Gewährleistung verkauft wird. In der Regel werden von ihm ca. 10 Geräte gleichzeitig über Ebay angeboten. Er selbst hat zugegeben sein Hobby bereits seit 2 Jahren über Ebay zu auszuüben.

Alle Angebote habe ich als PDF-Datei gesichert woraus auch ersichtlich ist das er im Zuge des Profit handelt. Auch den über 1800 Bewertungen bei Ebay ist zu entnehmen das es sich um eine gewerbsmäßige Tätigkeit handelt.

Die Ausstattung gemäß Überschrift lautete:

IBMThinkPad 600 PII-300/14,1/192/4,9/CD-R/Modem/Docking

Ich bin durch die Suche “thinkpad cd-r” auf das Gerät aufmerksam geworden.

Gemäß der Überschrift habe ich also folgende Ausstattung erwartet:

- IBM ThinkPad 600

- Pentium 2 mit 300 MHz

- 14.1 Zoll Display

- 4.9 GB Festplatte

- CD-R Brenner (beim googlen ist cd-r immer ein brenner)

- Modem intern

- Docking Station


Der Beschreibung war dann noch folgendes Zubehör hinzugefügt worden.

- Netzwerkkarte

- 192 MB RAM

- Soundkarte

- 14,1 TFT Display sauber keine Pixelfehler!

- LAN

- Docking - Station mit Monitorständer

- 3 Tastenmaus digital neu originalverpackt

- Li-ionen Akku 3600mAh (gebraucht aber in Ordnung!)

- Betriebssystem

- und weitere…


Meine Fragen sind nun:

Kann ich auf Lieferung eines Gerätes bestehen das eine beschriebene Ausstattung hat?

Oder kann ich auf Nachbesserung der Mängel bestehen und einen Schadensersatz für das zu kleine Display verlangen?

Habe ich eine gesetzliche Garantie bei einem Anbieter der Powerseller Status hat bzw. hatte?

Habe ich demnach Anspruch auf eine Rechnung?

Muss der Anbieter ein Gewerbe angemeldet haben?


Alle Daten kann ich als PDF-Dokumente in einer ZIP-Datei (3.6 MB) zur Verfügung stellen.

Es würde mich freuen wenn ich eine Antwort auf meine Fragen erhalten würde. Nach möglichkeit würde ich gerne auch das Mandat übertragen, sofern ich denn im Recht sein sollte.

Vielen Dank
Sehr geehrter Rechtssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Handelt der Verkäufer - wie von Ihnen beschrieben - in kurzer Zeit in großem Umfang insbesondere mit gleichartigen Waren bei Ebay, so ist er im Regelfall als Gewerbetreibender einzustufen. Für solche Händler zeigt das Finanzmat i.d.R. besonderes Interesse.

Bei mangelhafter Lieferung hat der Verkäufer primär einen Anspruch auf so genannte Nachlieferung bzw. Nacherfüllung. Er kann also zunächst Nachbesserung der fehlerhaften Sache oder Ersatzlieferung einer neuen Sache verlangen.

Der Anspruch des Käufers auf Nacherfüllung setzt nicht voraus, dass der Verkäufer die Mangelhaftigkeit der Kaufsache zu vertreten hat. Erforderlich ist lediglich die Lieferung einer beim Gefahrübergang mangelhaften Sache.

Erst wenn die Nacherfüllung scheitert, weil sie unmöglich bzw. unverhältnismäßig ist oder wenn eine dem Verkäufer gesetzte Frist erfolglos abläuft, kommen die Ansprüche auf Rücktritt, Minderung, Schadensersatz und Aufwendungsersatz in Betracht.

Die Garantie ist eine durch den Verkäufer freiwillig eingeräumte Einstandspflicht dafür, dass innerhalb eines bestimmten Zeitraumes kein Mangel an einer Sache auftritt. Die Übernahme einer Garantie durch den Verkäufer stellt eine in der Regel für den Kunden günstigere Regelung als die gesetzliche Gewährleistung dar, da sie auch Mängel erfasst, die erst nach der Übergabe entstehen und sie oft länger als die gesetzliche Gewährleistung gewährt wird.

Diese Garantierechte stellen eine freiwillige Leistung des Herstellers dar, die er deshalb auch nach seinen eigenen Vorstellungen inhaltlich ausgestalten und ggf. auch beschränken kann, z.B. keine Übernahme von Versand- oder Arbeitskosten. Die Garantieerklärung muss ausdrücklich erfolgen, nach ihr richten sich die Voraussetzungen und Rechtsfolgen für die Garantieleistungen.

Das gesetzliche Gewährleistungsrecht bleibt neben einer Garantie bestehen, so dass der Kunde während der gesetzlichen Gewährleistungsfrist wählen kann, ob er Garantie oder Gewährleistung in Anspruch nehmen will.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver R. Klein
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 19.10.2004 | 23:04

Guten Tag Herr Oliver R. Klein,

erst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort.
Ich brauche eine konkretere Angabe wie ich mich verhalten soll.

Kann ich durch einen Anwalt die Erfüllung des Vertrages verlangen? Also Lieferung wie gekauft/beschrieben?
Wer trägt die Kosten dafür und wie hoch können diese sein?

Der Verkäufer will einfach den Kaufpreis erstatten. Muss ich das so akzeptieren oder darf ich auf die Erfüllung des Vertrages des beschriebenes Gerät verlangen? Das würde ich in jedem Fall bevorzugen.

Der Verkäufer hat ja die einjährige Sachmängelhaftung ausgeschlossen da er angeblich Privatverkäufer ist. Ich bin aber der Meinung das er gewerblich handelt und demnach auch an die gesetzliche Garantie, Rückgabe usw. gebunden ist und somit dann auch eine Rechnung ausstellen müßte.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.10.2004 | 20:42

Sehr geehrter Rechtssuchender,

welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen, habe ich Ihnen bereits aufgezeigt. Selbstverständlich können Sie auf Lieferung der beschriebenen Sache bestehen. Sie müssen sich jedoch bewußt sein, dass wenn das Gerät nicht existiert, es für Sie besser wäre, wenn Sie das Gerät Zug um Zug gegen Rückzahlung des Kaufpreises an den Veräußerer rückübereignen würden. Die Entscheidung, welchen Weg Sie gehen wollen, bleibt Ihnen überlassen, da Sie aus den verschiedenen Möglichkeiten wählen können.

Dieses Forum dient zur ersten Orientierung. Vertiefende Fragen können am besten in einem persönlichen Gespräch geklärt werden. Wenden Sie sich dazu bitte an einen Anwalt Ihres Vertrauens.

Dieser wird Sie dann auch ausführlich über die anfallenden Kosten aufklären.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver R. Klein
Rechtsanwalt

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