Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
142.024 Fragen, 59.662 Anwaltsbewertungen
450.789
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang  | 5 Anwälte online

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Frag-einen-Anwalt Prime

Schließen

ist ein neuer Service von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de, damit Sie noch einfacher zu Ihrem Recht kommen. Wir garantieren Ihnen:

  • Schnelles Feedback

    Wir melden uns noch heute bei Ihnen.

  • Kostenlose erste Einschätzung

    Sie erhalten eine kostenlose erste Einschätzung Ihres Problems.

  • Erfahrene Kanzlei

    Wir kennen Theorie und Praxis. In unserer Kanzlei arbeiten Anwälte mit über fünfjähriger Berufserfahrung im Strafrecht.

  • Transparenz

    Vor einer Beauftragung nennen wir Ihnen immer sämtliche Folgekosten. Wir teilen mit, was wir machen werden und bis wann.

  • Bundesweite Mandatsbearbeitung

    Wir helfen Ihnen zu Ihrem Recht, egal wo Sie sitzen, ohne Mehrkosten.

  • Verlässlicher Service

    Sollten Sie uns beauftragen: Wir halten jeden weiteren Termin, den wir Ihnen zusagen.

Schließen

E-Mail im falschen Namen versandt - Urkundenfälschung & Kündigung?


13.10.2004 23:50 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Zu meinen Daten: Ich (23 Jahre) bin bei einer Bank beschäftigt, bei der ich auch meine Lehrzeit absolviert habe (Bankkaufmann; 1997-2000). Ich wurde 01/2000 in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen.
Der Arbeitsvertrag ist (wie bei allen meinen Kollegen) allgemein gehalten (es wird auf das Bankgeheimnis, ein sauberes Erscheinungsbild etc. hingewiesen).
Meine Tätigkeit nach der Lehrzeit war der Bereich der EDV-Systemadministration in Gemeinschaft mit einem Kollegen. Seit 2003 bin ich für das Controlling der Bank zuständig (die Erfordernisse der BaFin verlangen einen Controller in der Bank).

Wir sind eine eher kleine regional verwurzelte Bank mit 35 Angestelten und zwei Vorständen. Bisher habe ich keine Abmahnung oder dergleichen erhalten - war bei unserem ehemaligen Vorstand (seit 2003 in Rente) sogar angesehen. Seit Anfang 2003 haben wir einen neuen Vorstand, der gleichzeit auch mein Vorgesetzter ist.

Ich belege nebenberuflich eine Fortbildung zum staatl. gepr. Informatiker (Beginn: 2001 - Ende: 2005). Genau diese Fortbildung ist meinem neuen Vorgesetzten ein Dorn im Auge. Ich solle sie am Besten abbrechen (hat er nie laut ausgesprochen; merkt man aber deutlich) und eine auf den Bankensektor zugeschnittene Fortbildung belegen. Die Fortbildung wird nicht von der Bank bezahlt; es gibt auch keinen Bildungsurlaub etc.

Nun zum eigentlichen Fall.

Gerade eben wurde ich über folgenden sachverhalt informiert:
Ich war vor einigen Tagen zu einem vom Arbeitgeber bezahlten Seminar. Ein Kollege und ich haben uns geärgert, weil der für uns Zuständige Vorstand unseren Urlaub nicht genehmigt bzw. michgezielt hinhält. In Der Mittagspause habe ich von einem frei Zugänglichen Internet-Terminal eine e-Mail an diesen Kollegen verschickt. Aus Jux habe ich als Absender die e-Mail Adresse unseres Vorstandes angegeben (ein "Spoofing" ist im Internet problemlos möglich) und in den Text geschrieben "XXX, schau mal in den Absender, was alles möglich ist :-)". Problem war, daß ich beim Empfänger einen Buchstaben in der Adresse vergessen habe...
...der Vorstand hat die Mail als "Unzustellbar" zurückbekommen, da er ja der (wenn auch gespoofte) Absender war!
In der Bank ist seit Tagen seitdem die Hölle losgebrochen. Der Vorstand denkt, daß es ein internes Sicherheitsproblem ist. Hat die Innenrevision informiert udn mit der Rechenzentrale Rücksprache gehalten (sein Gedanke ist meiner Ansicht legitim, war ich doch mal Administrator). Das Seminiar war jedoch 150 Kilometer vom Sitz der Bank entfernt, so daß sich dies leicht beweisen läßt. Auch kann ich den Vorgang des Spoofens jederzeit reproduzieren. Aus dieser Hinsicht mache ich mir keine Gedanken.

Was mir nun im Nachhinein Sorgen bereitet und was ich breue: Es ist Urkundenfälschung, in einem falschen Namen etwas zu schreiben! Auf den Umstand, ein Anderer könnte diese Mail geschrieben haben, kann ich mich schlecht rausreden, war ein Absatz doch über ein in der Bank vom Kollegne und mir zu erstellendes Formular...

Rechtfertigt dies eine Abmahnung? Oder gar eine Kündigung? Beides würde meinen Lebenslauf leider zu sehr "beschmutzen"! Ein dummer Jungenstreichen, nicht bedacht bei der Ausführung - und verändert doch das ganze weitere Leben (will ab 2005 an einer Uni studieren; mit einer Abmahnung im Arbeitszeugnis wird die Arbeitsplatzsuche zum "Turmbau von Babel" bei der Fülle an Studenten)...

Danke für jegliche Antwort...

...ein dummer Junge
Eingrenzung vom Fragesteller
14.10.2004 | 00:01
Lieber Ratssuchender,

um Ihnen vorab die gröbsten Sorgen zu nehmen: Strafrechtlich ist Ihr Verhalten in keiner Hinsicht relevant. Eine Urkundenfälschung setzt immer den Vorsatz voraus, zur Täuschung im Rechtsverkehr zu handeln. Damit sind solche Scherzerklärungen, wie Sie sie abgegeben haben, bereits aussortiert. In der Richtung müssen Sie sich keine Sorgen machen.

Arbeitsrechtlich ist Ihr Fall -leider- nicht ganz so eindeutig. Sie haben zumindest im Namen der Bank gehandelt, wenn auch nur im Scherz, der dem Empfänger auch so erkennbar gewesen wäre. Zudem handelten Sie ja nicht in großem Rahmen, sondern nur innerhalb einer privaten e-mail-Korrespondenz.
Um auch das vorab zu sagen: eine Kündigung rechtfertigt Ihr Verhalten auf keinen Fall. Die Kündigung ist immer das letzte Mittel, um auf Verstöße gegen arbeitsvertragliche Pflichten zu reagieren. Dies setzt naturgemäß in einem intakten Arbeitsverhältnis einen entsprechenden schweren Verstoß voraus. Zudem ist auch Ihr Arbeitsverhältnis das Kündigungsschutzgesetz anwendbar, was bedeutet, daß die angegebenen Kündigungsgründe in einem Arbeitsgerichtsprozeß voll nachprüfbar wären.

Ich meine auch, daß eine Abmahnung von Ihrem Verhalten noch nicht gedeckt ist, da hierfür ein Verstoß gegen arbeitsvertragliche Pflichten noch nicht gravierend genug vorliegt. Hier schlägt ins Gewicht, daß Sie rein privat gehandelt haben ohne Bezug zur dienstlichen Tätigkeit und nach Ihren Angaben auch aus dem Text der e-mail selbst für den Empfänger sofort erkennbar war, daß Sie nicht als Bank auftreten.

Wenn die Bank dennoch eine Abmahnung aussprechen sollte, haben Sie zwei Reaktionsmöglichkeiten. Die erste Möglichkeit wäre, die Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte zu verlangen und dies gegebenenfalls im Arbeitsgerichtsprozeß durchzusetzen. Sie haben natürlich den Anspruch, Ihre Personalakte nicht mit unbegründeten Abmahnungen gefüllt zu bekommen. Zu diesem Schritt möchte ich Ihnen allerdings nicht raten, da ein Arbeitsgerichtsprozeß immer das Arbeitsverhältnis atmosphärisch belastet.
Die zweite Möglichkeit ist deshalb die praktikablere: Sie sollten der Bank eine Gegendarstellung zu dem Vorgang schreiben, in der Sie den Vorgang aus Ihrer Sicht schildern und Ihren Arbeitgeber auffordern, diese Gegendarstellung zu den Personalakten zu nehmen. Auch darauf haben Sie einen Anspruch. Sie zerstören damit die Beweisfunktion der Abmahnung.

Taktisch möchte ich Ihnen raten, bereits jetzt auf den Vorstand zuzugehen und die Situation zu schildern. Dies wirkt zumindest besser, als abzuwarten, ob man Sie "entlarvt".

Ich hoffe, Ihnen geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Weiß
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax. 04941 60 53 48
e-mail info@fachanwalt-aurich.de
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 53839 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Frau Prochnow, hat basierend auf den zur Verfügung stehenden Informationen die Fragen sehr kompetent beantwortet. ...
5,0/5,0
Fr. RAin Fristsch antwortete sehr schnell, kompetent und freundlich. Besten Dank! ...
5,0/5,0
Ich kann den Anwalt guten Gewissens weiterempfehlen. ...