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Duplikat/Wiederausstellung einer Einbürgerungsurkunde


05.11.2007 20:42 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kourosh Aminyan




Sehr geehrte Damen und Herren,

mir ist durch eine Landesbehörde vor einigen Jahren eine Einbürgerungsurkunde verliehen worden, welche mir in der Zwischenzeit abhanden gekommen ist. Da ich nunmehr einen deutschen Reisepass beantragen möchte und die Urkunde zu diesem Zweck benötige, habe ich mich an die ausstellende Behörde zwecks Erteilung eines Duplikats dieser Einbürgerungsurkunde gewandt. Dort wurde mir dann mitgeteilt, die Erteilung eines Duplikats sei nicht möglich, da es sich bei der Einbürgerungsurkunde um ein Unikat handele. Vielmehr müsse ich die Ausstellung eines Staatsangehörigkeitsausweises beantragen. Dies geht jedoch mit einem langwierigen Verfahren einher. Von anderer Seite ist mir aber zu Ohren gekommen, dass es Einbürgerungsbehörden in Deutschland gibt, die ein solches Duplikat der Einbürgerungsurkunde ausstellen und die Betroffenen nicht auf das Verfahren zur Erlangung eines Staatsangehörigkeitsausweises verweisen.
Womit ist ein solch unterschiedliches Verhalten der jeweiligen Behörden zu rechtfertigen? Gibt es beispielsweise Ermessenskriterien? Gibt es denn keine Rechtsgrundlage, auf die ich mich mit meinem Begehren (Ausstellung eines Duplikates der Einbürgerungsurkunde) stützen kann? Bei Verlust einer Heiratsurkunde wird doch auch eine Zweitausfertigung ausgestellt.

Vielen Dank für Ihre Antwort!
06.11.2007 | 12:47

Antwort

von

Rechtsanwalt Kourosh Aminyan
19 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des von Ihnen gemachten Einsatzes wie folgt:

Es ist tatsächlich so, dass kein Duplikat der Einbürgerungsurkunde ausgestellt wird. Es besteht auch nicht die Möglichkeit, eine beglaubigte Abschrift oder ähnlich zu erhalten.
Bei Erzählungen vom „Hörensagen“ von anderen Personen ist Vorsicht geboten. Die Erfahrung zeigt, dass vieles falsch verstanden oder auch falsch wiedergegeben wird.
Sie müssen tatsächlich den Staatsangehörigkeitsausweises beantragen. Ermessen ist hier ausgeschlossen.
Eine Andersbehandlung zu anderen Urkunden (wie z.B. Heiratsurkunde) ist hier aus Gründen der Sicherheit geboten.

Ich hoffe Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Bedarf können Sie gerne die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Aminyan
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 06.11.2007 | 16:03

Sehr geehrter Herr Aminyan,

bei der Person, die mir die entsprechende Auskunft ("es gibt Behörden die solche Duplikate ausstellen") gab, handelt es sich um eine in diesem Gebiet erfahrene Juristin der entsprechenden Konsularabteilung (also keine "Erzählung vom Hörensagen").

Mir ist bei Ihrer Antwort nicht klar, auf welcher Rechtsgrundlage man davon ausgehen kann, dass Ermessen ausgeschlossen ist und von welchem (rechtlichen) Ausgangspunkt man zu dem von Ihnen genannten Sicherheitsaspekt mit dem entsprechenden negativen Ergebnis kommt ("Eine Andersbehandlung zu anderen Urkunden (wie z.B. Heiratsurkunde) ist hier aus Gründen der Sicherheit geboten.").

Ein Duplikat würde doch nur bestätigen, dass ich zu dem damaligen Zeitpunkt eingebürgert worden bin (und nicht dass ich heute im Zeitpunkt der Ausstellung des Duplikates Deutscher bin). Insofern sehe ich auch nicht die Bedeutung des genannten Sicherheitsaspektes.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.11.2007 | 11:10

Sehr geehrter Fragesteller,

sofern Sie eine verlässlichere Quelle haben (sogar eine Juristin), dann frage ich mich, warum Sie hier dann noch posten!
Im Gegensatz zu Ihrer Quelle aus der "Konsularabteilung" kann ich Ihnen Informationen aus dem Gesetz und aus der Praxis der Einbürgerung liefern.

Zu Ihrem Anliegen nehme ich abschließend wie folgt Stellung:
Gem. § 16 StAG wird die Einbürgerung wirksam durch die Aushändigung der Einbürgerungsurkunde. Mit anderen Worten: die Einbürgerung gibt es nur einmal. Es ist ähnlich wie ein Staatsakt, da Sie durch die Bundesrepublik Deutschland den Stauts eines Deutschen verliehen bekommen.
Eine Heiratsurkunde (auch wenn beide Dokumente den Zusatz: Urkunde besitzen) hat eine völlig andere Bedeutung und ist nicht mal im Ansatz vergleichbar.
Eine Andersbehanldung durch eine andere Behörde ist auch nicht möglich, da es sich hierbei um ein Bundesgesetz handelt. Die jeweiligen Verwaltungsvorschriften der Länder ergeben nichts anderes.
Sie können allenfalls eine Kopie der Einburgerungsurkunde verlangen.
Andernfalls sind Sie auf den Staatsangehörigkeitsausweis angewiesen.

Mit freundlichen Grüßen
Aminyan
Rechtsanwalt

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Kourosh Aminyan
Köln

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