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Doppelter Wohnsitz UK und Deutschland


16.12.2008 15:33 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe vor, in einigen Monaten nach Großbritannien umzuziehen, um dort bei einem neuen, britischen Arbeitgeber in Vollzeit für mindestens 2 Jahre zu arbeiten.
Gleichzeitig überlege ich mir, meine deutsche Wohnung zu behalten; hat dies steuerliche Nachteile im Hinblick auf meine in UK erzielten Einkünfte, d.h. daß durch die zusätzliche uneingeschränkte Steuerpflicht in Deutschland mir insgesamt höhere Steuern entstehen? (die UK-Steuer ist in meinem Fall wesentlich niedriger als in D).
Des weiteren stellt sich mir die Frage, ob ich bei alleinigem Wohnsitz in UK bei Besteuerung der Kapitalerträge auf remittance-Basis die Abgeltungssteuer zurück bekomme bzw. sie mir erst gar nicht abgezogen wird. Ich hörte von einer Klausel, nach der man nur dann eingeschränkt steuerpflichtig in Deutschland sei, wenn man in Deutschland mindestens 5 Jahre uneingeschränkt steuerpflichtig war; bisher habe ich aber nach meinem Studium nur 2 Jahre gearbeitet, davor hatte ich eine NV-Bescheinigung.
Letztlich ist im Falle der zusätzlichen uneingeschränkten Steuerpflicht in D noch fraglich, ob meine Einkünfte in UK bei der Berechnung des Steuersatzes (nicht der Steuersumme) mitzählen oder nicht, d.h. ob ich überhaupt für diese Steuern zahlen muß, da diese unter dem Grundfreibetrag liegen.


Danke für Ihre Bemühungen!
Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Frage im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes.

Ihre Frage zielt darauf, ob Sie durch die Beibehaltung einer Wohnung in Deutschland noch weiterhin steuerpflichtig sind und was sich durch den Umzug und die Aufnahme einer Tätigkeit in UK ändert.

Nach dem Grundsatz der sogenannten "Abschnittsbesteuerung" ist jedes Kalenderjahr für sich zu betrachten. Wenn Sie erst im Laufe des Jahres 2009 umziehen, so sind Sie in 2009 noch in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig. Dabei werden die EInkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit für die Zeit in Deutschland ermittelt und die Kapitalerträge des gesamten Jahres herangezogen. Für die letzteren greift zunächst die Abgeltungsteuer.

In 2010 bei der Erstellung der ESt-Erklärung ist dann zu prüfen, ob die Abgeltungsteuer günstiger ist oder die Einbeziehung in die reguläre Einkommensteuererklärung.

Die Einkünfte aus UK in 2009 sind dann im Rahmen des sogenannten Progressionsvorbehalt zu berücksichtigen bei der deutschen Einkommensteuererklärung 2009, wirken sich also bei der Höhe des Steuersatzes aus. Da die Lohnsteuer in den ersten Monaten vom deutschen Arbeitgeber so berechnet wird, als arbeitete man das gesamte Jahr dort und er keinen internen Lohnsteuerjahresausgleich beim Ausscheiden innerhalb des Jahres vornehmen kann, ist mit einer Erstattung zu rechnen. Als Werbungskosten können auch die Kosten für den Umzug nach UK und doppelte Haushaltsführung für drei Monate geltend gemacht werden (sofern der AG in UK diese Kosten nicht trägt).

Im Jahr 2010 liegt der Mittelpunkt der Lebensführung in UK, trotz Wohnung in Deutschland sind Sie nur in UK steuerpflichtig. Sie teilen dies dann Ihrer Bank mit und Sie gelten als Steuerausländer, es wird keine Abgeltungsteuer mehr einbehalten.

Im Jahr 2011 kommt es darauf an, ob Sie wieder in Deutschland tätig sind, dann gelten die Ausführungen zu 2009 entsprechend.

Auch wenn Sie erst seit zwei Jahren steuerpflichtige Einnahmen haben, so fällt Abgeltungsteuer an.

Die Beibehaltung der Wohnung in Deutschland hat keinen steuerlichen Nachteil für Sie.

Zusatztipp:

Wenn Sie noch bis vor zwei Jahren studiert haben, können Sie möglicherweise die Studienkosten als vorweggenommene Werbungskosten feststellen lassen und diesen "Verlust" mit den positiven Einkünften in 2006 und 2007 verrechnen.

Hier kann ich Sie gerne noch weiter im Rahmen einer weiteren Beratung informieren.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick geben.

Mit freundlichen Grüßen

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin
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