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'Doppelte Heirat'


| 28.07.2017 17:34 |
Preis: 50,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Freundin und ich wollen bald im Ausland heiraten, ganz für uns. Nach meiner Rechtskenntnis ist diese Heirat gültig, auch ohne spätere offizielle Registrierung beim deutschen Standesamt.

Kurz darauf wollen wir kirchlich heiraten. Das Problem ist nun, dass die Kirche die ausländische Urkunde nicht akzeptiert. Diese müsste zunächst legalisiert und die Heirat in Deutschland eingetragen werden. Der dafür nötige Legalisierungsprozess ist jedoch so aufwändig und zeitraubend, dass wir die schon geplante kirchliche Hochzeit absagen und verschieben müssten, weil wir die Legalisierung einfach nicht rechtzeitig schaffen würden. Weil wir viele Gäste eingeladen und schon alles gebucht haben, wäre das sehr teuer und uns entstünde ein großer Schaden.

Wir sind nun auf folgende Idee gekommen: Wie wäre es, wenn wir im Ausland heirateten, diese Eheschließung in Deutschland einfach NICHT registrieren ließen und dann in Deutschland einfach noch einmal standesamtlich heirateten? Mit der deutschen Eheurkunde könnten wir die kirchliche Trauung dann problemlos durchführen und hätten eben einfach zwei "standesamtliche" Urkunden an unserer Wand hängen (bildlich gesprochen).

Auf die Trauung im Ausland wollen wir nicht verzichten, weil das unser romantischer Traum ist, und diese Trauung wäre für uns immer die "richtige" standesamtliche, die in Deutschland dagegen nur ein technischer Akt, wie es auch die nachträgliche Beurkundung gewesen wäre.

Was spricht dagegen? Es handelt nicht um Bigamie, da hier niemand mit zwei Partnern liiert ist... man könnte es eher als eine Nothilfe ansehen, um die teure und komplizierte Legalisierung zu umgehen. Auch ist kein relevanter Schaden zu erkennen und kein Geschädigter.

Spricht aus Ihrer Sicht etwas Schwerwiegendes dagegen, so vorzugehen? Welches sind die rechtlichen Folgen bzw. Risiken? Liegt eine Ordnungswidrigkeit o.ä. vor?
28.07.2017 | 18:22

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihr Vorgehen wird so nicht möglich sein, wenn die Heirat im Ausland gültig ist. Dann sind Sie bereits verheiratet und eine erneute Trauung kommt nicht in Betracht.

Sie verweisen aber darauf, dass dieses nur nach Ihrer Rechtskenntnis der Fall sein soll.

Ist die Heirat im Ausland entgegen Ihrer Meinung nicht gültig können Sie hier in Deutschland standesamtlich heiraten. Dann heiraten Sie rechtlich nicht noch einmal, sondern erstmals mit der standesamtlichen Trauung.

Heiraten im Ausland sind nicht immer gültig und eröffnet Ihnen dann den Weg einer standesamtlichen Trauung.

Unter Umständen besteht auch die Möglichkeit vor dem Auslandsaufenthalt in Deutschland standesamtlichen zu heiraten und dann die von Ihnen angedachte Heirat nur für Sie und Ihre Freundin im Ausland quasi wiederholen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle




Nachfrage vom Fragesteller 31.07.2017 | 16:09

Danke für die Antwort, die mich leider nicht ganz zufrieden stellt. Ich stelle meine Frage daher noch einmal anders:

1. Nehmen wir an, dass meine Freundin und ich im Ausland heirateten und diese Heirat im Prinzip gültig wäre - die materiell-recht­lichen Eheschlie­ßungs­vor­aus­set­zungen für uns beide (wir sind beide Deutsch) liegen vor, und wir würden hinsichtlich der Form der Eheschließung das Recht am Hochzeitsort wahren.

2. Nehmen wir weiter an, dass wir diese Ehe in Deutschland nicht eintragen/registrieren ließen, so dass die deutschen Behörden keine Kenntnis von dieser Eheschließung erhalten würden.

3. Nehmen wir zum Dritten an, dass ein deutsches Standesamt uns ein zweites Mal vermählte, weil wir fälschlicherweise angäben, wir wären noch ledig.

Soweit ich es gelesen habe, stellt die Falschangabe des Personenstands nach §111 OWiG eine Ordnungswidrigkeit dar. Ist das oben hypothetisch dargelegte Verhalten der beiden Brautleute darüber hinaus strafbar oder mit Strafe/Buße bewehrt? Auf diese Frage hätte ich bitte eine Antwort.

Danke im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.07.2017 | 16:21

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich war davon ausgegangen, dass ich Ihnen mit meiner Antwort Vorgehensweisen näherbringen kann, mit denen Sie nicht Gefahr laufen eine Ordnungswidrigkeit zu begehen. Leider war meine Einschätzung unzutreffend.

Deswegen:

Wenn eine Hochzeit im Ausland gültig ist, können Sie hier in Deutchland nicht noch einmal heiraten.

Es kommt nicht darauf an, ob Sie die Heirat im Ausland hier registrieren lassen oder nicht. Mit einer gültigen Hochzeit sind Sie verheiratet.

Die Angabe, dass Sie ledig sind, um hier einer erneute Trauung durchführen zu können, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Strafrechtlich ist es hingegen nicht relevant.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

Bewertung des Fragestellers 31.07.2017 | 16:50


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"Ich finde es verständlich, dass die Rechtsanwältin vom Grundsatz ausgeht, von einer Rechtsverletzung abzuraten. Dennoch ist es im Sinne einer neutralen Information angebracht, die für den Fall der Rechtsverletzung aufgeworfene Frage fachlich korrekt zu beantworten, was die Rechtsanwältin auch getan hat. Somit sind alle meine Erwartungen an die Rechtsberatung erfüllt worden."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 31.07.2017
5/5.0

Ich finde es verständlich, dass die Rechtsanwältin vom Grundsatz ausgeht, von einer Rechtsverletzung abzuraten. Dennoch ist es im Sinne einer neutralen Information angebracht, die für den Fall der Rechtsverletzung aufgeworfene Frage fachlich korrekt zu beantworten, was die Rechtsanwältin auch getan hat. Somit sind alle meine Erwartungen an die Rechtsberatung erfüllt worden.


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