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Doppelte Haushaltsführung nachträglich beantragen


| 30.10.2014 12:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt liegt meiner Frage zugrunde:

Bis zum Jahr 2010 habe ich allein in O in einer abgeschlossenen Wohnung (ca. 41 qm) im Zweifamilienhaus meiner Eltern miet- und kostenfrei gewohnt und auch in der Nähe gearbeitet (ca. 10 km von O entfernt). Meine damalige Verlobte wohnte in H in einer ca. 64 qm großen Wohnung (ca. 250 km von O entfernt) und hatte dort auch ihre Arbeitsstätte.

Nach unserer Heirat im Jahr 2010 ist meine Frau zu mir nach O gezogen, hat aber ihre Wohnung in H behalten und weiter dort gearbeitet und doppelte Haushaltsführung geltend gemacht, was vom Finanzamt auch anstandslos anerkannt wurde. Die Wohnung unseres gemeinsamen Hauptwohnsitzes in O wurde uns von meinen Eltern weiter miet- und kostenfrei überlassen.

Nach der Geburt unseres Kindes im Jahr 2012 haben wir zum 1.1.2013 unseren gemeinsamen Hauptwohnsitz nach H verlegt, die Wohnung in nutze O ich weiterhin miet- und kostenfrei, da ich weiterhin dort arbeite, allerdings nur an 2-3 Tagen / Woche im Büro meiner Firma, ansonsten mache ich „HomeOffice" in H.

Ich habe bisher keine doppelte Hauhaltsführung geltend gemacht, da ich keine Mietkosten hatte und auch Familienheimfahrten mit meinem Dienstwagen nicht angesetzt werden können.

Ab dem 1.1.2015 möchten mir meine Eltern die Wohnung nun nicht mehr kostenfrei überlassen, sondern zu ortsüblichen Konditionen vermieten, da sie nach Eintritt in den Ruhestand auf zusätzliches Einkommen angewiesen sind.

Nun meine Fragen:

Ist es möglich, ab dem Jahr 2015 doppelte Haushaltsführung geltend zu machen, obwohl ich schon länger in der Wohnung in O wohne und bisher nichts geltend gemacht habe?
Welches Datum (1.1.2013 = Verlegung des Hauptwohnsitzes nach H oder 1.1.2015 = Beginn des kostenpflichtigen Mietverhältnisses) müsste als Beginn der doppelten Haushaltsführung angegeben werden?
Könnte ggf. für 3 Monate auch der „Mehraufwand für Verpflegung" in Höhe von 24 Euro / Tag angesetzt werden?

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Dass Sie in der Vergangenheit keine doppelte Haushaltsführung geltend gemacht haben, u.a. weil Sie keine Miete gezahlt haben, ist nicht maßgeblich. Entscheidend ist allein, ob zum Zeitpunkt der Geltendmachung der Kosten für die doppelte Haushaltsführung besteht. Beginn der doppelten Haushaltsführung ist die Verlegung des Hauptwohnsitzes zum 1.1.2013.

Hinsichtlich der Verpflegungsmehraufwendungen ist es eher schwierig diese geltend zu machen; Sie sollten es aber dennoch unter Verweis auf die Rechtsprechung des FG Düsseldorf versuchen.


In den gesetzlichen Regelungen zum Abzug der Verpflegungsmehraufwendungen hat der Gesetzgeber die typisierende Regelung getroffen, dass generell bei Begründung einer Auswärtstätigkeit – also auch bei Begründung einer doppelten Haushaltsführung durch Wegverlegung des Hauptwohnsitzes vom Beschäftigungsort und Umwidmung der bisherigen Erstwohnung in einen Zweithaushalt – die Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen zu gewähren sind (FG Düsseldorf vom 9.1.2013, 15 K 318/12 E ). Hier wurde allerdings, der Hauptwohnsitz schon 2013 wegverlegt!

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 30.10.2014 | 13:51

Sehr geehrter Herr Hermes,
vielen Dank für die schnelle Beantwortung der Frage.
Eine Nachfrage zu den Verpflegungsmehraufwendungen habe ich noch:
Könnten diese doch noch dadurch geltend gemacht werden, dass ich den Beginn der DHF auf den 1.1.2015 verlege, indem ich die Wohnung in den letzten beiden Monaten des Jahres 2014 aufgebe (d.h. mich abmelde), um mich dann zum 1.1.2015 wieder anzumelden? Oder würde das einen steuerlichen Gestaltungsmißbrauch bedeuten?
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.10.2014 | 14:43

Nein, dies ändert nichts an der Tatsache, dass Sie tatsächlich schon den Wohnsitz in 2013 verlegt haben. Allein die An- und Abmeldung bei der Einwohnermeldebehörde spielt keine Rolle.

Bewertung des Fragestellers 30.10.2014 | 15:06


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