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Dienstleistungsvertrag nicht erfüllt. Was nun?


| 01.11.2014 12:43 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Bei absoluten Fixgeschäften wie Limousinenbestellungen zu bestimmten Anlässen begründet die erhebliche Verspätung/Ausfall Schadensersatzansprüche. Geschäftliche Emails sind regelmäßig abzurufen, ein Verstoß ist fahrlässig.


Guten Tag,
wir hatten im September diesen Jahres unsere Hochzeitsfeier. Dazu buchten wir eine Limousine. Den Vertrag mit dem Unternehmen schlossen wir schriftlich schon im Februar ab. In der Woche vor der Feier kontaktierten wir die Firma nocheinmal bezüglich der Limousine und einer Erweiterung der Mietdauer. Uns wurde nochmals versichert dass alles soweit in Ordnung sei. Am Tag der Hochzeitsfeier wartete meine Frau vergeblich auf die gebuchte Limousine. Als diese schon eine Viertelstunde Verspätung hatte, kontaktierten wir mehrmals die Zentrale. 10 Minuten später ging endlich jemand ran. Uns wurde am Telefon versichert dass der Fahrer kontaktiert wird und man sich bei uns meldet. Nichts davon ist geschehen.
Im Zuge dessen begann die Trauung in der Kirche eine halbe Stunde später. Zum Anschließenden Fototermin mit unserem gebuchten Fotografen und der gebuchten Location kamen wir eine Stunde zu Spät. So dass wir nur noch eingeschränkt und wirklich sehr gestresst unsere Hochzeitsfotos machten. Die Tage darauf kontaktierten wir abermals das Dienstleistungsunternehmen. Man teilte uns dann mit dass es Ihnen sehr leid tut und wir sofort unsere Anzahlung wieder bekommen, jedoch keine Entschädigung für den Teilweise ausgefallenen Fototermin. Den verschuldeten Ausfall des Mietwagens bestritt man jedoch. In weiterer Email Korrespondenz fügte man uns als Anhang das schreiben des Unternehmens hinzu, dass den Mietwagen bereitstellte. Erst in diesem Augenblick wurde uns klar dass es eine Vermittlungsplattform ist. Das schreiben beinhaltet den Ausfall des Fahrzeugs und eine Alternative zum gebuchten Fahrzeug. Diese Mail bekam der Vermittler um sieben Uhr morgens am Tage der Hochzeitsfeier. Und wir wussten nichts.


Unsere Frage ist jetzt folgende:
Haben wir Anspruch oder Aussicht auf eine Entschädigung von der Vermittlungsfirma?
Wie sollen wir nun handeln?
01.11.2014 | 14:31

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt haben Sie einen Schadensersatzanspruch gegen die Vermittlungsfirma, mit der Sie den Vertrag über die Limousine geschlossen haben.

Durch die Buchung der Limousine auf der Vermittlungsplattform sind Sie jedoch einen Vertrag mit dem Vermittlungsunternehmen eingegangen. Unabhängig von der Hauptleistungspflicht (wohl die Bereitstellung der Limousine) begründet das Vertragsverhältnis nach § 241 Abs. 2 BGB die Pflicht zur Rücksichtnahme des Unternehmens auf Ihre Rechte, Rechtsgüter und Interessen. Bei der Buchung einer Limousine speziell für eine Hochzeit ist die Dienstleistung nur zur vereinbarten Leistungszeit von Interesse, da wie in Ihrem Fall feste Zeiten (Trauung, Fototermine etc.) eingehalten werden müssen.

Da das Vermittlungsunternehmen von dem Unternehmen, welches die Fahrleistung erbringen sollte, um 07:00 Uhr des Leistungstages über den Ausfall der Limousine und mögliche Alternativen informiert wurde, hätte das Unternehmen diese Informationen an Sie weitergeben müssen. Wer im geschäftlichen Verkehr den Zugang per Email eröffnet und veröffentlicht, ist auch verpflichtet, diese regelmäßig abzurufen. Dem Vermittlungsunternehmen ist daher Fahrlässigkeit vorzuwerfen.

Da die Leistung nach der vereinbarten Fixzeit für Sie nicht mehr von Interesse war, ist das Vermittlungsunternehmen nach § 282 i.V.m. § 241 Abs. 2 BGB zum Ersatz des Ihnen entstandenen Schadens verpflichtet. Die Kosten für den teilweise ausgefallenen Fototermin (anteilig) sowie eventuell nachweislich entstandene anderweitige Mehrkosten sind daher als Schadensersatz zu ersetzen. Ob ein immaterieller Schaden zu ersetzen ist, wäre im Einzelfall zu prüfen und kann nicht pauschal beantwortet werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Christian Spielbauer

Nachfrage vom Fragesteller 01.11.2014 | 16:13

Vielen Dank für diese umfangreiche Antwort.
Wir sprechen hier von reinem materiellen Schaden
in Höhe von ca. 700€ (Anzahlung Limousine + Miete für die Fotolocation + Fotograf). Zusätzlich ist der immaterielle
Schaden aus unserer Sicht unwiederbringlich. Dieser Tag wird sich in unserem Leben nicht mehr wiederholen. Lohnt es sich Ihrer Meinung nach
, ohne Rechtschutzversicherung, rechtliche Schritte gegen dieses Unternehmen einzuleiten? Wenn ja, wie?

Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.11.2014 | 20:40

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage. Die Anzahlung der Limousine ist in jedem Fall zurückzuerstatten, die Kosten für den Fotografen und die Fotolocation zumindest anteilig. Da zumindest ein Teil des Fototermins stattgefunden hat, können Sie nicht die gesamten Kosten erstattet verlangen.

Bei einem Streitwert von 700,00 € betragen alleine die Gerihctkosten ca. 159,00 €, das Gesamtrisiko (bei eigenem und Gegenanwalt) liegt bei insgesamt ca. 682,60 € (im Falle des Unterliegens). Ich rate Ihnen angesichts der nicht unerheblichen Kosten (auch bei einem Vergleich)zunächst zu einer außergerichtlichen Geltendmachung des Schadens. Gerne berate ich Sie hierbei.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Spielbauer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.11.2014 | 16:17


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