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Dienstgespräche mit dem Privathandy


29.12.2008 14:15 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Zum 1. Oktober 2007 habe ich den Arbeitgeber gewechselt. Ich hatte nie ein Diensthandy. Mußte für alle anfallenden Telefonate mein Privathandy benutzen. Habe selber Aufträge eingeholt, mit Firmen verhandelt, mit Vertretern gesprochen etc.
Kann ich jetzt im nachhinein diese Kosten bei meinem Ehemaligem Arbeitgeber geltend machen. Ich habe sämtliche Handyrechnungen aufbewart. Einzelnachmweiß liegt vor.
Habe nie eine Provision für irgendetwas bekommen, nicht mal eine DANKE.

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Sehr geehrter Fragesteller,

Aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Grundsätzlich sollten sowohl Provisionen wie auch die Handynutzung im Arbeitsvertrag geregelt sein. Da der Arbeitsvertrag grundsätzlich keiner bestimmten Form bedarf, kann dies sowohl schriftlich als auch mündlich vereinbart worden sein. In letzterem Fall wäre eine Vereinbarung allerdings schwieriger bis gar nicht zu beweisen.
Wurde keine Vereinbarung über Provisionen getroffen, so haben Sie auch keinen Anspruch gegen den Arbeitgeber für die Einholung von Aufträgen etc.

Etwas anderes kann sich bei den Telefonkosten ergeben.
Grundsätzlich kann kein Arbeitgeber von seinem Arbeitnehmer verlangen, dass dieser von seinem privaten Telefon dienstlich telefoniert. Wurde also verlangt, dass diese Telefonate geführt wurden, kann sich ein Anspruch auf Ersatz der Kosten ergeben. Wurde es nicht verlangt, die Telefonate waren aber notwendig und im Interesse des Arbeitgebers, so ergibt sich gegebenenfalls ein Anspruch auf Ersatz der Kosten aus den Grundsätzen der Geschäftsführung ohne Auftrag. Dies ist aber im Einzelfall für jedes Telefongespräch zu prüfen. Eine generelle Aussage kann hier nicht getroffen werden. Auch kann sich hier wieder ein Beweisproblem ergeben.

Sollte eine Zahlung durch den Arbeitgeber nicht vorgenommen werden, bliebe Ihnen noch die Möglichkeit, die Telefonkosten als Werbungskosten bei der Steuer anzugeben.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)
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