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Diebstahl im Hotelzimmer


29.09.2006 11:45 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin



Hallo, wir waren im August in Ägypten. 3 Tage vor Abreise wurde uns aus dem Hotelzimmer eine komplette Kamera und 1 Handy gestohlen ( Wert 1.200€ ). Die Sache haben wir sofort bei der Rezeption und bei der Polizei angezeigt. Die Hotelmanager haben das Zimmer durchsucht sowie die Tür auf Einbruchsspuren, die Polizei kam jedoch nicht vor Ort.
Da an diesem Tage 3 Zimmer bestohlen wurden, bekamen wir Kontakt zu einem 2. Betroffenen, dessen Reisegepäckversicherung für seinen Schaden aufkam, jenes habe ich auch meiner Hausratversicherung bewiesen. Meine Hausratvers. will mich nach langem hin und her auf Kulanz mit 300€ entschädigen, da ich in der Schadensanzeige keine Einbruchsspuren angegeben hatte, zumal ich dieser Frage keine Bedeutung beimaß und ich auch kein Sachverständiger bin. Soll ich nun den Kulanzbetrag annehmen oder um den vollen Betrag streiten?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Als Anspruchsteller obliegt Ihnen die Pflicht, darzulegen und zu beweisen, dass tatsächlich ein Einbruchdiebstahl erfolgt ist.

Die Tatsache, dass bei einem Zimmernachbar eingebrochen wurde, ist ein Indiz, aber noch kein Beweis dafür, dass auch bei Ihnen eingebrochen worden sein könnte.

In der Rechtsprechung gilt der erforderliche Nachweis als nicht geführt, wenn der Nachweis von Einbruchspuren fehlt, vgl. OLG Frankfurt VersR 2001, 759.

Zudem hat das AG Köln am 3.7.2006 zum Aktenzeichen 139 C 73/06 wie folgt entschieden:

1. Ein versicherter Einbruchdiebstahl in ein Hotelzimmer ist nicht nachgewiesen, wenn keinerlei Einbruchspuren an den Zugangsöffnungen (Fenster/Türen) des Hotelzimmers vorliegen und das Öffnen der Hotelzimmertür mit einem Originalschlüssel nicht unwahrscheinlich ist.

2. Jedenfalls hat der Versicherungsnehmer aber den Versicherungsfall grob fahrlässig herbeigeführt, wenn er Schmuckstücke in einem angeblichen Wert von etwa 900,00 € offen in dem Hotelzimmer auf der Kommode zurück lässt.

Der erste Punkt folgt der zuvor erwähnten Rechtsprechung des OLG Frankfurt, darüber hinaus zu beachten ist aber auch der zweite Punkt. Wenn Kamera und Handy offen auffindbar waren, also nicht in einem Safe verschlossen wurden, trifft Sie abgesehen von der Beweislast des Einruchdiebstahls auch die Gefahr, sich grobe Fahrlässigkeit vorwerfen lassen zu müssen, wenn derartige Wertgegenstände zum offenen Zugriff bereit lagen.

Ich bitte um Verständnis, dass aus der Ferne keine abschließende Einschätzung Ihrer Erfolgsaussichten erfolgen kann, tendenziell schätze ich Ihren Chancen in einem eventuellen Rechtsstreit aber eher gering ein.

Ich bedaure Ihnen keine positivere Nachricht geben zu können, hoffe aber, Ihnen dennoch eine rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Jens Jeromin
Rechtsanwalt
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