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Diebstahl aus Hotelzimmer


| 02.12.2008 14:32 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 31.10.08 wurde mein Notebook und meine Kamera aus dem Hotelzimmer in Paris entwendet (es gab übrigens keine frischen Einbruchspuren). Ich habe den Diebstahl unverzüglich an der Rezeption gemeldet und auch am nächsten Morgen Anzeige bei der örtlichen Polizei erstattet. Der Hotelmanager verwies mich in einem kurzen Gespräch an die Versicherung des Hotels. Diese antwortete wie folgt (Originalzitat):

Dear Sir,

We contact you as insurance broker of the Campanile’s hotel regarding your loss above referenced.

After investigating on the circumstances of your loss, it appears that hotel’s rooms are fitted with an electronic key system so that we can read, with certainty, all the entries of each room.

Therefore, the liability of the hotel MERCURE is not involved in this matter.

We regret that we are not able to fulfill your claim.

We thank you for your understanding,

Kind regards,

Die Frage ist, was das Schließsystem mit der Verantwortung des Hotels zu tun hat. Es war nebenbei bemerkt kein elektronisches Schließsystem, sondern eines, welches auf Plastiklochkarten basiert. Eine lückenlose Zugangskontrolle zu jedem Hotelzimmer, wie es von der Versicherung behauptet wird, ist somit unmöglich. Ausserdem wäre ich dann fein heraus, da ich an dem Tage nachweislich von 07:30 Uhr bis 24:00 auf dem nahe gelegenen Messegelände gearbeitet habe, nur für den Fall, das die Versicherung darauf hinaus will, das der Diebstahl fingiert sein könnte.

Der Neupreis der etwa 2 Jahre alten Geräte liegt bei ca. 1350 - 1500 €. Der Wert der verlorenen Daten hat keinen Preis.

Frage:
Wie steht es um die Verantwortung des Hotels für die Dinge, die ich in meinem Hotelzimmer aufbewahre? Wie groß ist die Chance, doch noch zu einer angemessenen Entschädigung zu kommen, und zwar so, das der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis zum Ergebnis steht?

Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung!

-- Einsatz geändert am 08.12.2008 12:55:02

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Sehr geehrter Ratsuchender,

unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes beantworte ich die von Ihnen gestellten Fragen sehr gerne zusammenfassend wie folgt:

Leider handelt es sich bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt um keinen Einzelfall, insbesondere nicht in Paris. Oft sind es Hotelbedienstete, die sich unbemerkt Zutritt zum Zimmer verschaffen und dann in aller Seelenruhe auf Beutefang gehen.

Da es sich nach ihren Angaben gerade nicht um ein elektronisches Schließsystem handelte, mit welchem lückenlos alle Zugänge von Personen zu dem von Ihnen gemieteten Hotelzimmer nachvollzogen werden können, versucht sich Versicherung offensichtlich aus der Verantwortung zu stehlen. Eine Verantwortung der Haftpflichtversicherung ist dann gegeben, wenn der Versicherungsnehmer, also vorliegend das Hotel, sich Ihnen gegenüber aufgrund des Vorfalls schadensersatzpflichtig gemacht hat.

Sie haben mit dem Hotelbetreiber einen Beherbergungsvertrag geschlossen, so dass aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhalts eine Schadensersatzpflicht des Hotelbetreibers aus § 280 BGB bzw. § 823 BGB gegeben ist.

Problematisch wird allerdings sein, dass Sie nach Ihrer Schilderung den Einbruchdiebstahl nicht beweisen werden können, weshalb es meines Erachtens wenig Aussicht auf Erfolg hätte, die Angelegenheit gerichtlich klären zu lassen. Dies möchte ich Ihnen gerne nachfolgend näher erläutern:

Vor Gericht müssten Sie als Anspruchsteller beweisen können, dass ein Einbruchdiebstahl vorgelegen hat, der das Hotel bzw. den Betreiber zum Schadensersatz verpflichtet. In Ihrem Fall wird es auch auf eine Beweispflicht hinauslaufen, da die Versicherung die Schadensersatzpflicht damit einhergehend den Einbruchdiebstahl offensichtlich bestreitet.

Dies wird Ihnen aber nach ihrer Sachverhaltsschilderung wohl nicht gelingen.
Wenn der Nachweis von Einbruchspuren wie in Ihrem Fall nicht zu erbringen ist, dann gilt der Nachweis regelmäßig als unmöglich, vgl. OLG Frankfurt VersR 2001, 759.

In diesem Zusammenhang hat auch das AG Köln ( Urteil vom 3.7.2006 ;Aktenzeichen 139 C 73/06) entschieden, dass ein versicherter Einbruchdiebstahl in ein Hotelzimmer nicht nachgewiesen ist, wenn keinerlei Einbruchspuren an den Zugangsöffnungen ,also insbesondere Türen und Fenstern des Hotelzimmers vorliegen und das Öffnen der Hotelzimmertür mit einem Originalschlüssel nicht unwahrscheinlich ist.

Zudem hat das Gericht ausgeurteilt, dass ein Versicherungsschutz aufgrund grob fahrlässigen Verhaltens entfällt, wenn ein sehr wertvoller Gegenstand (im Falle des AG Köln ca. 900 €) so im Hotelzimmer aufbewahrt wird, dass er ohne weiteres durch einen Eindringling mitgenommen werden kann.

Demnach hätten Sie Ihr Notebook sowie die Kamera in den Hotelsafe legen müssen. Wären diese Gegenstände hieraus abhanden gekommen, wäre eine Ersatzpflicht des Hotelbetreibers grundsätzlich gegeben, in dem von Ihnen geschilderten Fall aber leider nicht.


Ich bedauere Ihnen keine bessere Nachricht geben zu können hoffe aber, Ihnen trotzdem eine rechtliche Erfassung des Sachverhalts ermöglicht zu haben.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen: Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag.


mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 08.12.2008 | 16:14


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