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Deutscher schon lange Jahre im Ausland erhält jetzt deutsche Firmenrente.


| 19.12.2016 20:35 |
Preis: 64,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.



Guten Abend,

ich war schon seit über 30 Jahre für deutsche Firmen in Brasilien in gehobener Stellung tätig. Bin auch schon so lange mit einer Brasilianerin verheiratet. Nachdem ich jetzt mein Rentenalter (Alter und 35 Jahre Arbeit), erhalte ich jetzt meine staalt. Rente BVA in Deutschland.
Diese wird mir auch Problemlos, ohne jeglichen Abzug auf mein deutsches Konto überwiesen.
Ich habe zusätzlich auch Ansprüche auf eine Firmenrente. Diese habe ich auch bei meiner ehemaligen Firma angefragt und ich soll diese auch, ein höherer Betrag, ca. 2.500,00 Euro erhalten.
Um eine ordnungsgemässe Auszahlung vornehmen zu können, fragte die Firma beim Finanzamt an wegen einer Steuerkarte. Die bras. Hochzeitsurkunde lag auch vor. Eine Registrierung der Ehe wurde damals lediglich auf dem Konsulat in Brasilien eingereicht. Meine Kinder sind ordnungsgemãss in Berlin registriert.

Die Überraschung war jetzt gross, als mit mitgeteilt wurde, dass ich in Deutschland den Betrag versteuern müsste, obwohl ich normalerweise meine Steuern in Brasilien bezahle.
Noch schlimmer kam es, dass ich in Steuerklasse 1 eingeordnet wurde, obwohl verheirate.
Wie ist die Rechtslage?!?!?!
Vielen Dank
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen nach erster summarischer Prüfung der Rechtslage wie folgt beantworten:

In Deutschland gilt nun seit einiger Zeit das Alterseinkünftegesetz. Somit kann eine Betriebsrente, die in Deutschland ausbezahlt wird, grundsätzlich versteuert werden.

Sie leben allerdings ausschließlich in Brasilien und haben, dies nehme ich jedenfalls an, in Deutschland keinen Wohnsitz und halten sich, wenn überhaupt, in Deutschland nur zu Besuchszwecken auf.

Sie sind daher i.S.d § 49 EStG in Deutschland lediglich beschränkt steuerpflichtig, also müssen Sie dort Ihre Einkünfte versteuern, die Sie aus Deutschland beziehen. Hierzu zählen eben auch Ihre Renten.

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Brasilien wurde 2006 gekündigt, so dass Sie hier nicht vor einer doppelten Besteuerung Ihrer Einkünfte in Deutschland und Brasilien geschützt werden.

Sie zahlen also zwei Mal steuern, könnten aber Ihre brasilianischen Steuern in Deutschland anrechnen. Ob dies auch mit deutschen Steuern in Brasilien möglich ist, kann ich nicht beurteilen.

Da weder Sie noch Ihre Frau in Deutschland leben, können Sie die Zusammenveranlagung aus § 26 EStG nicht in Anspruch nehmen.

In die Steuerklasse 3 können Sie nach § 38b Abs. 1 Nr. 3 a) EStG nicht, da Sie in Deutschland nicht unbeschränkt steuerpflichtig sind.

Sie sind daher aus § 38b Abs. 1 Nr. 1 a) bb) EStG in der Steuerklasse 1 einzuordnen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 20.12.2016 | 13:37

Herzlichen Dank für die rasche Auskunft.
Ich denke, es soweit verstanden zu haben. D.h. ich komme um die Steuer nicht herum und auch meine Ehe wird nicht berücksichtigt. Frage: ich plane eine kleine Wohnung zu kaufen, (bin ca. 3x im Jahr jeweils 4 Wochen in Deutschland) und zu finanzieren, sozusagen als Zweitwohnsitz und zahle auch eine private Krankenversicherung. Wie verhält es sich in diesem Fall. Ändert sich da was bzw. wird dies beim "Lohnsteuerjahresausgleich" berücksichtigt?!?!?

Vielen Dank und gesegnete Weihnachten

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.12.2016 | 16:05

Geren beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

Kosten, die durch die Fremdfinanzierung einer Immobilie entstehen, werden nur dann berücksichtigt, wenn diesen Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung gegenüberstehen. Da Sie selbst in der Immobilie leben werden, können Sie diese Kosten steuerlich nicht geltend machen.

Die Kosten einer privaten Krankenversicherung können Sie aber bei Ihrer deutschen Steuererklärung anrechnen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

Bewertung des Fragestellers 20.12.2016 | 16:35


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