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Deutsche Erbschafts- und Schenkungssteuer ohne deutsche Staatsangehörigkeit


| 17.05.2017 19:54 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von



Hallo,
hier ist meine Frage zur deutschen Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer:

Hintergrund:
Ich selber komme aus einem anderen Land der EU, das keine Schenkungs- oder Erbschaftssteuer in erster Linie (Eltern auf Kinder) kennt und habe die Staatsbürgerschaft dieses Landes. Eine deutsche Staatsangehörigkeit liegt nicht vor. Ich lebe aber seit einigen Jahren in Deutschland und meine Ehefrau ist Deutsche. Ich arbeite aber ausschließlich in meinem Heimatland (Grenzpendlersituation). Meine Ehefrau arbeitet in Deutschland.
Unser alleinger gemeinsamer Wohnsitz ist zur Zeit eine Eigentumswohnung in Deutschland.
Diese Wohnung gehört meinen Eltern gemeinsam, die ihren Wohnsitz in meinem Heimatland haben und noch nie in Deutschland gewohnt haben. Meine Eltern möchten mir die Wohnung nun schenken. Dies ist laut Angaben des Notars steuerfrei möglich, da der Freibetrag von 2x400000 Euro bei weitem nicht überschritten wird.
Unser zukünftiger Plan ist es aber zeitnah in meine Heimat zurückzukehren, da ich aktuell jeden Tag zu weit pendeln muss.
Die Wohnung in Deutschland möchte ich vermieten und in meinem Heimatland ein Haus bauen.
Wir hätten dann faktisch nur noch einen Wohnsitz außerhalb Deutschlands.

Nun zu meinen Fragen:
1) Angenommen wir hätten nur noch den Wohnsitz außerhalb Deutschlands (in meinem Heimatland, wo ich auch arbeite), wäre ich ja als nicht-Deutscher nicht mehr unbeschränkt erbschaftssteuerpflichtig, sondern nur noch beschränkt erbschaftsteuerpflichtig? Stimmt es, dass die 5 Jahres-Frist für mich dann nicht gilt, da ich keine deutsche Staatsbürgerschaft besitze? Im Falle einer weiteren Erbschaft von meinen Eltern (Immobilien in meinem Heimatland) würde das den deutschen Fiskus ab dem Tag meines Umziehens in mein Heimatland nicht mehr interessieren, oder?

2)Wenn meine Eltern mir jetzt die Wohnung in Deutschland schenken würden und ich zu einem späteren Zeitpunkt (z.B nächstes Jahr) in mein Heimatland zurückziehen würde, könnte das Finanzamt dann rückwirkend eine Schenkungssteuer auf die geschenkte deutsche Immobilie verlangen, da ich ja ab dem Zeitpunkt meines Umzugs nicht mehr unbeschränkt schenkungssteuerpflichtig bin, sondern nur noch beschränkt schenkungssteuerpflichtig und bei der beschränkten Schenkungssteuerpflicht die hohen Freibeträge nicht gelten?

Ich hoffe, ich konnte meine beiden Fragen verständlich formulieren.
17.05.2017 | 22:06

Antwort

von


3 Bewertungen
Basselweg 92
22527 Hamburg
Tel: +49 179 5029094
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.)
Wenn Sie Ihren Wohnsitz in ihrer EU-Heimatland verlagern, sind Sie nach Paragraph 2 Abs. 1 Nr. 3 Erbschaftssteuergesetz (ErbStG) im Falle einer Erbschaft nach ihren Eltern (Immobilien in Ihrem EU – Heimatland) lediglich beschränkt erbschaftsteuerpflichtig, da weder Sie noch ihre Eltern zum Zeitpunkt der Erbschaft gemäß Paragraph 2 Abs. 1 Nr. 1 a) ErbStG Steuerinländer wären.

In der Tat setzt die von Ihnen angesprochene sog. erweiterte unbeschränkte Erbschaftsteuerpflicht gemäß Paragraph 2 Abs. 1 Nummer 1 b) ErbStG zwingend die deutsche Staatsangehörigkeit voraus, die Sie gerade nicht besitzen. Daher ist die Fünfjahresfrist in ihrem Fall nicht zu beachten.

Dies hat zur Folge, dass die vorgenannte Erbschaft im Ergebnis nicht der deutschen Erbschaftssteuer unterliegt, denn der lediglich beschränkt erbschaftsteuerpflichtige Erwerb umfasst in diesem Fall nur das sog. Inlandsvermögen im Sinne des Paragraphen 121 Bewertungsgesetz. Nach Paragraph 121 Nr. 2 Bewertungsgesetz ist dies im Falle von Immobilien nur das inländische, also deutsche Grundvermögen.

Diese erbschaftliche Folge tritt ein, sobald sie Ihren Wohnsitz in Deutschland endgültig aufgeben und auch kein gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland anzunehmen ist.


2.)
Nein, es würde auch rückwirkend keine Schenkungsteuer fällig werden, denn für Art und Umfang der Besteuerung des schenkungsteuerpflichtigen Erwerbes sind allein die Umstände zum Zeitpunkt der Entstehung der Steuer maßgebend.

Nach Paragraph 9 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG entsteht die Steuer bei Schenkung unter Lebenden mit dem Zeitpunkt der Ausführung der Zuwendung.

Da die Schenkung der Eigentumswohnung von ihren Eltern an Sie demnächst und damit zu einem Zeitpunkt erfolgen soll, wo Sie noch Ihren Wohnsitz in Deutschland haben, besteht unbeschränkte Steuerpflicht gemäß Paragraph 2 Abs. 1 Nr. 1a) ErbStG.

Im Rahmen der unbeschränkten Steuerpflicht steht Ihnen nach Paragraph 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG bei Schenkung von Ihren Eltern
ein persönlicher Freibetrag in Höhe von jeweils 400.000 € im Verhältnis zu ihrem Vater beziehungsweise zu ihrer Mutter zu.

Im Ergebnis kann ich die von Ihnen gefundenen Ergebnisse bestätigen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Christian Korthals, Diplom-Finanzwirt (FH)

Nachfrage vom Fragesteller 17.05.2017 | 22:45

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Korthals,

vielen Dank für Ihre präzisen Erläuterungen. Ich habe auch keine weiteren Fragen mehr. Sie haben mir damit sehr weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.05.2017 | 22:52

Das freut mich. Ich bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Christian Korthals
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.05.2017 | 22:49


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