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Deutsche Bank (DB)-Abtretungsanzeige an Lindorff, imaginäre Forderung nach 8 Jahren


| 29.09.2014 12:35 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn



meine Frau, Ausländerin, hatte Konten bei der DB und diese vor über 10 Jahren aufgelöst. Jahre später, und zwar am 11.04.2006, kam ein Brief von der DB, dass sie eine Darlehens-
inanspruchnahme von € 864,21 mit Wirkung zum 23.05.2006 sofort zurückzuzahlen habe und ihr Konto hiermit gekündigt sei. Weiterhin heißt es, dass die Kontokündigung und etwaige Zwangsvollstreckungsmaßnahmen der SCHUFA mitgeteilt werden.
Meine Frau war daraufhin bei der Bank vorstellig (leider war ich nicht dabei) und bat um Aufklärung, was das für eine Forderung sei.
Nach Aussage meiner Frau erklärte ihr die DB-Mitarbeiterin, dass sich um ein Irrtum handele und die Sache gegenstandslos sei (!?):
Jetzt kam nach 8 Jahren am 19.08.2014 eine Abtretungsanzeige der DB an das Inkassungsuntermehmen Lindorff. Parallel erging ein Brief von meiner Frau an die DB und bat um Aufklärung und Stellungnahme. Dieser ist bis dato nicht beantwortet.
Aus Angst rief sie dann bei Lindhoff an und bat um Aufklärung was das für Forderung sei. Darauf erhielt sie eine Kopie des o.g. Briefes (Darlehensunanspruchnahme vom 11.04.2006) und eine Zinsaufrechnung zu einer Gesamtsumme von € 1.264,95!
Meine Frau schrieb darauf an Lindhoff einen Brief mit dem gesamten Sachverhalt und dass sie eine Forderung ohne beigebrachte Kontoauszüge nicht anerkennen wird.
Sie selbst hat keine Unterlagen aus damaliger Zeit mehr. Es war ja alles geklärt und die DB war trotz Androhungen in dem o.g. Brief nicht weiter aktiv geworden.
Frage: Wie muss meine Frau sich jetzt verhalten oder muss sie zahlen?
Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst sollte geklärt werden, ob es einen Titel gibt oder nicht und ob es bei der Schufa Eintragungen diesbezüglich gibt.

Aus einem rechtskräftigen Titel (Urteil; Vollstreckungsbescheid) kann 30 Jahre vollstreckt werden.

Zu beachten ist aber, wenn es noch keinen Titel gibt, dass Forderungen aus einem Verbraucherdarlehensbetrag nicht bereits drei Jahre nach Kontokündigung verjähren, da diese für einen Zeitraum von maximal 10 Jahren gehemmt sind (§ 497 Abs. 3 S. 3 BGB).

Wenn es tatsächlich eine Verbraucher-Darlehensschuld gibt, die die Deutsche Bank bzw. das Inkassounternehmen beweisen muss, diese aber noch nicht gerichtlich festgestellt ist, sind Hauptforderung und Zinsen begründet und auch noch nicht verjährt.

Einen möglichen Verzicht auf die Forderung durch die Bank müsste Ihre Frau beweisen.

Ihre Frau sollte sich gesprächsbereit zeigen und alle vorhandenen Unterlagen anfordern.

Erforderlichenfalls sollte sie einen Rechtsanwalt beauftragen.

Dieser kann dann in Kenntnis aller Unterlagen eine geringer Zahlung aushandeln oder die Forderung ganz abwenden.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 29.09.2014 | 15:29

Sehr geehrter Herr RA Eichhorn,

vielen Dank für die präzisen Antworten und Empfehlungen.

Bitte noch eine Erklärung zur sog. Hemmung.
Verletzt eine Bank nicht ihre Obliegenheiten zur Schadensbegrenzung, wenn sie ohne weitere Aufforderungen zum Kontoausgleich, hier in einem Zeitraum von 8 Jahren, zum Nachteil eines Kreditnehmers Zinsen generiert?
Ist dies nicht ein bewusst verfolgtes unbilliges Geschäftsmodell?

Mit freundlichen Grüssen

RT

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.09.2014 | 16:52

Sehr geehrter RAtsuchender,

Hemmung bedeutet, dass die Verjährung nicht eintritt/ die Verjährungsfrist nicht abläuft.

Die 10-jährige Hemmung ist vom Gesetzgeber ausdrücklich so gewollt, damit die Kreditinstitute nicht kurz vor der Verjährung klagen.

Da der Zinssatz vertraglich vereinbart ist, ist darin kein unbilliges Geschäftsmodell zu sehen.

In Betracht kommt hier, soweit die Forderung überhaupt besteht, die Verwirkung des Anspruchs wegen des langen Zeitraums.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.09.2014 | 15:41


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"Wäre gut wenn Fachleute bei Erklärungen s.g. Fachbegriffe, hier Hemmung, allgemeinverständlicher artikulieren könnten.
Sonst war es eine klasse Beratung."