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Deutsch-Amerikanische Scheidung


| 05.06.2017 11:49 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Bei bi-nationalen Ehen oder im Ausland geschlossene Ehen richtet sich das anzuwenende Recht des beabsichtigten Scheidungsverfahrens nach der VERORDNUNG (EU) Nr. 1259/2010 (sog. ROM-III Verordnung).


Ich bin Deutsche, lebe in Deutschland, seit knapp 5 Jahren getrennt. Mein Noch-Ehemann ist Amerikaner, geheiratet haben wir in New York im November 2012, seit Dezember 2012 getrennt. Letzter bekannter Wohnort aus 2012 ist Jersey City, New Jersey. Kein Arbeitgeber oder derzeitiger Aufenthaltsort bekannt. Er hat keinen Kontakt zu ehemaligen gemeinsamen Freunden. Ist es möglich in Deutschland geschieden zu werden? Müsste ich evtl. Unterhalt an ihn zahlen?
Wie schnell könnte eine Scheidung über die Bühne gehen und wie teuer könnte das werden?

Vielen Dank im voraus!

Mit freundlichen Grüßen
05.06.2017 | 13:28

Antwort

von


15 Bewertungen
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ob deutsches Recht für das Scheidungsverfahren gilt richtet sich nach der sog. ROM-III VO, konkret Art. 8.
Der Worlaut:

Artikel 8
In Ermangelung einer Rechtswahl anzuwendendes Recht


Mangels einer Rechtswahl gemäß Artikel 5 unterliegen die Ehescheidung und die Trennung ohne Auflösung des Ehebandes:

a) dem Recht des Staates, in dem die Ehegatten zum Zeitpunkt
der Anrufung des Gerichts ihren gewöhnlichen Aufenthalt
haben, oder anderenfalls

b) dem Recht des Staates, in dem die Ehegatten zuletzt ihren
gewöhnlichen Aufenthalt hatten, sofern dieser nicht vor
mehr als einem Jahr vor Anrufung des Gerichts endete
und einer der Ehegatten zum Zeitpunkt der Anrufung des
Gerichts dort noch seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat, oder
anderenfalls

c) dem Recht des Staates, dessen Staatsangehörigkeit beide Ehe
­gatten zum Zeitpunkt der Anrufung des Gerichts besitzen,
oder anderenfalls

d) dem Recht des Staates des angerufenen Gerichts.

Dabei wäre zunächst zu prüfen, ob eine Rechtswahl erfolgte. Ist dies nicht der Fall, so wäre Punkt a) und wenn dieser nicht einschlägig Punkt b) usw. zu prüfen. Hier käme nur Punkt d) in Betracht. Es würde das Recht des Staates des angerufenen Gerichts gelten, also deutsches Recht gelten. Konkret wäre das zuständige Familiengericht zu ermitteln.

Die Gebühren eines Scheidungsverfahrens hängen vom Einkommen ab. Auch wäre zu prüfen, ob der Versorgungsausgleich ggf. durchzuführen ist. Bei einem im Scheidungsverfahren Minimum-Streitwert von 4000,- EUR (3000,- EUR Einkommen und 1000,- EUR Versorgungsausgleich) entstehen Gebühren in Höhe von 773,50 EUR abgerechnet nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Hinzu kommen ggf. noch die Fahrt- und Reisekosten.

Soweit sie bedürftig sind, käme Verfahrenskostenhilfe in Betracht. Die Landeskasse würde dann die Kosten eines beigeordneten Rechtsanwaltes übernehmen. Es besteht jedoch eine Rückzahlungspflicht an die Landeskasse innerhalb von vier Jahren, soweit sich ihre wirtschaftlichen Verhältnisse geändert haben sollten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Malek Shaladi

Nachfrage vom Fragesteller 05.06.2017 | 13:35

Soweit ich das verstehe kann ich mich an ein deutsches Gericht wenden auch wenn sein Aufenthaltsort derzeit unbekannt ist?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.06.2017 | 13:55

Das ist eine verfahrensrechtliche Frage. Zunächst geht es darum das anzuwendene Recht zu ermitteln (hier also deutsches Rechts). Sodann muss das örtlich zuständige Gericht (Amtsgericht - Abteilung Familiengericht) angerufen werden. In Ihrem Fall wird man wohl im Wege der öffentlichen Zustellung das Problem des nicht-bekannten Aufenthaltes Ihres Ehemannes lösen können. Der hierfür bevollmächtigte Anwalt wird Ihnen aber die Details erklären müssen. Sie müssen lediglich im Besitz der Eheurkunde sein und glaubhaft machen können, dass der Aufenthaltsort trotz größter Bemühungen nicht (mehr) bekannt ist und auch nicht ermittelt werden kann.

Bewertung des Fragestellers 07.06.2017 | 07:18


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