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Dauerwohnrecht


| 09.12.2009 02:17 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich möchte einfach grundsätzlich wissen, ob man vor einem Kaufvertrag zurückscheuen söllte weil es keine übliche Eigentum sondern ein (unbefristigtes) Dauerwohnrecht (mit Heimfall!) bietet. Ich habe schon die dazu relevante Teile des Wohnungseigentumsgesetzes gelest aber ich bin nicht schlauer. Ich weiß doch daß solche Verträge hierzulande eine Rarität sind und ich wolle die Gründe dafür verstehen.
09.12.2009 | 03:33

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und gemäß der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Die Gründe für die seltene Anwendung des Dauerwohnrechts bei einem Kaufvertrag sind vielfältig.

Wesentlichster Grund dürfte aber sein, daß der Käufer lediglich ein Dauerwohnrecht, aber kein volles Eigentum erhält. Damit hat der Käufer (grob gesprochen) eher den Status eines Mieters als den eines Eigentümers und kann auch mit der Immobilie nicht machen, was er möchte, da er insbesondere durch die Heimfallklauseln eingeschränkt ist.
Andererseits ist der Käufer verglichen mit einem Mieter eher langfristig an die Immobilie gebunden, muß gleich zu Beginn eine hohe Summe aufwenden und teilweise nur durch Leistung von Entschädigungszahlungen aus dem Dauerwohnrecht herauskommen.

Daher dürften die meisten Immobilieninteressenten gleich entweder zum Eigentumskauf oder zur Miete greifen.

Allerdings ist das Dauerwohnrecht aufgrund der Rarität auch vergleichsweise unbekannt, so daß viele Interessenten schlicht mangels Kenntnis zu dieser Möglichkeit greifen.

Einen absoluten Nachteil hat das Dauerwohnrecht nicht, je nach Situation und Interessenslage kann es durchaus Vorteile haben.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


Nachfrage vom Fragesteller 09.12.2009 | 04:39

Sehr geehrter Herr Weber,

Sie schreiben: "Damit hat der Käufer eher den Status eines Mieters als den eines Eigentümers". So weit ich weiss gilt das eher für ein Dauernutzungsrecht als für ein unbefristetes Dauerwohnrechts, da das letztere veräußerlich und vererblich ist (§33 (1) des WoEigG), Vermietung kann nicht verweigert werden usw. Die einzelne Beschränkung scheint der Heimfall zu sein. Aber das alles macht den Unterschied zw. Dauerwohnrecht und Eigentum nur mysteriöser.

MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2009 | 17:22

Sehr geehrter Ratsuchender,

bitte beachten Sie, daß sich das Dauernutzungsrecht nur auf Immobilien bezieht, die nicht zum Wohnen genutzt werden, während das Dauerwohnrecht sich auf Wohnimmobilien bezieht. Das Dauerwohnrecht kann zusätzlich ein Dauernutzungsrecht für zugehörige Immobilienteile (Garten, Keller, Parkplatz etc.) umfassen.

Wesentlichster Unterschied zwischen Eigentum und Dauerwohnrecht ist, daß der Eigentümer das Eigentum an der Immobilie besitzt, während der Dauerwohnrechtberechtigte eben nur das Dauerwohnrecht in der Immobilie besitzt. Dies ist spätestens bei einem Verkauf oder bei einer Kreditabsicherungsverhandlung mit einer Bank von großer Relevanz.

Das Dauerwohnrecht kann je nach Vertragsregelung bei entsprechender Gestaltung dem Eigentum fast gleichkommen, allerdings bei entgegengesetzter Vertragsregelung auch sehr starke Einschränkungen gegenüber dem Volleigentum aufweisen.

Zudem sollten Sie den Heimfall nicht unterschätzen, da dieser je nach gegebener Vertragsregelung sehr schnell auftreten kann.

In Ergänzung der ersten Antwort sei erwähnt, daß Häuser/Wohnungen mit Dauerwohnrecht oft schwerer verkäuflich sind. Daher besteht auf Seiten der Eigentümer oft wenig Interesse, ein Dauerwohnrecht zu verkaufen und von diesen wird die Vermietung bzw. der Verkauf vorgezogen.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.12.2009 | 16:13


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