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Darf ein Anwalt für mich tätig sein und gegen mich?


20.06.2004 19:19 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von



Hallo!

Folgender Fall:
Eine Anwaltssozietät ist für meine Großmutter tätig. Es geht da um Familienstreitigkeiten.
Aufgrund des Alters wickele ich aber mit der Kanzlei alles ab. Ich nehme alle Termine mit der Anwältin aus der Kanzlei wahr, fahre dort zu Terminen hin etc.

Die Kanzlie schickt die ganze Post auch zu mir. Meine Großmutter hat mir eine entsprechende Vollmacht erteilt.

Jetzt schickt ein andere Anwalt aus der selben Kanzlei mir ein Schreiben, das sie jemand anderes gegen mich vertreten.

Ich fühle mich irgendwie verraten. Wie kann ich mit denen arbeiten, wenn die jetzt gegen mich gehen? Das Vetrauensverhältnis ist da gestört

FRAGE:

1.) Geht das überhaupt? Dürfen die das rechtlich?

2.) was kann ich machen?

3.) Kann ich - falls die das dürfen den Anwalt mit meiner Großmutter wechseln. Da die schuld sind. Wie ist es mit den Gebühren?
21.06.2004 | 09:29

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrter Rechtssuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wir müssen hier zwei Ebenen unterscheiden.

Zunächst hat Ihre Großmutter ein Mandatsverhältnis mit der Kanzlei. Sie sind für Ihre Oma "nur" empfangsbevollmächtigt für die Post und begleiten Sie zu den Gesprächen. Die Kanzlei vertritt aber ausschließlich die Interessen Ihrer Großmutter.

Andererseits hat ein Dritter nun ein Mandantsverhältnis mit der gleichen Kanzlei begründet, in dem Sie auf der Gegenseite stehen.

Sie befürchten nun eine Interessenskollision.

Gem. § 43 a Abs. 4 Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) darf ein Anwalt keine widerstreitenden Interessen vertreten. Grundlagen der Regelung sind das Vertrauensverhältnis zum Mandanten.

Bei Ihnen muß aber gerade berücksichtigt werden, daß nur Ihre Großmutter ein Mandant mit der Kanzlei hat. Außerdem greift die Regelung nur dann ein, wenn der Rechtsanwalt (oder die Kanzlei)aus demselben Sachverhalten gegenläufige Interessen vertritt.
Überschneiden sich die von verschiedenen Sachverhalte mit den daraus resultierenden Rechtsverhältnisse auch nur teilweise, so darf der Anwalt die sich daraus ergebenden Interessen nicht wahrnehmen.

Dies bedeutet für Sie:
Gibt es aus dem Mandatsverhältnis Großmutter - Kanzlei irgendwelche Interessen oder Tatsachen die überhaupt für das andere Mandantsverhältnis (Dritter - Sie) relevant sind?
Hier habe ich erhebliche Zweifel.

Ihre Oma hat eine familienrechtliche Beratung. Jetzt kann es natürlich sein, daß der gegen Sie gerichtete Fall auch ein famlienrechtliches Mandant ist. Dann stellt sich die Frage, ob die Mandante aufgrund der gleichen Tatsachen begründet und die Interessen dann auch noch gegenseitig sind.

Voraussetzung ist dann auch noch, daß der Anwalt eine andere Partei in derselben Rechtslage schon einmal mit entgegengesetzten Interessen beraten hat oder vertreten hat.

All dies trifft nicht zu. Denn Sie sind nur einmal als "Partei" betroffen.

Daraus folgt:

1. Die Kanzlei hat sich richtig verhalten. Hier sei aber nochmals darauf hingewiesen, daß ich nicht weiß, was für ein Rechtsstreit nun die Kanzlei gegen Sie führt. Handelt es sich aber z.B. um einen Forderungseinzug, ist die Tätigkeit in Ordnung.

2. Was können Sie tun?
Sprechen Sie mit der Kanzlei bzw. Ihrem Anwalt und nennen Sie Ihre Vorbehalte. Die Kanzlei wird Ihnen dann aber entgegenhalten, daß Ihre Großmutter das Mandat beauftragt hat.

3. Ihre Großmutter kann natürlich jederzeit den Rechtsanwalt wechseln.

Eine "Schuld" der Kanzlei sehe ich nicht. Ihre Großmutter wird daher die angefallenen Gebühren auf jeden Fall zahlen müssen. Außerdem wird Sie den neuen Anwalt auch zahlen müssen.

Für etwaige Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt

------------------------
Rechtsanwalt Klaus Wille
www.anwalt-wille.de
anwalt@anwalt-wille.de
Breite Str. 147 - 151
50667 Köln
Telefax: 0221/ 272 4747


Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

Köln

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