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DHL hat Express Paket falsch versendet, Schadenersatz trotz Unterversicherung?


29.08.2017 10:25 |
Preis: 30,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Zusammenfassung: Schaden durch fehlerhaftes Ablegen eines Paketes.


Hallo,

ich betreibe eine Verkaufsagentur in Paderborn. Ich habe am 03.08. ein Objektiv für 2150,- Euro verkauft, an einen Schweizer. Er wollte, dass ich es an eine Freundin in Köln sende. Dies habe ich per Express Versand getan.

Ich frankiere Pakete immer Online. Bei normalen Paketen sieht man, dass sie bis 500 Euro versichert sind, und man für 6€ das Paket bis 2500 Euro versichern kann. Bei Express gab es keine Info wie viel das Paket versichert ist, und keine Möglichkeit es mehr zu versichern. Ich bin also davon ausgegangen, da Express Versand sehr teuer ist, dass es dann wohl immer höher versichert sein wird.

Am 07.08. hat mich mein Kunde kontaktiert, dass das Paket nicht da sei. Ich habe beim Tracking nachgeschaut, dort stand dass das Paket an einem Wunschort abgelegt worden sei. Die Freundin meines Kunden sagt, sie habe nie einen Wunschort bei DHL definiert. Das Paket ist nirgendwo aufzufinden.

Ich habe heraus gefunden, dass Express Pakete gar nicht an Wunschorten abgelegt werden dürfen. Darauf hin hat DHL rausgefunden, dass das Paket versehentlich falsch versendet wurde von DHL, und nicht als Express sondern normales Paket eingebucht wurde.

Es sind also 2 Fehler bei DHL passiert, 1. dass das Paket nicht als Express gebucht wurde obwohl ich dafür bezahlt habe. Als Express hätte es nie an einem Wunschort abgelegt werden dürfen und es wäre nicht zu einem Schaden gekommen.
2. hat die Kundin keinen Wunschort definiert, es hätte also weder als Express noch als normales Paket irgendwo abgelegt werden dürfen.

DHL will mir inzwischen 500 Euro erstatten, da das Paket ja in der Höhe versichert war.

Meine Frage lautet, lohnt es sich mit einem Anwalt dagegen vorzugehen und die gesamte Artikel Summe von 2150,- Euro zu verlangen, (einzuklagen). Wäre die DHL Ihrer Arbeit vernünftig nachgekommen, wäre es ja zu keinem Schaden gekommen.
29.08.2017 | 12:24

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Schwierig ist hier die Beweislast für die behaupteten Fehler. Soweit behauptet wird, dass der Zusteller einen Fehler im Versand gemacht hat, ist dies durch Sie zu beweisen. Ebenfalls ist der Inhalt des Paketes zu beweisen.
Weiterhin ist es so, dass die Versendung selbst an einem Wunschort nicht in den Zustellungsbedingungen der Kunden angegeben wurde. Die Kunden müssen also eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, ggf. auch als Zeugen aussagen.

Inwieweit die AGB dann eingreifen und den Schaden summarisch beschränken, kann ich nicht beurteilen, da mir dazu Sachverhalt fehlt.
Eine weitere zu klärende Frage wäre die, abhängig von der Beweissituation, ob die DHL für den Frachtführer haftet, sollte dieser rechtswidrig ein Paket ohne Erlaubnis abgelegt hat.

Somit ist die Haftungssituation über die 500,00 € hinaus wohl schwierig zu gestalten. Sollte keine Begrenzung vereinbart sein können, wird die gesamte Summe eingefordert werden können.

Es ist nunmehr die Frage, ob es sich "lohnt" den Anspruch zu verfolgen. Dies hängt von den Beweisen ab und kann damit nicht pauschal beantwortet werden. Grundsätzlich würde es sich zumindest vor dem Hintergrund lohnen, zumindest die 500,00 € einzufordern.
Sie sollten definitiv mit der Aussage des Empfängers die DHL anschreiben und die gesamte Summe einfordern. Das Verschulden des Frachtführers sollte der DHL zugeteilt werden. Jedenfalls können Sie das behaupten. Die DHL müsste dann begründen, warum das nicht der Fall sein soll.

Das weitere Vorgehen würde ich dann von der Antwort, der Überprüfung der ggf. genannten Gründe und der Beweissituation abhängig machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Wübbe
(Rechtsanwalt in Köln)


Rechtsanwalt Michael Wübbe

Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2017 | 10:38

Hallo Herr Wübbe,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ihre Antwort erscheint mir etwas allgemein gehalten, zudem haben Sie meine Frage scheinbar nicht so ganz gelesen. Ich hatte gehofft dass ein Anwalt antwortet der sich genau mit dem Thema auskennt.

Den Fehler des Zustellers zu beweisen können wir machen, DHL kann keinen Beleg vorweisen dass die Frau einen Ablegevertrag unterschrieben hat. Sie würde das sicher auch eidesstattlich unterschreiben.

"Inwieweit die AGB dann eingreifen und den Schaden summarisch beschränken, kann ich nicht beurteilen, da mir dazu Sachverhalt fehlt."
Das ist Schade, wie gesagt, dann hätten Sie nicht auf meine Frage antworten sollen da ich gehofft habe wenn ich Geld für eine Antwort zahle dass diese fundiert ist.

Wie ich in meiner Frage geschrieben habe ist DHL bereits dabei mir die 500 Euro zu erstatten. Die erhalte ich in jedem Falle also schon mal. Ich möchte aber 2150,- Euro zurück haben.

Wie kann ich denn von der Frau eine eidesstattliche Aussage einholen die ich der DHL senden kann?

Es muss doch ähnliche Fälle geben wo gegen DHL geklagt wurde oder?

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2017 | 11:04

Sehr geehrter Ratsuchender,

leider haben Sie die Antwort wohl etwas missverstanden. Gern kläre ich sie noch einmal auf. Ihre Frage lautete nach den Erfolgsaussichten. Meine Mehrarbeit bestand darin, Ihnen auch noch die Beweissituation zu erklären.
Sie erhalten die 500,00 in Bezug auf die von Ihnen gewählte Versandart. Damit gestehen Sie ein, den normalen Versand gewählt zu haben. Dann haben Sie darüber hinaus auch keinen Anspruch (s.o.)

Die AGB haben Sie nicht dem Sachverhalt angehängt. Von daher kann man dazu auch nichts sagen.

Wenn Sie zur Überzeugung des Gerichts beweisen können, dass eine Ablage nicht vereinbart war (hier ist es aber so, dass der Ablageort vom Empfänger ausgewählt werden kann bei Abwesenheit), liegt ein Fehler eines Mitarbeiters der DHL vor, der der DHL zugerechnet werden kann. Jedoch kann sich die DHL damit entschuldigen, dass hier ggf. ein Fracht- und Speditionsvertrag vorliegt und damit nur gegen den Lieferanten vorgegangen werden kann und nicht gegen DHL.
Solche Regelungen sind auch in den AGB enthalten.

Bislang sind die überwiegende Anzahl der Fälle außergerichtlich geklärt worden, da die Pakete versichert waren und ein Anspruch darüber hinaus nicht bestand. Zudem wird nicht jedes Urteil so veröffentlicht, dass es einsehbar ist.
In meiner Kanzlei sind diese Fälle mit einer Ausnahme außergerichtlich geregelt worden, da ein Beweis für eine mangelhafte Verpackung nicht vorlag oder man beweisen konnte, dass das System eine Fehler gemacht hat, oder der Empfänger hier gelogen hatte und das Paket empfangen wurde.....
Die Sachverhalten sind vielfältig und es kommt immer darauf an, was man beweisen kann.

Fakt ist: das Paket wurde nicht über 500 € hinaus versichert, somit besteht auch kein Anspruch darüber hinaus. Das gelänge nur mit einem Beweis, dass der Lieferant es pflichtwidrig abgelegt oder gar nicht zugestellt hat. Dann gibt es die Situation gegen die DHL und den Zusteller persönlich vorzugehen.
Ich würde außergerichtlich erst einmal die Aussage des Kunden und seiner Freundin einholen (hier schreibt man den Kunden an und bittet darum, da man seine Ansprüche gegen die DHL gelten machen möchte), dies zusammen mit einem Anspruchsschreiben unter Frist an die DHL schicken und um Aufklärung und Anweisung des Betrages bitten. Wenn Sie die 500,00 € erhalten, können Sie diese behalten, aber im gleichen Zug ein Schreiben an die DHL schicken, dass noch ein Restbetrag fehlt, damit daraus kein Anerkenntnis wird.

Ich hoffe Ihnen jetzt gezeigt zu haben, dass die Antwort oben genau ihrer Fragestellung entsprach, ob es sich "lohnt" vorzugehen.

Beste Grüße,
RA Wübbe

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