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Frage geschrieben am 01.06.2007 02:34:00

DHL: Sendung fehlgeleitet und verwechselt - Entschädigung?

Rechtsgebiet: Transportrecht, Speditionsrecht | Einsatz: € *** | Status: Geschlossen | Aufrufe: 5478
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Da die folgende Schilderung etwas länglich geraten ist, hier vorab die Fragestellung:

Haben wir im unten geschilderten Fall ein Recht auf Entschädigung, können wir entstandene Verluste, Unkosten usw. geltend machen? Wenn ja, welches Vorgehen schlagen Sie vor?

Meine Eltern leben in Mexiko. Gelegentlich kommt es vor, dass Dokumente oder dgl. eilig zwischen Deutschland und Mexiko verschickt werden müssen - so auch am 25. Januar 2007.

An jenem Tag gab ich im Auftrag meiner Mutter in der DHL-Annahmestelle Tübingen eine Express-Sendung auf. Es handelte sich um einen A4-Umschlag mit wichtigen Dokumenten zum Versand nach Mexiko-Stadt.

Die Dame am Postschalter konnte meinen Wunsch zunächst nicht zuordnen – sie schien nicht recht zu wissen, wie sie eine DHL-Express-Sendung handhaben soll. Nach diversen Rückfragen bei Schalterkollegen ging sie ans Werk, verlangte EUR 51,-, verstaute die Sendung und händigte mir den Beleg aus.

Die übliche Laufzeit einer solchen Sendung zwischen Deutschland und Mexiko liegt bei ca. 3 bis 4 Tagen.

Die Dokumente waren dringlich, daher verfolgten wir auf der DHL-Website den Weg der Sendung. Stuttgart; Brüssel; Amsterdam... seltsamerweise befand sich der Brief am zweiten Tag (27.01.07) immer noch in Amsterdam.

Dann, am 4. Tag, tauchte die Sendung auf in - Beirut, Libanon!

Wir wendeten uns sofort an den DHL-Kundenservice. Wie sollte ein Brief, der als Express-Sendung nach Mexiko-Stadt aufgegeben worden war, ausgerechnet in den Libanon gelangen können? Und wann würde die Sendung dann Mexiko erreichen?

Eine Dame der DHL-Kundenhotline ließ wissen, dass so etwas einfach vorkomme, man werde sich darum kümmern.

Nach 8 Tagen, also am 02.02.2007, traf der Brief tatsächlich Mexiko-Stadt ein.

Der Empfänger bestätigte den Eingang der Sendung am 02.02.2007, beim Öffnen der Express-Tasche stellte sich jedoch heraus:: die angekommene Sendung war nicht unser DIN A 4-Brief, sondern ein völlig anderes Postpaket von uns unbekannten Dritten, welches von Tübingen (Baden-Württemberg) nach Schramberg (Baden-Württemberg) hätte gehen sollen und mit dem wir nichts zu tun hatten.

Wieder riefen wir den DHL-Kundenservice Deutschland an (14 ct/min). Ebenso informierten wir die eigentlichen Sender und Empfänger jenes Pakets, das fälschlicherweise in Mexiko angekommen war, vom Verbleib ihrer Sendung.

Die eigentliche Frage aber war: was war mit unserer Sendung passiert, und wo war sie jetzt? Es ging um zeitkritische Dokumente.

Die Hotline konnte dazu keinerlei Auskunft geben, abgesehen von den üblichen Floskeln ("...die Kollegen arbeiten intensiv daran, und sobald wir etwas erfahren...” usw.).

Ich begab mich daraufhin erneut in die Tübinger Postfiliale, in der ich die Sendung aufgegeben hatte, und erläuterte dem Geschäftsführer den Fall. Ich äußerte die Vermutung, dass seine Mitarbeiterin, die bei der Annahme überfordert gewirkt hatte, einen Fehler begangen haben könnte. Er bestätigte meine Vermutung, indem er einräumte, dass es durchaus sein könne: denn die Ablage-Tische für “normale Post” und “DHL” seien direkt nebeneinander, und - so sein Originalton - “ab diesem Tisch sind beide Transportwege völlig unabhängig und getrennt”.

Mehr konnte aber auch er nicht zur Klärung beisteuern. Die Sendung blieb verschollen.

Am 26. Februar 2007, traf die vermisste Sendung jedoch plötzlich ein - nicht per DHL-Express, sondern per ganz normaler Post, frankiert in Deutschland mit 4,— EUR.

Fazit:

Die DHL-Express-Sendung wurde irgendwie mit einer normalen innerdeutschen Postsendung vertauscht.

Die vermeintliche DHL-Express-Sendung ging zunächst statt nach Mexiko-Stadt nach Beirut.

Der am 25.1.2007 für EUR 51,— per DHL-Express nach Mexiko aufgegebene A4-Umschlag kam am 26.02.2007 in Mexiko-Stadt an - mit ganz normaler Post (nicht einmal Luftpost - Porto EUR 4,00).

DHL hat auf unsere Reklamationen bisher nicht im Mindesten reagiert. Es gab weder eine Entschuldigung, noch einen Entschädigungsvorschlag, noch eine Rückerstattung des Betrags von EUR 51,—.

Update: inzwischen (Ende Mai 07) wurde meiner Mutter von der DHL-Hotline eine Erstattung der EUR 51,- angeboten - allerdings unter der Voraussetzung, dass meiner Mutter dann sämtliche weiteren Ansprüche fallen läßt.

Der geschilderte Fall ist auch dokumentiert (mit Belegen usw.) unter http://homepage.mac.com/harald_r/DHL/index.html




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