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Courtage/Maklercourtage ETW Kauf


15.11.2004 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Hallo, ich habe über einen Makler eine Wohnung entdeckt. Diese sollte ursprünglich 80.000 € kosten.
Ich habe dem Makler gesagt, dass ich diese für 70.000€ kaufen würde.
Daraufhin ist der Makler mit dem Verkäufer in Kontakt getreten, woraufhin sich der Verkäufer angeblich mit diesem Preis zufrieden gab.

Anschließend habe ich ein "Objektnachweis mit Courtagetermin und Auftrag für Notartermin" beim Makler unterzeichnet, in dem sinngemäß stand, dass ich mich "auf Grund des mir gemachten Angebotes bereit erkläre, durch die Maklerfirma nachgewiesenes bzw. vermitteltes bisher nicht bekanntes Objekt (Beschreibung ETW mit Adresse) zu einem Kaufpreis von 70.000€ zu kaufen.
Erfolgt ein notarieller Vertragsabschluß, werde ich - unbeschadet eines Entgeltes von der Gegenseite- eine Courtage von 3,48% inkl. MwSt. vom Kaufpreis und etwaigen Nebenleistungen zahlen. Die Courtage ist fällig ist bei Abschluß eines Kaufvertrages.
Die ortsübliche Courtage ist zu zahlen, wenn statt des Ankaufs ein Miet-/Pachtvertrag über das angebotene Objekt oder ein Vertrag über ein anderes dem Anbieter gehörenden Objekt zustande kommt."

Kurz vor dem Notartermin, war der Verkäufer nicht mehr bereit, die Wohnung zu veräußern.
Nach ca. 1 Monat trat ich direkt mit dem Verkäufer in Kontakt, der mir erzählte, dass er nie ein Angebot über die 70.000€ vom Makler erhalten habe und auch gar nicht damit einverstanden gewesen wäre. Sein Maklervertrag ist Ende September ausgelaufen.

Nun habe ich mich direkt mit dem Verkäufer geeinigt, die Wohnung für 80.000€ zu kaufen, und habe diese auch im November gekauft.

Nun meine Fragen:
1. Muß ich die Courtage zahlen, wenn der Makler Kenntnis vom Kauf erhält?
2. Falls ja, gibt es eine Zeitspanne, nach der die Courtage entfällt, oder ist der Vertrag "ewig" gültig; und in welcher Höhe wäre die Courtage fällig, da ich einen die Courtagevereinbarung über 70.000€ unterschrieben habe.
3. Wenn ich noch eine Wohnung vom Verkäufer erwerbe, bin ich auch zur Zahlung einer Courtage an den Makler verpflichtet?

Vielen Dank im voraus!!

Mit freundlichen Grüßen
Schroeder
Sehr geehrter Anfragender,

vielen Dank für Ihre Fragen, die ich wie folgt beantworten möchte:

1.
Ja, Sie müssen die Courtage zahlen. Der Makler hat seine Arbeiten erledigt und der Erfolg (= Kauf des nachgewiesenen Objektes ist eingetreten).

2.
Der Maklerauftrag bleibt nicht ewig gültig. Aber es gibt auch keine gesetzliche Frist, die man abwarten muss. Nach der Rechtsprechung wird die Courtage solange geschuldet, wie die Leistung des Maklers für den Kaufabschluss noch nachwirkt.

Das hängt stark von den Umständen des Einzelfalls ab. Als Faustformel würde ich von ca. 2 Jahren ausgehen.

Hinsichtlich der Höhe der Courtage gehe ich von einer Berechnung nach dem tatsächlichen Kaufpreis (= EUR 80.000) aus, da (a) dieser Kaufpreis ursprünglich benannt wurde und (b) sich die Bezugnahme so in der Maklervereinbarung findet. Ob ein Richter sich auf die Zugrundelegung des ebenfalls in der Maklervereinbarung festgelegten Betrages von EUR 70.000 einlassen würde, kann nicht sicher vorhergesagt werden. Ggf. lässt sich der Makler jedoch auf einen Vergleich in dieser Höhe ein.

3.
Nein. Der Makler hat Ihnen ein bestimmtes Objekt benannt. Wenn Sie nun von dem Verkäufer weitere Objekte kaufen, fallen diese nicht mehr unter die Maklervereinbarung.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 15.11.2004 | 11:49

Vielen Dank für ihre schnelle und klare Antwort.
Was wäre denn, wenn ich sagen würde, dass ich die Wohnung anschließend im Internet gefunden habe und so in Verhandlung mit dem Eigentümer getreten bin?

2. Im Vertrag steht, dass "die ortsübliche Courtage zu zahlen ist, wenn ein Vertrag über eine anderes dem Anbieter gehörenden Objekt zustande kommt". Ist dieser Passus ungültig und verliert evtl. dadurch der gesamte Vertrag seine Gültigkeit?

Mit freundlichen Grüßen
Schroeder

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.11.2004 | 14:45

Um diese Frage richtig und abschließend beantworten zu können, müsste ich den Vertrag einmal gelesen haben.

Grundsätzlich bin ich der Auffassung, dass eine Klausel, die für jeden denkbaren zukünftigen FAll dem Makler eine Courtage sichern würde, überraschend wäre und gegen die gesetzlich e Konzeption des Maklervertrages verstieße. Daher könnte eine derartige Regelung nicht in einer AGB vereinbart werden.

Der BGH hat in anderem Zusammenhang einmal sinngemäß ausgeführt, dass eine AGB - Klausel auch im Zusammenspiel mit einer anderen Klausel unwirksam sein könnte. Ob dies auch in Ihrem FAll gelten könnte, müsste ggf. geprüft werden. Ich gehe jedoch zunächst nur davon aus, dass "nur" die Ausweitung der Zahlungspflicht unwirksam wäre.

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