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Browserspiel Ingame-Kauf - Adressdaten abfragen oder nicht?


19.04.2017 17:21 |
Preis: 40,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Wir planen die Veröffentlichung eines Browserspiels. Unsere Spieler können wenn diese möchten eine InGame-Währung gegen echtes Geld kaufen. Bei der Registrierung fragen wir die Spieler nur nach Ihrer E-Mail Adresse, wir haben somit keine Adressdaten. Sind wir als deutsches Unternehmen rechtlich verpflichtet sobald der Spieler mit Echtgeld etwas kauft die Adressdaten z.B. für die Buchhaltung in Erfahrung zu bringen?
Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Die Antwort beinhaltet des Anwalts liebste Erwiderung. „Es kommt darauf an!"

Wie wird der Abrechnungsmodus gestaltet? Kommen weitere Zahlungsdienstleister (Paypal, Sofortüberweisung, etc.) zum Zuge? Welche Beträge werden angeboten? … und sicher noch einige mehr.

Grundsätzlich bedarf es einer Nachvollziehbarkeit Ihrer Geldflüsse, insbesondere der Abflüsse, aber auch bei den Geldeingängen wird die Finanzverwaltung trotz unbarer Zahlungen misstrauischer.
Zum anderen bedarf es der Erfüllung der gesetzlichen Erfordernisse bezüglich einer Rechnungserstellung an den/die Verbraucher. Hier sein insbesondere auf § 14 UStG verwiesen.
Hieraus ergibt sich die Verpflichtung von Angaben bei Kleinbetragsrechnungen (bis 150 Euro Brutto) und der erweiterten Rechnungsangaben bei Beträgen darüber.

In Bezug auf entsprechende Kleinbetragsrechnungen möchte ich auf Ihre eventuellen Einkäufe bei Bäcker, Zeitungshändler, Zigarettenkioskverkäufer verweisen. Soweit Sie dort nicht regelmäßig einkaufen und ggf. auch eine weitergehende persönliche Beziehung pflegen, wird dieser weder Ihren Namen noch Ihre Adresse kennen. Die den gesetzlichen Bestimmungen entsprechende Registrierkasse genügt hier sogar bei Beträgen über 150 Euro.

Soweit Sie Zahlungsdienstleister in Ihr Bezahlsystem involvieren, sind diese von dort stammenden Daten als Nachweis über die geordneten Geldeingänge ausreichend, so dass darüber hinaus keine weiteren personenbezogenen Daten Ihrer Kunden den entsprechenden Geldeingängen zuzuordnen sind.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


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