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Bonus-Aktien versteuern?


15.12.2012 11:50 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Guten Tag. Mein Fall:
Am 20.11.2009 hatte ich in meinem Aktiendepot 400 Stück Reliance Industries, WKN 884241, Kurs 61,10 Euro, Gesamtwert 24.440,-Euro. Am 23.11.2009 erhielt ich mit Zuteilung 1:1 ( wie bei Aktiensplit ) 400 Bonus-Aktien, Ertrag 12.200,-Euro .Dafür mußte ich über 3.500,-Euro Katitalertragssteuern zahlen. Am 31.12.2009 hatte ich 800 Aktien mit Kurs 31,20 Euro, Gesamtwert 24.960,-Euro.
Nach 40 Jahren Spekulation mit Aktien weiß ich, daß bei Split der Gesamtwert der Aktien gleich bleibt und niemals bisher Steuern verlangt wurden.
10 M;onate Schriftwechsel mit Bank und Finanzamt blieben aber ergebnislos.
Meine Fragen an Sie:
1. Müßte ich die Bank oder Das Finanzamt verklagen? Das Finanzamt schreibt, daß es an die Bescheinigung der Bank gebun den ist.
2. Was kostet ein Rechtstreit mit Anwalts- und Gerichtskosten in etwa?
3. Ist der Fall Ihrer Meinung nach ganz eindeutig? Für oder gegen mich? Dann spare ich mir den Streit.
4. In Ihrer Antwort bitte Hinweis auf zutreffenden Paragrafen und Gesetz, womit ich nochmals gütlich zum Finanzamt gehen könnte.Möglichst mit Kurztext per Brief oder email an mich..
.........Eine gute Antwort von Ihnen ist mir 100 Euro wert.
Mit freundlichem Gruß R.Sühling
.............
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
1. Falls die Bescheinigung (Erträgnisaufstellung) der kontoführenden Bank falsch ist, müssten Sie die Bank auf Änderung bzw. Berichtigung verklagen. Falls Sie eine Herabsetzung der Kapitalertragsteuer wünschen, müssten Sie das Finanzamt verklagen bzw. gegen den zugrunde liegenden Bescheid, Einspruch und sodann Klage vor dem Finanzgericht erheben. Das Finanzamt ist grundsätzlich an die Erträgnisaufstellung der Bank gebunden.
2. Die Gerichtskosten richten sich nach dem sogenannten Streitwert und wird gemäß § 52 Abs. 4 GKG mit mindestens 1.000 € angesetzt. Der Streitwert wäre hier die erstrebte geringere Steuerbelastung aufgrund Ihres individuellen Steuersatzes. Auf der Grundlage des Streitwertes von 1.000 € ergibt sich grundsätzlich eine Belastung mit Gerichtskosten in Höhe von 220€ und Anwaltskosten in Höhe von 307,02 €. Je nach Beendigung des Verfahrens zb durch Urteil oder ohne mündliche Verhandlung können sich die Gerichts- und Anwaltskosten erhöhen oder noch verringern.
3. Bonusaktien sind Aktien, die von einer Aktiengesellschaft oder einem Dritten ohne zusätzliches Entgelt an die Aktionäre ausgegeben werden und nicht aus einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln stammen. Ob der Wert von Bonusaktien Kapitaleinkünfte, Minderung der Anschaffungskosten, sonstige Einkünfte oder ein privates Veräußerungsgeschäft darstellt, beurteilten die Gerichte und die Finanzverwaltung bis zum Jahr 2005 unterschiedlich.

Die Finanzverwaltung erfasste die zugeteilten Bonusaktien als Einkünfte aus Kapitalvermögen.

Nach Auffassung des FG Düsseldorf ist der Wert der Bonusaktien weder als (zusätzlicher) Kapitalertrag noch als sonstige Einkünfte i.S. von § 22 EStG zu versteuern. Sie stellten eine nachträgliche Minderung der ursprünglichen Anschaffungskosten dar. Nach dem BFH-Urteil vom 7. 12. 2004 sind Bonusaktien, die im Zusammenhang mit dem Erwerb junger Aktien unter der Voraussetzung versprochen werden, dass die jungen Aktien über einen bestimmten Zeitraum nicht veräußert werden, bei Einbuchung der Bonusaktien ins Depot des Steuerpflichtigen eine Einnahme aus Kapitalvermögen nach § 20 EStG. Zwar hänge die Bonuszuteilung auch mit dem Erwerb der jungen Aktien zusammen. Sie könne aber nicht diesem Anschaffungsvorgang und damit der Vermögensebene allein zugeordnet werden. Vielmehr ist es nach dem Veranlassungsprinzip für die Erzielung von Aktienerträgen ausreichend, dass der Bonusanspruch zumindest auch an die Nichtveräußerung der jungen Aktien und damit an den Weiterbestand der Aktionärsstellung gebunden gewesen sei. Die Kapitaleinnahmen sind mit dem niedrigsten Kurswert der Aktie am Tag der Einbuchung der Bonusaktien in das Depot des Steuerpflichtigen zu bewerten. Im Grundsatz ist der Streit mit der Entscheidung des BFH beendet. Am Tag der Zuteilung am 23.11.2009 sind die 400 Bonusaktien mit dem niedrigsten Kurswert an diesem Tag als Einnahme zu versteuern. Die Bank hat somit meines Erachtesn richtig gehandelt.
4. Das Aufsetzen von Schreiben ist dem Anwalt im Rahmen der hier gegebenen Erstberatung untersagt.
Ich stehe Ihnen aber gerne weiterin zur Verfügung.
Ich vertrete im Steuerrecht und Mietrecht Mandanten bundesweit.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt
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