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Bitte Fachanwalt für Arbeitsrecht: Zeugnis


07.12.2008 18:55 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Oliver Wöhler



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte darum, das Arbeitszeugnis zu überprüfen, eventuelle Änderungsvorschläge einfließen zu lassen und eine Wertung abzugeben. Gibt es versteckte Zeugniscodes?
Mit ist aufgefallen, dass sich aus dem Einleitungssatz nicht das Enddatum ergibt. Ist das vorgeschrieben?
Außerdem wird manchmal in Gegenwart geschrieben und manchmal in Vergangenheit? Wäre sehr dankbar, wenn Sie die richtige Zeitform anmerken könnten.

Vielen Dank!


Frau .., geb. …, wohnhaft …., trat am … in unsere Firma … als … ein.

Ihr Aufgabengebiet umfasste:

- …
- …
….

Frau .. war durch ihre präzise Arbeitsweise immer Vorbild für die anderen Mitarbeiter. Sie identifizierte sich stets in vorbildlicher Weise mit ihren Aufgaben und hatte eine ausgezeichnete Arbeitsmotivation. Frau .. entwickelte sehr viel und wohl überlegte Eigeninitiative und ein ausgeprägtes berufliches Engagement, auch weit über die tägliche Arbeitszeit hinaus. Sie verfügte über eine sehr gute Übersicht und Arbeitseinteilung, vor allem auch in Situationen mit erheblicher Arbeitsbelastung.

Frau … hat ein ausgezeichnetes Organisationstalent und besitzt ein umfassendes und detailliertes Fachwissen. Sie nutzt jede Chance, ihr ohnehin hervorragendes Fachwissen weiterzuentwickeln und zum Nutzen der Firma einzusetzen. Darüber hinaus ist sie bestens mit den gebräuchlichen EDV-Programmen vertraut.

Aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Auffassungsgabe ist Frau ... in der Lage, den Chef so weit zu entlasten, dass sich dieser auf die … Sachbearbeitung konzentrieren und in vollem Umfang auf fehlerfreie Arbeit der Abteilung … verlassen kann. Von ihr gefertigte Schriftstücke sind einwandfrei.

Frau .. war eine weit überdurchschnittliche und außerordentlich engagierte Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben jederzeit mit voller Einsatzbereitschaft erfolgreich erfüllte, wobei sie auch stärkstem Arbeitsanfall jederzeit gewachsen war. Daher erreichte sie auch in Ausnahmesituationen stets qualitativ und quantitativ ausgezeichnete Ergebnisse.

Frau .. delegierte Aufgaben und Verantwortung sinnvoll.

Auch im Verkehr mit Mandanten zeichnete sich Frau … durch besondere und stets gleichbleibende Freundlichkeit und Zuvorkommenheit aus. Von den Kunden wurde Frau … als kompetente und gewandte Ansprechpartnerin geschätzt. Darüber hinaus verfügte sie über die Fähigkeit, sich selbst mit schwierigen Kunden sach- und lösungsgerecht auseinanderzusetzen.

Frau .. zeichnete sich in meiner Firma als rundum äußerst qualifizierte Fachkraft mit größtem Einsatz für die Belange der Firma aus. Große Flexibilität ermöglicht es ihr, auch auf kurzfristige Änderungswünsche des Chefs einzugehen. Sie verfügte über ausgezeichnete Kenntnisse des ….

Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war jederzeit vorbildlich, kooperativ und konstruktiv. Frau .. hat durch ihre absolute Vertrauenswürdigkeit und Diskretion sowie ihre ausgeprägte Hilfsbereitschaft die Zusammenarbeit sehr positiv mitgeprägt.

Die von Frau .. gezeigten Leistungen waren stets zu meiner vollsten Zufriedenheit. Sie war eine hervorragende Fachkraft. Ihr Einsatz für meine Firma in den zurückliegenden Jahren war beispielhaft. Hierfür danke ich Frau …

Frau .. scheidet auf eigenen Wunsch zum … aus meiner Firma aus.

Für ihren weiteren beruflichen Werdegang wünsche ich ihr alles Gute.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Die Rechtsprechung räumt dem AG einen Beurteilungsspielraum bei der Gestaltung eines Zeugnisses ein. Es gibt keinen Anspruch auf einen bestimmten Wortlaut.

Es ist üblich, im Einleitungssatz den Beginn des Arbeitsverhältnisses anzugeben und nicht das Ende, dies ist nicht zu beanstanden. Auf Ihren Wunsch hin, wäre der AG aber verpflichtet am Ende einzufügen:......."scheidet auf eigenen Wunsch zum... aus der Firma aus".

Es ist ebenfalls üblich die Zeit zu wechseln und zwar dann wenn Fähigkeiten des AN beschrieben werden, wie in Ihrem Fall.
Grundsätzlich ist die Zeit Vergangenheit wenn das AV bereits beendet ist.

Es handelt sich insgesamt um ein sehr gutes Zeugnis ohne versteckte Formulierungen.

Ihre Leistung wird mit "sehr gut" bewertet, ebenso das Sozialverhalten.

Auch die Qualität der Arbeit wird mit "sehr gut" eingestuft.

Insgesamt gibt es an dem Zeugnis nichts auszusetzen, "besser" geht es fast nicht mehr.




Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2008 | 20:31

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Wöhler,

erst einmal vielen Dank!

- Klingt das Arbeitszeugnis in Ihren Augen zu gut, also unglaubwürdig?

- Was ist unter „besondere“ und stets gleichbleibende Freundlichkeit und Zuvorkommenheit zu verstehen (also was sagt das zusätzliche Wort „besondere“ aus?

- Frage zu folgendem Abs.:
„Frau .. zeichnete sich in meiner Firma als rundum äußerst qualifizierte Fachkraft mit größtem Einsatz für die Belange der Firma aus. Große Flexibilität ermöglicht es ihr, auch auf kurzfristige Änderungswünsche des Chefs einzugehen. Sie verfügte über ausgezeichnete Kenntnisse des ….“
Muss es hier nicht heißen: „ermöglichte“?

-Frage zu folgendem Abs.:
Die von Frau .. gezeigten Leistungen waren stets zu meiner vollsten Zufriedenheit. Sie war eine hervorragende Fachkraft. Ihr Einsatz für meine Firma in den zurückliegenden Jahren war beispielhaft. Hierfür danke ich Frau …"
Muss es hier nicht richtigerweise heißen: Sie ist eine hervorragende Fachkraft. Denn schließlich bin ich ja weiterhin eine Fachkraft, auch wenn ich jetzt in einer anderen Fa. arbeiten werde.

-Leider fehlt in meinem Zeugnis das Bedauern über das Ausscheiden. Ist das negativ?

Vielen Dank für Ihre Antwort.


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2008 | 18:40

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Dankes- und Bedauernsformeln sind nicht notwendiger Bestandteil des Zeugnisses, Sie haben keinen Anspruch auf Aufnahme der Formel (vgl. BAG 20.2.2001, NZA 2001, 843).
Es spricht aber nichts dagegen, den AG zu bitten dies noch aufzunehmen, als negativ würde man das Fehlen aber nicht einstufen müssen.

Das Zeugnis klingt zwar sehr positiv, aber nicht übertrieben, ich habe an der Glaubhaftigkeit keine Zweifel.
Im übrigen verbietet § 109 GewO "geheime Zeichen" in Zeugnissen, solche finden sich aber bei Ihnen nicht.

"Besonders" heißt, dass Ihre Freundlichkeit über das übliche Maß hinausging, also besonders hervorzuheben ist. Dies stimmt mit der Gesamtnote "sehr gut" überein.

Zu den Zeitformen habe ich schon etwas gesagt, hier wird hin und wieder gewechselt, was aber nicht als negativ einzustufen ist. Ich würde allein wg. des Wechsels von Gegenwart und Vergangenheit keine Änderung verlangen, grundsätzlich ist es aber sinnvoll eine Zeitform einzuhalten.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht und Familienrecht








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