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Bildungsdokumentation gem. Bildungsvereinb. NRW / VerhaltenKiTa-Leitung


26.07.2012 19:18 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Britta Möhlenbrock




Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns nach einem Rückmeldegespräch mit den Erzieherinnen unseres Sohnes in der KiTa in NRW entschlossen, die Zustimmung zur Bildungsdokumentation dem. Bildungsvereinbarung NRW im 2. Kindergartenjahr zu widerrufen.
Auslöser dafür war, dass wir in einem Rückmeldegespräch erfahren haben, dass über unseren Sohn fast ein tägliches, handschriftliches Verhaltensprotokoll inKurzform geführt wurde. Offensichtlich wurden zudem dem leider nur negative Aspekte dokumentiert, obwohl unser Sohn mit großem Spaß und vollintegriert in die KiTa geht.

Nach dem Rückmeldegespräch entschlossen wir uns zu dem Widerspruch und baten um Herausgabe der bisher erfolgten Dokumentation.

Einen Tag nach Übergabe unseres Widerspruchs erhielten wir lediglich einen Umschlag mit diversen privaten und durch die KiTa erstellten Fotos von unserem Sohn, jedoch nicht die handschriftliche Verhaltendokumentation.
Es ist nun offensichtlich auch für unseren Sohn erkennbar, dass die aufgehängten Fotos in der KiTagesstätte von ihm durch Erzieherinnen abgehängt worden sind, auch wurde uns mitgeteilt, dass er in keinen weiteren Gruppenfotos (z.B.) mehr mit aufgenommen werden würde.

Eigentlich sollten lt. der Bildungsvereinbarung dem Kind beim Widerspruch der Erziehungsberechtigten keine Nachteile entstehen, hier wird unser Sohn aber unserer Meinung nach nun bewußt ausgegrenzt, was nicht in unserem Sinne ist und beabsichtigt war.

In der Bildungsvereinbarung ist eine Bilddokumentation an keiner Stelle erwähnt. Dort ist nur von "Niederschrift" die Rede.

Auch können wir nicht nachvollziehen, warum eine Bildzusammenstellung aus privaten Fotos - quasi als Info-Mappe zum Kind und dessen Familie - hier nun aus der Gruppenmappe entfernt wird.

Wir sehen hier ein Fehlverhalten der Leitung der KiTa und bitten um Ihre Empfehlung mit dem Ziel, dass unser Kind nicht von Gruppen- oder Spielfotos ausgenommen wird und plötzlich somit ausgegrenzt wird.

Viele Dank für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Fragestellender
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 15 weitere Antworten zum Thema:
26.07.2012 | 23:23

Antwort

von

Rechtsanwältin Britta Möhlenbrock
181 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

aufgrund Ihrer Sachverhaltsangaben beantworte ich Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt:

Zweifellos hat die Leitung der Kita nicht adäquat, nicht gesetzeskonform und wohl auch pädagogisch zweifelhaft reagiert. Gesetzliche Grundlage für den Auftrag der Kita ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB III) und zu deren Ausführung in NRW das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz).

Nach § § 13 Abs. 5 KiBiz (Grundsätze der Bildungs- und Erziehungsarbeit) soll die Entwicklung des Kindes beobachtet und regelmäßig dokumentiert werden. Die Bildungsdokumentation setzt aber die schriftliche Zustimmung der Eltern voraus.

Und selbstverständlich darf sich ein Widerruf der Zustimmung bzw. ein Widerspruch gegen die Bildungsdokumentation keinesfalls negativ für das Kind (und auch nicht auf das die Eltern bzw. das Zusammenwirken von Eltern und Kita im Sinne des KiBiz) auswirken.

Nun ist aber die Frage, wie Sie am besten das tatsächliche Ziel, nämlich ein nicht ausgrenzendes Verhalten der Erzieherinnen gegenüber Ihrem Kind erreichen und da sollten Sie auch überlegen, dass es für Ihr Kind sinnvoller sein kann, erst nochmals das direkte Gespräch mit den Erziehern und der Leitung der Kita zu suchen, anstatt "rechtliche Schritte" einzuleiten.

Daher sollten Sie in einem Gespräch darlegen, dass es doch zweifellos Ihr Recht ist, der Bildungsdokumentation zu widersprechen. Und dass diese aber in keinerlei Zusammenhang mit den Fotos des Kindes stehen, welche üblicherweise in der Kita entstehen und das Sie hierfür sehr wohl ihr Einverständnis geben und es sogar wünschen, dass Ihr Sohn hieran beteiligt wird. Vielleicht handelt es sich auch nur um ein Missverständnis, dass die Kita dachte, sie wären auch nicht damit einverstanden, dass Bilder von dem Kind aufgenommen werden (auch hierfür bedarf es natürlich Ihrer Einwilligung).

In der "Bildungsvereinbarung NRW" ist nicht nur (die Selbstverständlichkeit) niedergeschrieben, dass ein Widerspruch gegen die Bildungsdokumentation zu keinerlei Nachteilen führen darf, sondern dort wird auch noch einmal auf Ihr Recht hingewiesen, jederzeit Einsicht in die Dokumentation zu erhalten und deren Herausgabe zu verlangen.

Wenn das Gespräch mit Erziehern und Kita-Leitung wider Erwarten fruchtlos verlaufen sollte, könnten Sie sich im nächsten Schritt an den Kita-Träger oder das Jugendamt wenden.

Bitte beachten Sie, dass die Erstberatung in diesem Untermenü der Plattform keiner ausführlichen Prüfung einer Sach- und Rechtslage entsprechen kann.

Ich hoffe, Ihnen Ihre Fragen im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung hinreichend beantwortet zu haben.


Britta Möhlenbrock, Rechtsanwältin

ANTWORT VON
Rechtsanwältin Britta Möhlenbrock
Norderstedt

181 Bewertungen
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