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Bettwanzen in Wohnung und späte Bekämpfung


26.09.2017 20:51 |
Preis: 52,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Fragen der Ungezieferbeseitigung in Form von Bettwanzen im Mietrecht und die Darlegungs- und Beweislast sowie Mietminderung


Meine Frage:
- Welche Ansprüche kann der Mieter tatsächlich gegen mich geltend machen und wie verhindere ich zukünftig weitere Vorwürfe und minimiere jetzt meine Kosten?

Sachverhalt:

Es geht um einen Bettwanzenbefall, der nach Aussage des Mieters von mir als Eigentümer verspätet bekämpft wurde.

Ich habe seit 1 Jahr einen Mieter in einer kleinen Wohnung. Nach einem halben Jahr, im Februar, meldet der Mieter, dass er Wanzen in der Wohnung vermutet, da er nachts gestochen wird. Er informierte mich, dass er auch schon versucht hat, Gegenmaßnahmen einzuleiten, unter anderem hat er einen teuren Dampfmob gekauft. Er erwähnte, dass er Besuch hatte und dass dieser möglicherweise die Bettwanzen eingeschleppt habe.
Ich bot ihm an, dass ich die Kosten, die er hat, übernehme, und dass er Teppiche, Vorhänge und das große Schlafsofa entfernen sollte.
Dann sollte er viel staubsaugen, reinigen und ein Luftbett kaufen und mittels doppelseitigem Klebeband versuchen die Wanzen zu bestätigen und versuchen das Versteck zu finden. Er machte das, und ich gewährte ca. 350 Euro Abzug von der Miete für die Kosten. Allerdings bestätigte er nicht die Bettwanzen.
Danach hörte ich nichts mehr, und sowohl er als auch ich hatten viel um die Ohren.
Erst Anfang Juli fragte ich nach, ob noch etwas sei wegen den Wanzen und er meinte, dass er gestochen wurde, es könne aber auch von Mücken sein. Ich sagte ihm immer, er solle sich bei mir melden, wenn etwas sei. Ich sagte aber jetzt auch, dass ich die Kosten für einen Kammerjäger übernehme, falls es notwendig wird und dass er mit dem Hausmeister sprechen solle. Ich sagte auch, ich werde mich erkundigen. Allerdings kam ich nicht dazu während der Arbeitszeit rumzutelefonieren.
Anfang August schickte er mir Fotos von Stichen und auch einer Bettwanze, und sagte, dass es jetzt schlimm geworden sei, und zwar so schlimm, dass er jetzt auf dem Balkon schläft. Wir beschlossen, einen Kammerjäger zu rufen. Allerdings waren nur noch 2 Wochen Zeit bevor er in Urlaub ging. Ich traf mich mit ihm in der Wohnung ca.1 Woche später. Wir suchten Wanzen, fanden aber "nur" Maden am Boden und hinter den Fußleisten. Ich sagte ihm ich werde einen Kammerjäger beauftragen, und er sollte mit dem Hausmeister sprechen. Ich sagte aber schon, er solle dem Hausmeister eine Vollmacht geben, um die Wohnung zu betreten (Ich selbst wohne 700 km entfernt).
Weiterhin lief der Mietvertrag im nächsten Monat aus. Ich habe einen neuen vorgelegt mit Erhöhung der Nebenkosten, da diese stark gestiegen waren. Die Kaltmiete blieb gleich. Der Mieter hatte bisher wie vereinbart die Miete bezahlt.
Danach hatte ich Probleme einen Termin mit Kammerjägern zu vereinbaren, da ich ja nicht dort wohne. Ich bat den Mieter, die Vollmacht an den Hausmeister zu geben, er war aber dann im Urlaub. Nach Rücksprache mit dem Hausmeister erfuhr ich, dass dies auch per E-Mail möglich ist. Ich schickte dem Mieter, der Engländer ist aber Deutsch spricht, einen Vordruck und bat ihn, das per E-Mail zu bestätigen. Ich erhielt keine Antwort. Kurz bevor er zurückkam gab ich ihm eine Handynummer von einem Kammerjäger, den ich informierte, dass der Mieter einen Termin mit ihm vereinbare. Der Mieter allerdings meldete sich erst einige Tage später, nachdem er beim Mieterverein war und erklärte, ich solle für die Beseitung sorgen und ihm eine andere Unterkunft zur Verfügung stellen. Sein Arbeitgeber informierte nun den Hausmeister, welcher einen Kammerjäger beauftragte. Der Termin wurde später in Absprache mit dem Mieter gemacht. Die Details erfuhr ich durch Nachfrage beim Hausmeister.
Der Kammerjäger war nun Mitte September da, der Mieter war ca. 2 Wochen in einem Gästehaus.
Der Mieter zahlte die letzte Miete nicht und führt nun folgende Ansprüche gegen mich an, nach Rücksprache mit dem Mieterverein:
- Aufgrund der Einschränkungen in den Monaten zuvor eine Mietminderung von 20 - 30 % für die Monate April, Mai, Juni, August und September, außer Juli, wo er sagte, es können auch Mücken sein.
- 2 Wochen Mietminderung von 100 %, nach Rückkehr aus dem Urlaub, wo er sich eine andere Unterkunft suchen musste
- 50 % der Kosten der anderen Unterkunft
Insgesamt über 1000 Euro.
Er bot aber an, es auf die Septembermiete, die bei 660 Euro liegt, zu begrenzen.
Meine Antwort ist, dass ich diese Ansprüche so nicht stehen lassen kann, da er annehme, dass ich die Wanzen und den Verzug der Bekämpfung zu verschulden habe. Ich erklärte, dass meine Zusage der Kostenübernahme des Kammerjägers nicht bedeutete, dass ich mich für die Wanzen verantwortlich erkläre. Ich bat ihm um eine schriftliche Aufstellung der Ansprüche seitens des Mietervereins und sagte, dass ich mich jetzt meinerseits rechtlich beraten lassen werde.
Das tue ich hiermit und möchte Sie daher bitten, die eingangs erwähnte Frage zu beantworten. Vielen Dank.
26.09.2017 | 21:52

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

In der Tat ist es an dem Mieter, konkret darzulegen und zu beweisen, dass Bettwanzen vorliegen und einen Mietmangel darstellen.
Zudem muss er Ihre rechtliche Verantwortlichkeit dafür vortragen können. All das ist meines Erachtens nach noch nicht so zu Genüge erfolgt und rechtfertigt deshalb schon dem Grunde nach nicht die Mietminderung und die anderen ersatzweise vorgenommenen Aufwendungen und den diesbezüglichen Anspruch des Mieters.

Schreiben Sie ihm das. Fordern Sie nochmals die entsprechende Miete an. Richtig ist, dass die Beauftragung eines Kammerjägers und die (anteilige) Kostentragungsregelung noch nicht dazu führte, dass Sie da irgendetwas anerkannt haben.

Sie als Vermieter haben zwar grundsätzlich die Pflicht, für hygienische Verhältnisse in der betreffenden Mietwohnung zu sorgen und dürfen nicht etwa durch Untätigkeit dem Befall mit Schädlingen Vorschub leisten.
Aber allein schon die Bemerkung des Mieters, die Bettwanzen könnten insbesondere durch einen Gast von ihm eingeschleppt worden sein, spricht gerade vollkommen gegen einen Mietmangel.

Außerdem kann ich nicht erkennen, dass Sie mit der Ungezieferbeseitigung in Verzug geraten sind. Denn das hat der Mieter entscheidend verschuldet.
Wichtig wäre also, dass insbesondere von dem Kammerjäger beziehungsweise eher einem Sachverständigen die Sachlage in fachmännischer Hinsicht beurteilt wird, was die Ursache erklärt und so weitere nachteilige Kosten für Sie verhindert.
Nach meiner ersten Einschätzung sehe ich zwar den Mieter diesbezüglich in der Pflicht, wobei es aber diesbezüglich auch schon andere Urteile gegeben hat. Daher halte ich es für angemessen, wenn man sich zunächst die Kosten eines Sachverständigen teilt und derjenige im Nachhinein die Kosten trägt, der für die Bettwanzen zur Verantwortung zu ziehen ist. Bauliche bzw. Hygienemängel kommen aber nach der derzeitigen Sachlage so nicht in Betracht und wenn ein Dritter die Bettwanzen mit eingeschleppt hat, liegt das in der Verantwortungssphäre des Mieters und dieser kann keinen Mietmangel gegenüber Ihnen geltend machen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

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