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Betrug mit Buch-Rezensionen bei Amazon


08.11.2004 07:34 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Am 30. Oktober erhielt ich eine email von *****, die mir zu denken gegeben hat. Darin schlägt jemand vor, gegen eine Gebühr von € 20.- für eines meiner Bücher eine Rezension bei Amazon.de zu platzieren. Ich kann die Rezension selbst positiv abfassen und nach Eingang meiner Zahlung wird sie unter dem Namen "des Top-500-Rezensenten ***** bei Amazon veröffentlicht.
Ich habe die Rechtsabteilung von amazon.de hiervon in Kenntnis gesetzt und hoffe, dass sie Anzeige erstatten und vor allem die schon platzierten Rezensionen von ***** löschen. Das könnte allerdings Schwierigkeiten machen, wenn der Name des Rezensenten ständig geändert wird. Weiterhin scheint es mir geboten, dass amazon auf diese illegalen Geschäfte mit einer Warnung in Amazon.de hinweist.
1) Können Sie bestätigen: Wer für Rezensionen Geld nimmt, betrügt, und der Autor, der da mitmacht, betrügt ebenfalls.
2) Ist amazon verpflichtet, der Sache nachzugehen?
3) Sollte ich, evt nach Absprache mit amazon, zum Schein auf das Angebot eingehen, um die Aufklärung voranzutreiben?
Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Es könnte eine Strafbarkeit gem. § 263 Abs. 1 StGB in Betracht kommen.

Dieser Absatz lautet:
"Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. "

Rechtlich ist das Verhalten nicht ganz einfach einzuordnen:

Die Person "schott" spiegelt anderen vor, ein Buch gelesen zu haben. Dies könnte die Erregung eines Irrtums sein.

Doch die Frage ist hier schon: was ist wenn schott das Buch wirklich gelesen hat? Dann spiegelt er nichts vor, sondern schreibt wahrheitsgemäß, daß er das Buch kennt.

Die Frage ist auch, ob er sich einen rechtswidrigen Vermögensvorteil erwirtschaftet. Denn er hätte mit Ihnen einen Werkvertrag geschlossen und diesen erfüllt. Worin liegt hier das rechtswidrige Verhalten? Denn betrachtet man den Werkvertrag nur für sich, so ist dieser nicht rechtswidrig. Es gibt eine Vielzahl von sog. Ghostwritern, die z.b. für Stars oder Sternchen ganze Bücher verfassen.

Amazon wird diesem Verhalten aber nachgehen müssen, allein um die Glaubwürdigkeit zu stärken.

An Ihrer Stelle würde ich daher nur mit Hilfe Dritter auf das Angebot eingehen (z.B. Anwalt, Polizei). Andernfalls sollten Sie das Angebot einfach ignorieren.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt






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