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Betrogen in Zertifikatsausbildung


| 14.12.2014 08:44 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Sehr geehrte Damen und Herren,
im Mai 2013 habe ich eine Ausbildung bei einer Einrichtung zur Tierphysiotherapeutin begonnen. Beim "Bildungsträger" geht man nach Impressum davon aus, dass es sich um ein Einzelunternehmen handelt.Ich habe diesem Unternehmen damals eine Anmeldung zugeschickt, die folgende Punkte für mich quasi vertraglich regelt, denn ich sehe darin das Angebot und habe dieses bewilligt, indem ich unterschrieben und abgeschickt habe:
- Meine Angaben
- Studiengang (Ablauf der Zahlung)
- Folgender Passus: Ich melde mich hiermit verbindlich zum oben gewählten Studiengang für die jeweiligen Seminare bzw. und Blockwochen und Seminarlaufzeiten an. Der Studienvertrag kommt mit dem Eingang der Studienanmeldung bei XXX zustande. In den
Studiengebühren sind je nach gewähltem Studiengang die Wochenendseminare (einmal im Monat samstags und sonntags), die Blockwochen, Skripte, Prüfungsgebühr, Existenzgründungsberatung und die Kosten für eine eventuelle
Studienverlängerung (Einzelne Seminarinhalte können nach telefonischer Rücksprache mit dem Studentensekretariat in Gruppen mit freien Plätzen nach Abschluss des Studiums bei Bedarf nochmals kostenlos zur weiteren Vertiefung besucht
werden) enthalten. *Der theoretische Unterricht sowie Praxis Hund wird am Ort der oben genannten Ausbildungseinrichtungen erteilt. Der praktische Unterricht Pferd findet in einem der Ausbildungsställe statt. Der Ort der Ausbildungsställe
kann von den oben genannten Orten abweichen. Die Teilnahme am Studium erfolgt auf eigene Verantwortung, auf Regressforderungen im Verletzungsfall während des Unterrichts wird verzichtet. XXX haftet nur für Vorsatz und grobe
Fahrlässigkeit. Dies gilt nicht für den Eintritt von Personenschäden. Mindestteilnehmerzahl sind 10 Personen. Das XXX versendet alle Informationen, das Studium betreffend, per E-Mail. Der Teilnehmer trägt dafür Sorge, dass dem XXX immer
eine gültige Mailadresse vorliegt. Bitte auch das SEPA-Lastschriftmandat (siehe Anhang 2) unterschreiben und zusammen mit der Studienanmeldung einreichen.
- Unterschreiben der Widerrufsbelehrung:
Widerrufsrecht
Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.
Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag des Vertragsabschlusses.
Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie XXX mittels einer eindeutigen Erklärung (z. B. ein mit der Post versandter Brief, Telefax oder E-Mail) über
Ihren Entschluss, diesen Vertrag zu widerrufen, informieren. Sie können dafür das beigefügte Muster-Widerrufsformular verwenden, das jedoch nicht
vorgeschrieben ist.
Zur Wahrung der Widerrufsfrist reicht es aus, dass Sie die Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.
Folgen des Widerrufs
Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, haben wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der
zusätzlichen Kosten, die sich daraus ergeben, dass Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene, günstigste Standardlieferung gewählt haben),
unverzüglich und spätestens binnen vierzehn Tagen ab dem Tag zurückzuzahlen, an dem die Mitteilung über Ihren Widerruf dieses Vertrags bei uns
eingegangen ist. Für diese Rückzahlung verwenden wir das-selbe Zahlungsmittel, das Sie bei der ursprünglichen Transaktion eingesetzt haben, es sei denn, mit
Ihnen wurde ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen wegen dieser Rückzahlung Entgelte berechnet.
Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist beginnen soll, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen, der dem Anteil
der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten Dienstleistungen im
Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag vorgesehenen Dienstleistungen entspricht.
- und schon auf dieser Anmeldung und auf der Website wird damit geworben, dass es sich um einen YYYY zertifizierten Studiengang handelt.
Ungeachtet dessen, dass Ablauf und Organisation dieser Ausbildung eine mittelschwere Katastrophe waren, traten zwischen 20 und 25 Schüler am gestrigen Tag zur Prüfung an.
Laut XXXX und YYYY bestand die Prüfung nicht nur aus 4 Teilen (jeweils 2 schriftlich, zwei mündlich) sondern auch aus 2 voneinander unabhängig zu bewertenden Abschlüssen/Zertifikaten:
1. Tierphysiotherapeut
2. Tierakupunkteur
Wir begannen mit dem schriftlichen Teil. Jeweils 100 Fragen je Sachgebiet 1. und 2. Gesamtzeit 2h:
Auf dem Deckblatt der Akupunktur (2.) war vermerkt:
Bearbeitsungszeit 120 Minuten (Also nur die Akupunktur betreffend) Bestehen wenn 75% erreicht werden, zwischen 60% und 75% wird eine mündliche Nachprüfung erforderlich. Unter 60% durchgefallen
Hier der erste Gegensatz: Das Zertifizierungsverfahren der YYYY ist online einlesbar und lautet wie folgt:
§ 11 Notenstufen
Note 1 (sehr gut) 92 % - 100 % der maximal erreichbaren Punkte
Note 2 (gut) 81 % - 91 % der maximal erreichbaren Punkte
Note 3 (befriedigend) 67 % - 80 % der maximal erreichbaren Punkte
Note 4 (ausreichend) 50 % - 66 % der maximal erreichbaren Punkte
Note 5 (ungenügend) < 50 % der maximal erreichbaren Punkte
Zur Prüfung wurde nur ein Prüfungsmaterial für jeweils 2 Studenten zur Verfügung gestellt, was die Einhaltung des zeitlichen Rahmens noch verschärfte.
Nach dem Bewertungsverfahren auf dem Deckblatt waren 50% der Teilnehmer durch die Akupunktur gefallen. Die Dunkelziffer derer, die nach dem Bewertungsmaßstab in die mündliche Nachprüfung gedurft hätten ist mir nicht bekannt. Fakt ist. Mit 69 von 100 Punkten hätte ich nach den Vorgaben des YYYY mit 3 bestanden und nach dem Deckblatt zumindest in die Nachprüfung gemusst.
Hier wurde jedoch willkürlich Vorort entschieden: "Eine Nachprüfung findet heute nicht statt, da wir bei einer so hohen Zahl an Prüflingen ja bis in die Nacht sitzen würden!"
Weiterhin wurde verkündet dass der Bildungsträger XXXX GERADE entschieden hat, dass die Prüfungen 1. und 2. nicht mehr unabhängig voneinander zu betrachten sind und alles komplett wiederholt werden muss. Man hätte als Prüfling jetzt nur die Chance wenigsten in die mündliche Prüfung des bestandenen Teils zu gehen (bei mir 1.) indem man auf die Widerholung des nicht bestandenen Teils endgültig verzichtet.
In der Zertifizierungsrichtlinie von YYYY lautet die gegensätzliche Formulierung wie folgt:
Der YYYY gibt seinen Mitgliedern die Möglichkeit nach erfolgreich absolvierter Abschlussprüfung eine Zertifizierungsurkunde mit dem Titel:
geprüfter Tierheilpraktiker YYYY
geprüfter Tierphysiotherapeut YYYY
geprüfter Tierverhaltenstherapeut YYYY
zu erlangen, um so die Fachkompetenz nach außen zu dokumentieren.
Bei Absolvierung einer Teilqualifikation der oben genannten Berufsbilder können folgende Zertifizierungen vergeben werden:
geprüfter Tierhomöopath YYYY
geprüfter Tierakupunkteur YYYY
geprüfter Hundeverhaltenstherapeut YYYY
geprüfter Pferdeverhaltenstherapeut YYYY
Unter diesen Bedingungen haben wir einer Teilnahme an den Prüfungen also nie zugestimmt.
Da wie schon berichtet, die ganze Ausbildung eine mittelschwere Katastrophe war, hatte ich mich zusammen mit einer Mitstreiterin entschieden, auf die Akupunktur zu verzichten. Der Rest der Teilnehmer wurde ungeachtet ihrem Recht auf mündliche Nachprüfung heim geschickt.
Der mündliche Teil wurde entgegen der Absprachen sofort abgehalten (normaler Weise hätte das ganze am zweiten Prüfungstag stattfinden sollen (Ich hatte hierfür am Schulstandort auch zwei Übernachtungen gebucht, die im nachhinein unnütz waren)
Im mündlichen Teil der Physiotherapie sind meine Mitstudentin und ich dann durchgefallen. Wir haben keine saubere Punktvergabe oder Einschätzung bekommen. Auch bin ich mir sicher, dass wir nach der Notenvergabe der YYYY bestanden hätten. Es wurde deutlich welch persönliche Verachtung die Dozenten gegenüber uns als Studenten hatten. Dies lässt sich nicht nur in der Prüfungssituation sondern bereits während der Ausbildung an konkreten Beispielen und unter Zeugen beweisen. Dabei heißt es doch in den Zertifizierungsrichtlinien des YYYY:
§ 10 Bewertung der mündlich-praktischen Prüfung
Der Prüfungsausschuss bewertet die Leistungen der einzelnen Prüflinge mit einer Note nach § 11
§ 18 Rechte des Antragstellers
Der Antragsteller hat das Recht auf,
gut ausgebildete, kompetente Prüfer,
unparteiische, sachliche und kompetente Information zum Verfahrensablauf,
Gleichbehandlung mit anderen Antragstellern,
Geheimhaltung und Verschwiegenheit zu persönlichen Daten, Mitteilungen, Dokumenten, die innerhalb des Verfahrens mitgeteilt, übergeben bzw. vorgelegt werden,
Zugang zu allen Dienstleistungen der Zertifizierungsstelle,
sich bei Änderungen von gesetzlichen Regelwerken, wie gesetzliche Vorschriften, Normen und Richtlinien, die Auswirkungen auf die Aufrechterhaltung der Zertifizierung haben, beim BVFT zu informieren.
Beides hat nicht zugetroffen.
Wichtig ist noch zu wissen, dass die Einrichtung XXX nicht nur selbst keine Richtlinien zur Zertifizierung ausweist, keine AGB gut zugänglich macht (meiner Meinung nach nicht mal welche existieren, da auch beim Anmeldungsformular nichts dabei war) und auf jeder Seite der Webside mit YYYY Zertifikat geworben wird.
Mein minimales Rechtsverständnis meint, dass aus diesem Grund entweder die Zertifizierungsrichtlinien von YYYY maßgebend sind oder aber das Gesetz den Fall lösen muss. Jetzt nach langer Ausführung also meine Fragen:
1. Welches Rechtsgrundlage ist in unserem Fall wirkend?
2. Haben wir ein Recht auf Erhaltung unseres Zertifikates?
3. Haben wir ein Recht auf Rückerstattung unserer Ausbildungsgebür von insgesamt 4200€ da ein Vertragsbruch vorliegt? Oder aus einem anderen Grund?
4. Haben wir vielleicht sogar Schadensersatzansprüche für Aufwendungen wie Fahrtgeld, Hotelunterkunft usw?
5. Welche Chance hat eine Sammelklage?
6. Gibt es andere rechtliche Aspekte, die unseren Fall regeln?
7. Liegt vielleicht sogar Betrug vor?
Ich danke für Ihre Antwort!
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Welches Rechtsgrundlage ist in unserem Fall wirkend? Eine gesetzliche Regelung für die oben genannte Ausbildung existiert nicht. Wenn aber hier die Ausbildungsstelle mit einem Zertifikatsystem wirbt, muss diese Ausbildungsstelle dieses System einhalten. Daher haben Sie hier ein Recht auf Abnahme und Bewertung der Prüfung nach dem Zertifikat. Dies folgt aus dem Lehrvertrag.
2. Haben wir ein Recht auf Erhaltung unseres Zertifikates? Hier ist bereits die Erbringung der schriftlichen Prüfungsleistung fraglich, da Ihnen nicht die für diese Prüfung vorgeschriebene Zeit zur Verfügung stand. Da Sie einen Teil nach dem Zertifizierungssystem bestanden haben, haben Sie einen Anspruch auf die Erteilung des Zertifikats. Hinsichtlich des anderen Teils, bei dem Sie auf die Prüfung verzichtet haben, sollten Sie per Einschreiben - Rückschein die Anfechtung bezüglich des Verzichtes wegen widerrechtlicher Drohung erklären.
3. Haben wir ein Recht auf Rückerstattung unserer Ausbildungsgebür von insgesamt 4200€ da ein Vertragsbruch vorliegt? Oder aus einem anderen Grund? Leider nein. Der Schulungsvertrag ist ein Dienstleistungsvertrag. Sie haben aber Anspruch auf eine weitere unparteiische Prüfung, die nach dem Zertifikatssystem abgehalten werden muss. Sollte die Schule diese Prüfung ablehnen, so können Sie ggf. diese Prüfung bei einem anderen Schulträger ablegen.
4. Haben wir vielleicht sogar Schadensersatzansprüche für Aufwendungen wie Fahrtgeld, Hotelunterkunft usw? Die Prüfung wurde nicht ordnungsgemäß durchgeführt. Daher haben Sie einen Schadensersatzanspruch.
5. Welche Chance hat eine Sammelklage? Eine Sammelklage kennt das deutsche Rechtssystem nur bei Kapitalanlagen. Daher muss hier jeder Schüler für sich klagen. Es besteht aber die Möglichkeit, sämtliche Klagen zusammenzufassen und eine einheitliche Klage zu bilden. Die Chancen stehen hier gut.
6. Gibt es andere rechtliche Aspekte, die unseren Fall regeln? Hier können Sie die Verzichtserklärung anfechten. Dies hat zur Folge, dass diese unwirksam wird. (vgl. oben).
7. Liegt vielleicht sogar Betrug vor? Nein. Hinweise auf einen strafrechtlichen Betrug kann ich hier nicht erkennen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2014 | 10:10

Gibt es eine Rechtsgrundlage, die besagt, dass die Schule durch die Werbung mit diesem Zertifikat, auch deren Zertifizierungsrichtlinien einhalten muss oder ergibt sich dies ausschließlich aus dem Vertragsrecht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.12.2014 | 10:17

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wer mit einem Zertifikat wirbt, der ergibt zu erkennen, dass er sich an das zertifizierte Verfahren hält. Eine ausdrückliche gesetzliche Regelung hierzu existiert nur im Kaufrecht, § 434 Abs. 1. BGB. Für einen Dienstleistungsvertrag existieren keine solche Regelungen. Durch die Angaben der Schule wurde die Richtlinie zum Zertifikat Bestandteil des Vertrages. Die AGB der Schule wurden nur dann Vertragsbestandteil, wenn diese Ihnen ermöglicht wurde, diese vor Vertragsschluss durchzulesen und nicht der Zertifizierung widersprechen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 14.12.2014 | 10:11


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