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Bestrittene Kündigung Vertrag Fitnessstudio


20.11.2014 12:01 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Anwälte,

mein Mann und ich stehen vor einem Problem:
Wir waren beide längere Zeit in einem Fitnesstudio in München. Im Sommer 2012 sind wir dann dort weggezogen. Erst haben wir im Umzugsstress ganz vergessen, dort zu kündigen, und haben eben fleißig weiter bezahlt. Erst nach einer Weile sind wir dann hin und haben nach Absenden einer Kündigung via Email, nach welcher es hieß, die Bearbeitung könne bis zu vier Wochen dauern, noch einmal persönlich vorgesprochen, um zu kündigen. Dies wurde damals wohl "erledigt", wie man und gesagt hatte. Ob man uns direkt eine Kopie oder dergleichen mitgegeben hatte, daran können wir uns nicht mehr erinnern. Nach all der Zeit haben wir auch keinen Schriftverkehr mehr hierzu.

Nun kommen plötzlich - nach längerer Zeit - Forderungen von Seiten des Studios auf uns zu, wonach mehrere hundert Euro fällig seien! Auf meine umgehende Email hin, dass dem so nicht sein könne, sondern dass es sich hier um einen Fehler handeln muss, sagt man mir nur noch "man könne keinerlei Kündigung von uns feststellen, wir müssten die Kündigung bzw. Bestätigung derselben schon beweisen, aber man könne uns freundlich in 6 Monaten aus dem Vertrag entlassen". Das ist doch eine Frechheit!

An meine alte Kündigung per Email komme ich nicht mehr heran, da ich diese von meiner alten Arbeitsadresse aus geschrieben hatte, ich aber inzwischen schon länger nicht mehr für dieses Unternehmen tätig bin.

Wie sieht hier die Situation aus?

Vielen Dank schon vorab für Ihre Antworten!
Sehr geehrte Ratsuchende,

ich stimme Ihnen vollkommen zu: Das ist eine Frechheit und kein seriöses Studio hat so eine Vorgehensweise nötig.

Aber leider ist die rechtliche Situation anders:

Derjenige, der sich auf eine Kündigung berufen will, muss den Zugang einer ordnungsgemäßen Kündigungserklärung im Streitfall beweisen.

Das Problem wird sein, dass Sie diesen Beweis Nach Ihrer Darstellung nicht führen können.

Dabei gehe ich davon aus, dass beim persönlichen Vorsprechen kein Zeuge zugegen gewesen ist. Nah Ihren Ausführungen werden Sie den Zugang der Kündigung also nicht beweisen können.

Auch die Tatsache, dass wohl so lange keine Forderungen erhoben worden sind, ändert daran wenig.

Verjährt ist die Forderung noch nicht.

Verwirkt ist die Forderung auch noch nicht:

Zwar sind zwei Jahre ein sehr langer Zeitraum, aber dass alleine reicht nicht. Es müssten weitere Umstände dazu kommen, aus denen ersichtlich wird, dass das Studio auf Beiträge verzichten wollte.

Und auch das müssten Sie wieder beweisen, was nicht gelingen wird.

Die einzige Möglichkeit wäre also lediglich, aus der Vertragslaufzeit selbst vielleicht noch etwas abzuleiten.

Denn solche Verträge unterliegen gewissen Spielregeln, können also nicht so einfach verlängert werden. Sowohl die Erstlaufzeit, als auch die Verlängerung selbst könnte vielleicht unwirksam sein. Dazu müsste man daber den kompletten Vertrag prüfen.

Eine Verlängerung um sechs Monate bei einem Monatsbeitrag bis zu 50 Euro ist nach der Rechtsprechung zulässig (BGH, Urteil vom 04.12.1996, Az.: XII ZR 193/95). Bei längeren Zeiträumen entscheiden die Gerichte eher verbraucherfreundlich.

Ob der Vertrag selbst und eine Verlängerung also in Ordnung sind, kann nur eine individuelle Prüfung ergeben.

Wenn die Verträge nicht angreifbar sein sollten, werden Sie tatsächlich sechs Monate zahlen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg
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