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Besser mit 2 Anwälten - bitte nicht durch RA WiSchö aus Hamburg


| 26.11.2008 21:44 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann





Guten Tag. Wir sind noch verheiratet, aber meine Frau will bald ausziehen. Endlich. Streitpunkt ist unser Sohn. Sie will ihn mitnehmen. Dagegen möchte ich, dass er bei mir gross wird. Er ist jetzt – erst 20 Moante alt.

Nun weiss ich, dass es scheinbar gesellschaftlicher Konsens ist, dass das Recht des Kindes auf einen Vater – nicht ernst genommen wird. Junge Kinder müssten zur Mutter. Basta.

Aus meiner Sicht sieht es etwas anders aus: Jeder Elternteil mag 40 % Chance haben, und die 20 % in der Mitte – sind abzuwägen, wer bessere Chancen und Bedingungen hat, sich um das Wohl des Kindes zu kümmern.

Ich weiss: Damit habe ich keine Chance vor deutschen Gerichten (es lebe die Entscheidung von gestern) und deutschen Jugendämtern (Frauen helfen Frauen).

Soweit Teil 1.

Teil 2 betrifft die eigentliche Frage: Ich hatte geglaubt, einen RA gefunden zu haben, der mich in dieser Frage gut unterstützt, muss jetzt allerdings erkennen, dass es erhebliche Schwierigkeiten gibt (der Anwalt fühlt sich z.T. überfordert, antwortet nicht auf mails etc.). Mit anderen Worten: Es könnte – vielleicht – mittelfristig zu einem Anwaltswechsel kommen müssen.

Frage ist daher, ob es Sinn macht, bereits jetzt einen zweiten Anwalt einzuschalten. Zum einen, um für die Möglichkeit eines Anwaltwechsels schon jetzt gerüstet zu sein, zum anderen aber, um – es klar zu formulieren – mit zwei Anwälten dem Gericht gegenüber deutlich zu machen, dass dieser Vater bereit ist, alles, aber auch alles versuchen wird, das ABR für seinen Sohn zu bekommen.

Um es klar zu sagen: Wenn man zu Gericht geht, zieht man was Ordentliches an. Ein sauberes Hemd setzt kein Recht durch. Oder manchmal vielleicht doch?

Wie wäre es mit einem zweiten Anwalt?

Auch rein praktisch betrachtet: Wie wäre des Innenverhältnis der beiden RA? Wie wäre die Arbeitsaufteilung?

Dank und Gruss


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworten möchte.

Die Chancen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Ihren Sohn zu erhalten, erhöhen sich nicht mit der Anzahl der Sie vertretenden Anwälte. Ausschlaggebend ist allein das Kindeswohl.

Gleichwohl können Sie sich natürlich von zwei Anwälten vertreten oder beraten lassen - die Zivilprozessordnung legt Ihnen da keine Zügel an.

Sie sollten aber dabei bedenken, dass Ihr bisheriger Anwalt die Hinzuziehung eines Kollegen möglicherweise als Affront oder Störung des Vertrauensverhältnisses wertet und das Mandant ggf. niederlegt. Deshalb sollten Sie, bevor Sie einen zweiten Anwalt beauftragen, mit ihm darüber reden, ob er mit einer Unterstützung durch einen zweiten Anwalt einverstanden ist. Wichtig ist, dass die Aufgabenverteilung von vornherein abgestimmt wird. Diese ist ebenfalls nicht vom Gesetz geregelt, sondern Vereinbarungssache, wobei die Anwälte jeweils untereinander absprechen müssen, wer z.B. welchen Schriftsatz verfasst.

Wenn Sie zwei Anwälte beauftragen, müssen diese sich untereinander so abstimmen, dass Ihre Interessen bestmöglich vertreten werden. Für die Aufgabenverteilung gibt es keine festen Regeln.

Die Koordination ist mitunter nicht einfach. Sie kennen sicher den Spruch von den vielen Köchen und dem Brei.

Außerdem sollten Sie bedenken, dass Sie bei Vertretung durch zwei Anwälte auch zwei Anwälte bezahlen müssen - es entstehen doppelte Kosten und der Erfolg ist zweifelhaft, denn es kommt nicht auf die Zahl der Anwälte an, sondern auf deren Qualität. Wenn *ein* kompetener Anwalt nicht ausreicht, um das Gericht davon zu überzeugen, dass das Kindeswohl es gebietet, Ihren Sohn bei Ihnen zu belassen, werden das auch zwei nicht schaffen.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Es ist durchaus legitim, sich von mehr als einem Anwalt vertreten zu lassen. Vier Augen sehen mehr als zwei. Aber Sie sollten sich gerade in einer Sorgerechtssache, in der es nur auf das Kindeswohl ankommt, nicht zu viel davon versprechen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen und die weitere Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.



Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




Nachfrage vom Fragesteller 04.12.2008 | 19:35


Vielen Dank für die Antwort. Ich hoffe, folgendes gilt noch als "Nachfrage". Wenn nicht, bitte Vorschlag machen:

In der Tat brach das vermutete Problem mit dem (ersten) Anwalt auf. Er vertritt die Meinung, dass ich ihn in meinem Fall (ABR, später sicher auch Scheidung) zu sehr beanspruche.

Durch Fragen, Mails, Hinweise etc. - Leider vor allem auch deshalb, weil Fragen einfach nicht beantwortet werden (was ja durch kurze Kommentare an mails einfach möglich wäre).

Er bittet nun rückwirkend (!) um ein Zeithonorar von 220 Euro (MWSt. nicht ausgewiesen).

Erhalten hat er schon 595 für ABR und 226,10 für allgem. Beratung (vor Trennung).

Als "Mandate" hat er nun auch AEBR II (?), Kindesunterhalt und Trennungsunterhalt aufgelistet, allerdings noch ohne Betrag.

Tja.

Dieser erste Anwalt ist natürlich im Thema drin,aber irgendwie denke ich, ist es keine gute Arbeitsatmosphäre, ich ich als ohnehin schon verängstigter Vater jetzt auch noch Angst haben muss, meinem RA eine Frage zu stellen.

"Nachfrage" (räusper): Ist 220 E
- pro Stunde
- Rückwirkgend :-(
angemessen und ok?

Habe ich ggf. wegen der anderen "Mandats-Punkte" noch weitere Kosten zu befürchten?

Oder sollte ich doch lieber wechseln?

Was raten Sie?

Oder noch einfacher: Kann ich mich selbst vertreten und schnell endlich alles Schreiben beantworten, die mein Antwalt liegen gelassen hat?

LG nach Köln.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.12.2008 | 20:37

Sehr geehrter Ratsuchender,


selbst vertreten können Sie sich natürlich auch, da im Sorgerechtsverfahren kein Anwaltszwang besteht.

Ob dies sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt, denn nur ein gewiefter und erfahrener Familienrechtsexperte weiß, auf was es ankommt.

Ich rate daher von einer Selbstvertretung ab.

Was die von Ihrem Anwalt übersandte Kostennote betrifft, lässt sich aus der Entfernung schlecht abschätzen, ob die vorgeschlagene Honorarvereinbarung fair ist - bei einer Abrechnung nach dem RVG auf der Basis gesetzlicher Gebühren dürften aber weit höhere Kosten anfallen.

Ich kann auch nicht abschätzen, ob Sie wegen weiterer Angelegenheiten noch mit Rechnungen rechnen müssen.

Sie sollten die Übersendung der Rechnung zum Anlass nehmen, Ihren Anwalt um ein klärendes Gespräch zu bitten. Er muss Ihnen Ihre Fragen nach den Kosten transparent beantworten. Gelingt ihm das nicht und haben Sie Zweifel, bei ihm noch in guten Händen zu sein, sollten Sie einen Anwaltswechsel vornehmen, da ein gesundes Vertrauensverhältnis zwischen Mandant und Anwalt jedenfalls nach meiner Berufsauffassung unabdingbar ist.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Schwartmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 05.12.2008 | 00:09


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