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Beschädigung im Bad


| 04.12.2014 17:49 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wohne seit Juni 2014 im ersten Stock eines vierstöckigen Altbaus.

Bie der Wohnungsübergabe im Sommer sind im Bad einige kaputte Bodenfliesen (sind nach unten abgesackt) sowie die dazugehörigen Fugen aufgefallen. Die Vermieterin hat explizit darauf hingewiesen und uns mitgeteilt, dass wir uns melden sollen, sollten weitere Fugen aufbrechen oder weitere Fliesen ebenfalls nach unten absacken.

Am 30.10.2014 hat der Mieter unter mir festgestellt, dass bei ihm im Bad Wasserflecken an der Decke sind. Ein Mitarbeiter der Hausverwaltung kam daraufhin vorbei und hat sich den Boden bei uns im Bad angeschaut. Beim energischen auf- und abwippen auf den Listen hat man ein schmatzendes Geräusch gehört.

Ein am 02.11.2014 erscheinender Mitarbeiter einer Sanitärfirma hat sich daraufhin die ganze Sache genauer angeschaut. Er hat nun festgestellt, dass das Bad wohl bei der letzten Sanierung / Einrichtung nicht sauber gefliest und abgedichtet wurde sowie die Fugen an der Badewanne teilweise beschädigt sind. Dadurch ist Wasser unter die Fliesen gelaufen und hat zu dem Wasserschaden geführt.

Am 10.11.2014 wurden dann im Bad Trocknungsgeräte aufgestellt. Um diese zu installieren, wurden ca. die Hälfte der Bodenfliesen herausgenommen. Dabei wurde festgestellt, dass an verschiedenen Stellen der Boden nur aus Holz besteht über den drübergefliest wurde. An einer Stelle hat sich nun die Feuchtigkeit so stark festgesetzt, dass ein ca 2m² großes Loch mitten im Bad zurückgeblieben ist, wo vorher ein Holzbrett war, welches sich praktisch in Erde aufgelöst hat.

Die Trocknungsgeräte standen nun für 16 Tage im Bad und wurden letzte Woche am 26.11.2014 abgebaut.

Für den Kostenvoranschlag des Bades kam heute, am 04.12.2014, ein Mitarbeiter einer anderen Sanitärfirma, da die Partnerfirma der Hausverwaltung zurzeit komplett ausgebucht ist.
Dieser hat nun das Bad untersucht und mir mitgeteilt, dass das Bad komlett saniert werden muss, da eine Reparatur wegen fehlender Fliesenabdichtung und des größeren Schadens am Boden sinnlos sei. Eine solche Sanierung wird ca. 3 Wochen in Anspruch nehmen. Entsprechendes teilt er auch der Hausverwaltung mit.

Für die Zeit wo die Trocknungsgeräte im Bad aufgestellt waren, habe ich einvernehmlich mit der Vermieterin eine Mietminderung von 15% auf die Kaltmiete vereinbart. Eine schrifltiche Bestätigung hierfür liegt mir vor.

Meine Fragen sind nun folgende:

- Darf ich weiterhin eine Mieminderung aufgrund des Lochs im Boden des Badens in Anspruch nehmen? Wenn ja, welche Höhe ist angemessen?
- Wie verhält es sich bei der Zeit für die Sanierung?
- Im Übergabeprotokoll wurden die kaputten Fliesen nicht vermerkt. Dies ist mir leider erst jetzt aufgefallen. Stellt das ein Problem dar?
- Welche weiteren Maßnahmen sollte ich bezüglich des ganzen Vorganges treffen?

Weitere Infos:
- Eine Nutzung des Dusche, der Toilette und der Waschmaschine war über den kompletten Zeitraum weiterhin möglich. Dies wurde von jedem einzelnen Mitarbeiter der Sanitärfirmen bestätigt bzw. das Bad von einem notdürftig versorgt (Fugen mit Panzerband abgeklebt). Wir wurden auf eine bestimmte Art zu duschen hingewiesen, die wir eingehalten haben.
- Jeder Mitarbeiter einer Sanitärfimra der hier gewesen ist, hat mir bestätigt, dass der Schaden bereits seit längerem bestehen muss als seit Juni 2014.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Das Vorhandensein des Loches im Boden des Badezimmers stellt keinen "vertragsgemäßen Zustand" dar, so dass grundsätzlich ein Minderungsgrund gegeben ist. Das Loch scheint nach Ihren Angaben die Nutzbarkeit des Badezimmers nicht wesentlich einzuschränken, insbesondere sind Waschbecken und Dusche/Wanne nach wie vor nutzbar. Daher halte ich eine Mietminderung von 5 % für angemessen, insbesondere, wenn das Loch durch Planken abgedeckt werden kann.

Für die Zeit der Sanierung ist das Badezimmer insgesamt nicht zu benutzen. Für solche Fälle wurden in der Rechtsprechung Minderungen von 1/3 = 33,3 % (bezogen auf die Zeit der Sanierung) für angemessen erachtet.

Grundsätzlich kann es ein Problem darstellen, wenn vorhandene Schäden nicht im Übergabeprotokoll vermerkt sind, da dieses rechtlich ein negatives Schuldanerkenntnis darstellt. In Ihrem Fall dürften die Gesamtumstände aber belegen, dass Sie die Beschädigung der Fliesen nicht zu verantworten haben, da die Fachleute ja schon eine unsachgemäße Verlegung der Fliesen festgestellt haben.

Für die nahe Zukunft ist zu empfehlen, ein "Bautagebuch" zu führen, d.h. taggenau zu vermerken, inwieweit der Gebrauch Ihrer Wohnung bzw. des Badezimmers eingeschränkt oder nicht möglich war, und welchen Unannehmlichkeiten Sie ausgesetzt waren. Ferner empfiehlt sich die Erstellung einer entsprechenden Fotodokumentation. Dies ist ratsam, um ggf. künftige Minderungen leichter nachweisen zu können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 04.12.2014 | 19:37


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"Sehr schnelle und kompetente Antwort. Hat mir die nötige Sicherheit gegeben um meine Sache dem Vermieter anschaulich zu erklären. Gerne jederzeit wieder."