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Berufsbezeichnung ohne Abschluss


31.12.2016 11:45 |
Preis: 35,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von



Guten Tag,

Ich habe Abitur gemacht und mein Studium der Sprachen nicht abgeschlossen. Ich war lange Zeit als Designhändlerin selbständig tätig und habe nach der Geburt meiner Kinder 2005 begonnen mein Konzept zur prozessorientierten Potentialentfaltung im Kreativbereich mit Kindern und Jugendlichen zu entwickeln.
Dies habe ich erst 2 Jahre lang im Ogata-Bereich als Honorarkraft und danach als Leiterin des Kreativbereiches einer freien Schule 6 Jahre lang professionell ausgeübt . Ich hielt Referate vor Besuchern der Schule, (Studenten aus Deutschland und Holland , Eltern ) und bot Workshops, dieses spezielle, von mir entwickelte Konzept betreffend, an. Das Interesse war sehr groß, da es sich um ein innovatives Konzept zur Kreativitätsförderung handelt.
Da ich mich aus dem Schulbereich nun verabschiedet habe und mich neu orientieren will, brauche ich für die Arbeitsagentur eine Berufsbezeichnung oder Qualifikaton.

Meine Frage:
Welche Berufsbezeichnung darf ich wählen ? Als Kunstpädagogin muss man studiert haben, aber als Assistentin oder Erzieherin möchte ich nicht eingestuft werden, da meine Tätigkeit weit über die eines Erziehers hinausging. Der Schwerpunkt des Konzeptes liegt auf dem künstlerischen Aspekt.

1. Gibt es eine angemessene Berufsbezeichnung ?
2. Wird diese Tätigkeit als Ersatz für eine Ausbildung oder einen Abschluss angesehen ?
3. Wie hat die AfA mich einzustufen ?

Vielen Dank, Patrizia Ricci

Einsatz editiert am 31.12.2016 13:25:31
31.12.2016 | 14:53

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1) Sie dürfen alle Berufsbezeichnungen verwenden, die nicht geschützt sind.
In Ihrem Fall wäre möglich: Dozentin, Trainerin, Lehrbeauftragte, Pädagoge, Multiplikatorin ...

2) Als Ersatz für eine Ausbildung wird je nach Beruf und Regelwerk eine jahrelange Beschäftigung in dem jeweiligen Fachbereich angesehen.

3) Generell bekommen Sie ALG 1 auf Basis Ihres letzten Verdienstes. Sollte die Berechnung nicht möglich sein, wird ein fiktives Arbeitsentgelt gem. § 152 II SGB III zugrunde gelegt.
In welche Gruppe man Sie genau einordnen wird kann ohne die genaue Aktenlage zu kennen nicht gesagt werden.
Auf Grund der Beschreibung würde ich Sie in die Gruppe Qualifikationsgruppe zwei oder drei einordnen.

Sollte es zu Problemen mit der Arbeitsagentur kommen oder eine niedrigere Einstufung erfolgen, sollten Sie Widerspruch einlegen und durch einen Anwalt Akteneinsicht beantragen und den Widerspruch dann anwaltlich begründen lassen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Florian Brödel

Nachfrage vom Fragesteller 31.12.2016 | 21:41

Sehr geehrter Herr Brödel,
vieln Dank für die schnelle Antwort. Allerdings bezieht sich meine Frage zu Punkt 3 nicht auf die Einstufung der Gehaltsklasse, sondern auf die Berufsgruppe und den Ausbildungsstatus. Nur dies ist mein Anliegen.
Was heißt "je nach Beruf und Regelwerk" ?
Ich bräuchte eine angemessene Berufsbezeichnung, auch für das Arbeitsamt, zur Vermittlung einer Arbeitsstelle, aber auch für Bewerbungen.
Ich bin erstaunt, dass ich mich Pädagoge nennen darf ohne studiert zu haben.
Darf ich den Begriff "Kunstpädagogin" wählen ? Oder "Lehrbeauftragte für prozess- und potentialorientierte Kreativförderung" ? Der Begriff "Lehrbeauftragte" setzt keinen konkreten Lehrauftrag voraus ?
Die Afa wußte gar icht wovon ich rede, als ich meinte, dass eine langjährige Tätigkeit einer Ausbildung gleichgestellt ist. Wo kann man das nachlesen ?
Vielen Dank und bis Sie das gelesen haben, wahrscheinlich auch ein frohes, neues 2017

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.01.2017 | 15:50

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Je nach Beruf und Regelwerk bedeutet, dass bei manchen Ausbildungsberufen von der IHK (Industrie- und Handelskammer) auch eine Abschlussprüfung abgelegt werden kann, ohne dass man eine Ausbildung gemacht hat, nämlich dann wenn man eine gewisse Zeit in dem Beruf gearbeitet hat. Manchmal wird auch die jahrelange Ausübung einer angelernte Tätigkeit einem gelernten Beruf gleichgesetzt. Pauschal lässt sich darüber aber keine Auskunft treffen, dazu müssten Sie für jeden in Frage kommenden Beruf die jeweils zuständige Kammer befragen.

Es gibt heutzutage sehr viele "erfundene" und ungeschützte Berufe. Wichtig ist nur, dass Sie tatsächlich über die Befähigung verfügen. Sie können sich nicht Personaltrainer nennen, wenn Sie tatsächlich Konditorin sind und keinerlei Erfahrung im Personalwesen haben. Dies könnte nach dem UWG eine irreführende und unlautere Werbung sein. Wenn Sie aber "gelehrt" haben, können Sie sich jederzeit Trainerin oder Dozentin, freie Kunstlehrerin, Kunsttherapeutin, Unternehmensberaterin ... nennen.

Bei Lehrbeauftrage sollten Sie schon auch konkret lehren. Ansonsten würde ich eher Begriffe wie Trainerin oder Dozentin verwenden.

Bezüglich der Gleichstellung von Ausbildung und langjähriger Tätigkeit gilt das oben gesagte. Hier ein Beispiel für den Beruf der Erzieherin:

Staatliche Anerkennung als Erzieher/in
Die staatliche Anerkennung als Erzieher/in erhält auf Antrag, wer nach dreijähriger erfolgreicher Ausbildung gemäß Fachschulverordnung Sozialwesen an Fachschulen im Fachschulbildungsgang Sozialpädagogik die Prüfung als Erzieher/in bestanden hat und die übrigen Voraussetzungen nach dem Brandenburgischen Sozialberufsgesetz erfüllt. Die Zuständigkeit und das Verfahren für die Erteilung der staatlichen Anerkennung ist in der Soziale Berufe-Durchführungsverordnung geregelt. 
 
Die staatliche Anerkennung als Erzieher/in kann auf Antrag gemäß Erzieheranerkennungsverordnung auch erhalten, wer in dem in Artikel 3 des Einigungsvertrages genannten Gebiet einen Abschluss in Erzieherberufen erworben hat, eine ergänzende Qualifizierung sowie entsprechende Berufspraxis nachweisen kann. 
 
Die Erteilung der staatlichen Anerkennung von Abschlüssen in Erzieherberufen, die außerhalb der Bundesrepublik Deutschland erworben worden sind, kann nach Brandenburgischem Sozialberufsgesetz dann erfolgen, wenn die Ausbildung hinsichtlich Dauer und Inhalt keine wesentlichen Unterschiede zu der nach diesem Gesetz geregelten Ausbildung aufweist und die übrigen Voraussetzungen nach dem Brandenburgischen Sozialberufsgesetz erfüllt sind. 

Hier würde eine reine Tätigkeit ohne Ausbildung auch nach jahrelanger Ausübung nicht ausreichen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen etwas weiterhelfen und wünsche Ihnen ein gutes erfolgreichen Jahr 2017.

ANTWORT VON

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