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Berliner Testament - Erbfolge


29.12.2008 18:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Ehepaar A verfügt ein Berliner Testament mit der Klausel, dass nach Ableben des letzten Ehepartners die Kinder zu gleichen Teilen erben (3 Kinder) und im Falle des Ablebens eines Kindes dessen Kinder erbberechtigt sind.
Erstellung des Testamentes im Beitrittsgebiet - Ableben des letzten Ehepartners 1994.

Ein Kind - Ableben 1995 - hat wiederum ein Berliner Testament (1991) mit Pflichtteilsklausel errichtet.

Das Erbe war 1995 noch nicht ausgezahlt.
Jetzt ist ein weiteres Guthaben aufgetaucht.

Wer erbt?
Die Enkelkinder aus Testament des Ehepaars A oder die Ehefrau lt. Berliner Testament und die Enkelkinder einen Pflichtteil?

Danke.

Kann man von dem vermutlich 1996/1997 ausgezahlten Guthaben aus Erbschaft noch die Pflichtanteile einfordern?

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und in Ansehung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Grundsätzlich ist ein Testament auszulegen. Da eine Einsicht in den Text an dieser Stelle nicht möglich ist und ebenso die Umstände der Erstellung unbekannt sind, ist eine Beurteilung der Rechtslage allein an Ihren Schilderungen auszurichten.

Entscheidend ist, dass das Erbe, ob bekannt oder unbekannt, noch vor Ableben des Kindes (1995) angefallen ist, nämlich im Jahre 1994 mit Ableben des letzten Ehepartners.

Es wird an dieser Stelle davon ausgegangen, dass die Regelungen hinsichtlich der Erbenstellung der Enkel durch das Berliner Testament des Ehepaares A nur für das Ableben eines der Kinder vor dem Versterben des letzten Ehegatten gelten sollte. Für eine andere Auslegung gibt es keine Anhaltspunkte.

Mithin erben die nach dem Testament des verstorbenen Kindes Berechtigten.

Grundsätzlich können Sie eventuell zustehende Ansprüche geltend machen. Jedoch sollte zunächst durch einen Rechtsanwalt unter Vorlage der entsprechenden Unterlagen eine Prüfung der Erfolgsaussichten vorgenommen werden. In Ihrem Fall sollte eine Prüfung der Verjährung erfolgen. Pflichtteilsansprüche verjähren gemäß § 2332 BGB in drei Jahren von dem Zeitpunkt an, in welchem der Pflichtteilsberechtigte von dem Eintritt des Erbfalls und von der ihn beeinträchtigenden Verfügung Kenntnis erlangt, ohne Rücksicht auf diese Kenntnis in 30 Jahren von dem Eintritt des Erbfalls an. Ob diese Voraussetzungen vorliegend erfüllt sind, kann an dieser Stelle jedoch leider nicht beurteilt werden.

---
Abschließend erlaube ich mir, Sie auf Folgendes hinzuweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Kristin Pietrzyk
Rechtsanwältin

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