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Berechnung von Anwaltsgebueren nach dem RVG


10.12.2013 14:58 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers


Zusammenfassung: Berechnung von Anwaltsgebühren


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin suedamerikanische Juristin in Deutschland taetig nach dem suedamerikanischen Recht. Ich vertrete eine deutsche Firma in einer gerichtlichen Forderungssache in Suedamerika. Ich habe zwar einer Stundenvereinbarung abgeschlossen, aber da diese wahrscheinlich unter der RVG Grenze liegt, wuerde ich gerne wissen, wie viel genau dies nach dem RVG entspricht. Der Streitwert betraegt 156.000,00 Euro. Es wird wahrscheinlich eine gerichtliche Verhandlung geben.

Fragen:

Wie viel betraegt die Honorarsumme fuer die 1. Instanz?
Gibt es Gruende fuer die Erhoehung aufgrund der Auslandstaetigkeit?
Wie hoch waere ein angemessener Vorschuss?
Wann waeren die Abrechnungsmoeglichkeiten?
Welchen Paragrafen begruenden die Antwort?

Bitte die Gebuehren mit den entsprechenden Paragrafen auflisten.

Vielen Dank.

Sehr geehrte Frau Kollegin,
gerne beantworte ich Ihnen kurz Ihre Fragen:

Wie viel beträgt die Honorarsumme für die 1. Instanz?

In einem normalen Verfahren mit mündlicher Verhandlung fallen folgende Gebühren an (wobei ich von einer Beauftragung nach dem 01.08.2013 ausgehe und eine Anrechnung aufgrund etwaiger vorgerichtlicher Tätigkeit unberücksichtigt lasse):
1,3 Verfahrensgebühr gem. §§ 2, 13 RVG, Nr. 3100 VV RVG: 2.395,90
1,2 Terminsgebühr gem. §§ 2, 13 RVG, Nr. 3104 VV RVG: 2.211,60 €
Telekommunikationspauschale gem. Nr. 7002 VV RVG: 20,00 €
Zwischensumme netto: 4.627,50 €
Umsatzsteuer gem. Nr. 7008 VV RVG: 879,23 €
Gesamtbetrag brutto: 5.506,73 €

Hinzu können insbesondere Fahrt- bzw Flugkosten (Nr. 7003, 7004 VV RVG) und Abwesenheitsgelder für Geschäftsreisen – insbesondere die Terminswahrnehmung – (Nr. 7005 VV RVG) und sonstige angemessene Auslagen anlässlich einer Geschäftsreise (Nr. 7006 VV RVG) kommen.
Im Falle eines gerichtlichen Vergleichs würde zudem noch eine 1,0 Einigungsgebühr gem. §§ 2, 23 RVG, Nr. 1000, 1003 VV RVG anfallen, die 1.843,00 € netto beträgt.
Gibt es Gruende fuer die Erhoehung aufgrund der Auslandstaetigkeit?
Das oben genannte Abwesenheitsgeld kann bei Auslandsreisen um 50 % erhöht werden (Nr. 7005 VV RVG). Anderweitige Gründe für eine Erhöhung sind mir nicht bekannt.

Wie hoch waere ein angemessener Vorschuss?

Gem. § 9 RVG kann ein Rechtsanwalt einen Vorschuss für die entstandenen und die voraussichtlich entstehenden Gebühren und Auslagen fordern. Hierbei ist es durchaus üblich, als Vorschuss die volle Verfahrens- und Terminsgebühr nebst Auslagen zu fordern, d.h. den oben genannten Betrag in Höhe von 5.506,73 €. Abweichend davon wird teilweise z.B. auch zunächst nur die Verfahrensgebühr als Vorschuss gefordert, um dann ggf. vor dem Termin die Terminsgebühr als weiteren Vorschuss geltend zu machen.

Wann wären die Abrechnungsmöglichkeiten?

Ein Vorschuss kann jederzeit geltend gemacht werden. Im Übrigen ist die Vergütung gem. § 8 RVG fällig, wenn eine Kostenentscheidung ergangen oder der Rechtszug beendet ist oder wenn das Verfahren länger als drei Monate ruht.

Welchen Paragrafen begründen die Antwort?

Die entsprechenden Paragrafen habe ich Ihnen bei den Antworten genannt. Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt
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