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Berechnung Zugewinnausgleich bei Krediten


17.12.2014 17:17 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Der Zugewinn ermittelt sich anhand der Vermögenstände der Ehegatten zu Beginn der Ehe (Anfangsvermögen) und zum Ende der Ehe, also zum Tag der Zustellung des Scheidungsantrages oder vereinbarten Beendigungszeitpunkt (Endvermögen).


Hallo

Folgende Situation

Mann Anfangs Vermögen 65.000 EURO (Jahr 2006) kein weiteres Anfangs Vermögen.
Frau Anfangs Vermögen 0,00 EURO (Jahr 2006) kein weiteres Anfangs Vermögen.

Kauf eines Hauses während der Ehe in 2006 für 195000 EURO.
Mann schießt seine vor Ehe vorhandenen 65.000 EURO dem Kauf bei.
Beide sind 50/50 im Grundbuch eingetragen. Zu finanzieren 140.000 EURO

Dann in 2014 Verkauf Haus wg. Trennung. Mann entnimmt nach Verkauf des Hauses und Bedienung der Bank seine 65.000 EURO Eigenkapital vorweg, Rest Erlös wird 50/50 auf Beide aufgeteilt.

Mann kauft während der Trennungszeit eine Wohnung für 130.000 EURO, leistet die 65.000 EURO als EK in die Finanzierung. Dazu Finanzierung von 75.000 EURO

Fragen:

Wie ermittelt sich auf Basis dieser Informationen (Anfangs Vermögen / Endvermögen) der jeweilige Zugewinn beider Partner.

Kann der getrennt lebende Partner an der erworbenen Eigentumswohnung Forderungen erheben?

Werden die 75.000 EURO Verbindlichkeiten bei der Ermittlung des Endvermögens berücksichtigt?

Danke und Gruß
17.12.2014 | 17:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Der Zugewinn ermittelt sich anhand der Vermögenstände der Ehegatten zu Beginn der Ehe (Anfangsvermögen) und zum Ende der Ehe, also zum Tag der Zustellung des Scheidungsantrages oder vereinbarten Beendigungszeitpunkt (Endvermögen).

Vermögensverschiebungen, Verkäufe, Käufe oder sonstige Transaktionen während der Ehe spielen grundsätzlich für die Ermittlung des Zugewinnes keine Rolle.

Der Zugewinn ist im Ergebnis der Vermögenszuwachs zwischen Beginn und Ende der Ehe bezogen auf die oben erläuterten Bewertungsstichtage.

Die Berechnung erfolgt vereinfacht wie folgt:

Zugewinn = Endvermögen - Anfangsvermögen.

Ausgleichspflichtig ist derjenige Ehegatte, der den höheren Zugewinn erwirtschaftet hat. Der Anspruch besteht in der Hälfte der Differenz.

Eine konkrete Berechnung oder Feststellung kann im vorliegenden Fall nicht vorgenommen werden, da die Endvermögensstände leider von Ihnen nicht dargestellt worden sind.

Eine grobe Berechnung sollte Ihnen aber unter Berücksichtigung der obigen Ausführungen ohne weitere möglich sein.

Zu beachten ist allerdings auch, dass das Anfangsvermögen noch zu indexieren ist. Mit der Indexierung wird der über die Jahre entstandene Kaufkraftverlust ausgeglichen, also die Inflation aufgefangen. Das Anfangsvermögen des Mannes erhöhnt sich also rechnerisch.

Der Zugewinnausgleichsanspruch selbst ist ein Anspruch in Geld. Es kann daher ein Anspruch in einen bestimmten Vermögenswert, insbesondere eine Immobilie nicht erhoben werden.

Etwaige Verbindlichkeiten sind bei der Feststellung des Anfangs- und Endvermögens zu berücksichtigen. Der Kredit, den der Mann aufgenommen hat, schmälert also dessen Endvermögen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

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