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Berechnung Kindesunterhalt - Mietvorteil, Fahrtkosten, Anrechnung Zins aus Kapital


09.07.2009 22:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Astrid Hein




Zur Berechnung von Kindesunterhalt vom KV würde ich folgende Informationen benötigen:

1) Kann auf das bereinigte Netto-Einkommen auch Zinsen aus Kapitalerträge dazu gerechnet werden?

2) Fahrtkosten: Er berechnet 216 Tage x 55 km x Euro. Reicht dieser Nachweis aus, um über die 150-Euro-Grenze zu gehen?

3) Wir haben ein Haus gemeinsam hälftig (auch so eingetragen) gekauft. Ich habe meine Hälfte komplett bar aus einem Erbe bezahlt. Er hat für seine Hälfte einen Kredit aufgenommen. Er haftet alleine für seine Schulden. Ich bin ausgezogen. Er wohnt jetzt alleine dort. Muss er Miete an mich zahlen? Wenn nein, wie hoch ist der Mietvorteil (abzügl. Schuldzins) anzurechnen: Voller Betrag - oder halber Betrag der Miete (hier 1.350 Euro nach Mietspiegel).

4) nach bisheriger ca.-Berechnung von mir hat er ein bereinigtes Nettoeinkommen (alles beachtet, wie Lebensvers., Pension, KV etc.) von ca. 3.800 Euro. Er zahlt nur Unterhalt an Tochter aus 1. Ehe und an meine Tochter (wir waren nicht verheiratet). Habe nun gelesen, dass bei nur 2 Unterhaltsberechtigten eine Stufe höher bei der DUS-Tabelle gerechnet werden KANN, da diese auf 3 Unterhaltsberechtigte ausgelegt ist. Ist das bei diesem Gehalt berechtigt eine Stufe höher anzusetzen? Wer entscheidet dies?

Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 1167 weitere Antworten zum Thema:
10.07.2009 | 05:55

Antwort

von

Rechtsanwältin Astrid Hein
200 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

hiermit nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen unter Berücksichtigung des dargestellten Sachverhaltes wie folgt Stellung:

zu 1) Ja, grundsätzlich zählen alle Einkünfte zum unterhaltsrelevanten Einkommen, also auch Zinseinkünfte.

Zu 2) Die Fahrtkosten können auch konkret berechnet und abgezogen werden. Die Handhabung ist von Gerichten zu Gerichten unterschiedlich, bei gefahrenen 55 Kilometern und Kosten in Höhe von EUR 0,22/km bis 50 Kilometer und EUR 0,18/km über 50 Kilometer wäre dies ein Betrag monatlich – das heißt bei 18 Tagen (216 : 12) – EUR 214,00. Dies kann in Abzug gebracht werden.

Zu 3) Nachdem der Kindesvater das ganze Haus bewohnt, muss er sich auch einen Mietvorteil in voller Höhe anrechnen lassen. Miete muss er nur bezahlen, wenn hierüber eine Vereinbarung getroffen wird, das heißt ein Mietvertrag abgeschlossen wird. Der Mietzins wäre dann entsprechend zu berücksichtigen.

Zu 4) Die Düsseldorfer Tabelle ist für das erste und zweite unterhaltsberechtigte Kind maßgeblich. Eine abweichende Einstufung ist hier nicht veranlasst.
Natürlich können Sie außergerichtlich mit dem Kindsvater einen höheren Unterhalt vereinbaren. Im Falle eines gerichtlichen Verfahrens entscheidet das angerufene Gericht.
Eine solche Vereinbarung würde ich anraten, zweckmäßigerweise in Verbindung mit einem Mietvertrag und der Berücksichtigung des Mietzinses. Dies läge auch in Ihrem Interesse.

Abschließend möchte ich Sie noch auf Folgendes hinweisen: Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben basiert, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Einblick in die Rechtslage verschafft haben zu können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Astrid Hein
Rechtsanwältin

Rechtsanwältin Astrid Hein
Ludwig – Thoma – Straße 47
85232 Unterbachern
Tel. 0 81 31/33 39 36 1
Fax: 0 81 31/2 71 51 84
E – Mail: rahein@ra-hein.de
www.ra-hein.de


Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2009 | 08:19

Sehr geehrte Frau Hein,

i.d. neuen DUS-Tabelle von 2009 steht jedoch explizit:

<<..... Sie weist den monatlichen Unterhaltsbedarf
aus, bezogen auf drei Unterhaltsberechtigte, ohne Rücksicht auf den Rang....... ....Bei einer größeren/ geringeren Anzahl Unterhaltsberechtigter können Ab- oder Zuschläge durch Einstufung
in niedrigere/höhere Gruppen angemessen sein....>>

Das entspricht aber nicht Ihrer Aussage. Was stimmt den nun?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2009 | 09:33

Sehr geehrte Fragestellerin,

hiermit nehme ich zu der von Ihnen aufgeworfenen Nachfrage wie folgt Stellung:

Die Düsseldorfer Tabelle hat keine normative Wirkung, gleich einem Gesetz. Im Rahmen einer Vereinbarung können Sie selbstverständlich Abstufungen vornehmen. Wenn keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen, dann gehen die Gerichte meiner Erfahrung nach bei bis zu drei Unterhaltsberechtigten von diesem Tabellenwert aus.

Wie bereits erwähnt, rate ich Ihnen in Ihrem Fall eine gesonderte Vereinbarung zu treffen, in der eventuell auch die Überlassung des Hauses geregelt werden sollte. Je nachdem könnte dies dann ein Aspekt sein, eine Auf – oder Abstufung beim Kindesunterhalt vorzunehmen.

Ich hoffe Ihnen nun weitergeholfen zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen


Astrid Hein
Rechtsanwältin


ANTWORT VON
Rechtsanwältin Astrid Hein
Unterbachern

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