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Bekomme ich mein Geld zurück?


| 20.06.2012 17:02 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt LL.M.; M.A. Fachanwalt für Sozialrecht Michael Grübnau-Rieken


| in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren

Ich habe vor ein paar Jahren zusammen mit meinem damaligen Ehemann einen Darlehensvertrag abgeschlossen, der aber nur für ihn bestimmt war. Ich wollte dies nicht machen, er aber hat solange an mich hingeredet bis ich mit ihm zusammen den Vertrag gemacht habe. Das Geld war für den Bau einer Wasseranlage in Ägypten, seinem Heimatland, bestimmt und hatte mit mir gar nichts zu tun. Das ganze Geld ging also nach Ägypten. Dies kann auch der Bankmitarbeiter bestätigen. Er hat mir von Anfang immer wieder versichert, dass das Darlehen seine Sache ist und ich nichts damit zu tun haben würde.

Seit wir nun geschieden sind, hat er Probleme die Darlehensraten zu zahlen, da er im Moment nur Teilzeit arbeitet. Dennoch verdient er genug um die Raten selber zahlen zu können. Nun versucht er aber, dass ich für die Raten aufkommen muss, was ja auch so ist, da ich diesen Vertrag zusammen mit ihm damals unterschrieben habe. Das Problem ist nur, dass er ein falsches Spiel treibt und mich von Anfang an nur ausgenutzt und manipuliert hat. Er hat nun ein neues Konto bei einer anderen Bank eröffnet und der zusändigen Person bei der Bank bei der der Darlehensvertrag besteht erzählt, dass er keine Arbeit mehr hätte, was aber nicht stimmt. Er hat immer noch dieselbe Arbeit bei derselben Firma. Ihm geht darum, dass er weiterhin Geld seiner Familie in Ägypten schicken kann. Ich weiss auch, dass er in Ägypten wieder geheiratet und offenbar ein Kind hat und das obwohl wir noch verheiratet waren.

Nun meine Frage, da ich nun der Bank gegenüber verpflichtet bin für die Ratenzahlungen aufzukommen, wollte ich wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, das Geld von ihm zurück zu fordern resp. ob ich diese überhaupt bezahlen muss, da ich offensichtlich gelinkt worden bin? Wenn ja, wie gross sind die Chancen das durch zu bringen und wie sieht das in der Realität aus? Wie verhält es sich mit den Anwalts- und allenfalls den Gerichtskosten?

Besten Dank für Ihr Feedback.

Freundliche Grüsse

Martina Elshani
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 12 weitere Antworten zum Thema:
20.06.2012 | 17:32

Antwort

von

Rechtsanwalt LL.M.; M.A. Fachanwalt für Sozialrecht Michael Grübnau-Rieken
330 Bewertungen
Sehr geehrte Ratsuchende,

besten Dank für die Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes gerne wie folgt beantworten möchte.

1. Sachlage

Das Problem besteht darin, dass Sie den Darlehensvertrag mit unterschrieben haben und damit gegenüber der Bank ebenso für das Darlehen haften.

Dem steht auch nicht gegenüber, dass Ihr Mann Gegenteilges behauptet. Dann müsste man sich Gedanken um eine Haftungsfreistellung machen, die aber nur im Innenverhältnis zwischen Ihnen beiden Wirkung entfaltet, nicht jedoch gegenüber der Bank.

Da Sie nicht von der Bank getäuscht wurden, können Sie dieses Argument auch nicht ins Feld führen.

Aus der Gesamtschuldnerischen Haftung ergeben sich Risiken und Chancen.

Die Bank wird zunächst versuchen, entweder von einem von Ihnen beiden oder von Ihnen beiden gleichzeitig das Geld zu bekommen.

Nichts mit der Sache zu tun haben sollen und kein Interesse sind Motivirrtümer und unbeachtlich. Dann hätten Sie hart und konsequent sein müssen und nicht unterschreiben dürfen.

Sollten Sie das Darlehen komplett ablösen, haben Sie einen hälftigen Ausgleichsanspruch gegen den anderen Gesamtschuldner.

Auch kann sich Ihr damaliger Ehemann nicht darauf zurück ziehen, er habe kein Geld. Geld hat man zu haben, wie die Juristen sagen.

2. Kostensituation

Sie sollten es nicht darauf ankommen lassen, verklagt zu werden, da Sie im Falle der Nichtandienung des Darlehens sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten zu tragen hätten.

Wenn Sie das Darlehen komplett ablösen, haben Sie wie gesagt, einen hälftigen Anspruch gegen Ihren ehemaligen Mann. Diesen Betrag können Sie dann gegen ihn geltend machen, müssten aber auch hier entsprechende Kosten vorverauslagen. Da Sie diesen Prozess mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnen werden, muss der andere die Kosten tragen, wobei Sie in Vorleistung treten müssen, wenn nicht eine Rechtschutzversicherung oder je nach Einkommenssituation Prozesskostenhilfe in Betracht kommt.

Dann tragen Sie letztlich noch das Vollstreckungsrisiko Ihre vormaligen Mannes. Wenn Sie denn einen Titel haben, könnte er bis dahin entweder wirklich mittellos sein oder sich vollends nach Ägypten abgesetzt haben.

Es tut mir leid, dass die Aussichten, die ich Ihnen mache nicht äußerst rosig sind.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben haben zu können.

Bitte bedenken Sie, dass meine Einschätzung ausschließlich auf Ihren Angaben beruht.

Sollte noch etwas offen oder unklar sein, möchte ich Sie auf die kostenfreie Nachfragefunktion hinweisen.


LL.M.; M.A. Michael Grübnau-Rieken, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 22.06.2012 | 16:43

Vielen Dank für Ihre schnell und ausführlich Antwort.

Gerne möchte ich noch das Vorgehen nach nach Erstreitung eines Vollstreckungstitels wissen, wie ich mir das genau vorstellen muss. Sie sagen, dass das Risiko darin bestünde, dass wenn mein Exmann gar kein Geld hat oder sich in sein Heimatland absetzt. Wie verhält es sich denn, wenn er weiterhin eine Arbeitstelle hat und Geld verdient? Gibt es da irgendwelche Limiten bis zu welchen er nicht zahlen muss oder wie ist das? Er könnte ja theortisch das Geld monatlich abstottern. (Wenn er sich ins Ausland absetzt, wäre sogar einen Gewinn für mich, da ich ihn dann los wäre.)

Und was hat es mit der Haftungsfreistellung auf sich? Wie funktioniert das?

Vielen Dank im voraus für die Beanwortung auch dieser beiden Fragen.

Freundliche Grüsse

Martina Elshani

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.06.2012 | 17:53

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Der Vollstreckungstitel wird durch den Gerichtsvollzieher volsltreckt, dem Sie hierzu einen Auftrag erteilen müssen. Es wird der pfändbare Teil des Einkommens gepfändet. Dies kann durch Lohnfändung beim Arbeitgeber geschehen.

Der Grundfreibetrag beträgt ca. 1050 € und erhöht sich, wenn unterhaltspflichtige Personen wie Frau und Kind vorhanden sind.

Eine Haftungsfreistellung ist ein Vertrag, bei dem eine Person eben von der Haftung frei gestellt wird. Dies hätte aber vor Abschluss des Darlehensvertrages geschehen müssen, da eine nachträgliche Haftungsfreistellung als Schädigung der Bank als Gläubiger gewertet werden würde. Die Bank könnte Sie aber aus der HAftung entlassung, was sie aber nich tun wird, da Sie einen Schuldner verliert.

Ich hoffe, Ihnen die Nachfrage verständlich nahe bringen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Grübnau-Rieken LL.M., M.A.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 2012-06-22 | 18:08


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 2012-06-22
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ANTWORT VON
Rechtsanwalt LL.M.; M.A. Fachanwalt für Sozialrecht Michael Grübnau-Rieken
Jever

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