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Begutachtung von Umzugsschäden


11.01.2017 14:57 |
Preis: 40,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei meinem Umzug von Deutschland nach China (vom Arbeitgeber veranlasst und beauftragt) wurde u.a. auch ein antiker Schrank an mehreren Stellen beschädigt. Die Beschädigung wurde fristgerecht vom Transporteur beim Versicherer gemeldet.

Nun möchte dieser Versicherer einen "chinesischen Schreiner" mit der Erstellung eines Reparatur-Angebots beauftragen, um daraus die Schadenshöhe zu ermitteln.

Meine Frage:
Kann ich auf der Begutachtung durch einen "amtlich anerkannten Gutachter" für Antik-Möbel bestehen, da wohl nur dieser den aktuellen Wert und den durch Schaden entstandenen Wertverlust abschätzen kann?

Besten Dank schon an dieser Stelle für Ihre Hilfestellung.

MfG
11.01.2017 | 15:51

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Frage möchte ich gerne wie folgt Stellung nehmen.

Da ich etwaige Besonderheiten des Sachverhaltes nicht kenne, kann ich Ihnen hier lediglich Grundsätzliches aufzeign. Wie der Versicherer die Begutachtung nun tatsächlich durchführen lässt, ist grundsätzlich seine eigenständige Entscheidung, zumindest soweit es keine anderweitigen vertraglichen Vereinbarungen gibt. Da Sie mit diesem chinesischen Schreiner als Gutachter allerdings nicht einverstanden sind und eine falsche Wertermittlung befürchten, können Sie das dann erstellte Gutachten erneut von einem anderen Gutachter Ihrer Wahl überprüfen lassen. Für einen etwaigen Rechtsstreit gilt ohnehin Folgendes: ein Privatgutachten gilt im Prozess grundsätzlich lediglich als sog. qualifizierter Parteivortrag und hat damit nicht dieselbe Beweiskraft wie ein gerichtlich bestelltes Gutachten. Möglicherweise würde das Prozessgericht erneut einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen beauftragen, wenn Sie die gutachterlichen Feststellungen des chinesischen Schreiners bestreiten. Die geringere Beweiskraft von Privatgutachten rührt daher, dass der einseitig bestellte Sachverständige eben von nur einer Seite beauftragt wurde und damit eher parteiisch ist.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Schadensregulierung und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 18.01.2017 | 15:19

Vielen Dank für die rasche und kompetent Beantwortung.

Eine Ergänzungsfrage noch in dieser Angelegenheit:

Welche Fristen sind bei dieser Schadensregelung einzuhalten?
D.h. muss die Schadensermittlung innerhalb einer bestimmten Zeit nach Schadenseintritt erfolgen? Und welche Zeit bleibt mir dann, die von der Versicherung erstellte Schadensbewertung überprüfen zu lassen.

MFG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.01.2017 | 20:43

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ob Fristen (z.B. Ausschlussfristen) für die in Rede stehende Schadensregelung gegenüber der Versicherung einzuhalten sind, sollten dem Versicherungsvertrag zu entnehmen sein. Da mir dieser unbekannt ist, lässt sich eine Auskunft dazu nicht erteilen.

Ansonsten gibt es im Allgemeinen für den Anspruch auf Schadensersatz selbst noch die Verjährungsfristen der §§ 195 ff. BGB. Beispielsweise beträgt die regelmäßige Verjährungsfrist drei Jahre. Allerdings könnte diese Frist hier möglicherweise nicht in Betracht kommen, soweit es sich hier um einen Umzugsvertrag im Sinne des § 451 HGB handelt, der die kurze Verjährungsfrist des § 439 Abs. 1 HGB von einem Jahr in Gang setzt. Für eine entsprechende Beurteilung genügen die Informationen möglicherweise nicht. Welche genauen Verjährungsfristen noch existieren, sollte in einem ausführlichen Gespräch mit einem Rechtsanwalt ergründet werden; diesbezüglich kann Ihnen im hiesigen Rahmen der Online-Erstberatung leider keine abschießende Auskunft erteilt werden. Von daher rate ich Ihnen, etwaige Ansprüche schnellstmöglich beziehungsweise sofort geltend zu machen.

Mit freundlichen Grüßen


Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt

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