Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
457.559
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Befristeter Vertrag wirksam oder nicht?


| 23.11.2014 15:28 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Ich habe bei einer Hilfsorganisation ein FSJ abgeleistet, darauf folgte eine Anstellung als Mitarbeiterin ohne Berufsausbildung. Diese Anstellung betrug 3 Monate. In Folge wurde dann ein 2-jährig befristeter Vertrag geschlossen, in welchem mir unter Lohnzahlung, neben der Tätigkeit, ein Lehrgang bezahlt wird, mit welchem ich nach staatl. Prüfung die Berufsbezeichnung RettAss führen darf. Diese Prüfung werde ich Mitte Januar 2015 haben und mit Bestehen endet dann dieser Vertrag.
Mir wurde mündlich ein wenige Monate als Krankheitsvertretung befristeter Vertrag zugesichert. Darauf soll ein weiterer befristeter Vertrag vorgelegt werden mit der Lohnzahlung eines Mitarbeiters ohne Berufsausbildung, obwohl ich diese ja dann haben werde.

Erfahrungsgemäß werden in diesem Unternehmen dann Dienste nach der abgeschlossenen Prüfung eingetragen, die Arbeit wird über mehrere Tage vom Arbeitnehmer aufgenommen und dann folgt am Ende Januar die Vertragsvorlage des Arbeitgebers vom z.B. 28.12. des Vorjahres datiert. Ausgestellt von der Personalabteilung des Hauptfirmensitzes in einer anderen Stadt.

Ist diese Befristung des Vertrags vom o.g. Fall wirksam oder ist eine Entfristungsklage der richtige Weg. Was wenn der Arbeitgeber dann aus Mobbing nur "Drecksaufgaben" vergibt oder einfach per Erpressung die Lohnzahlung einstellt? Oder wild Abmahnungen ausspricht?

MfG
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich darf eine Befristung ohne sachlichen Grund für maximal 2 Jahre geschlossen werden. Dies folgt aus § 14 Abs. 2 TzBfG. Von dieser Höchstfrist kann durch einen Tarifvertrag oder durch eine vertragliche Verweisung auf einen Tarifvertrag abgewichen werden. Da mit Ihnen auch kein Ausbildungsvertrag geschlossen wurde und kein sachlicher Grund für die Befristung gegeben ist, sollten Sie hier eine Entfristungsklage anstreben. Möchten Sie die fehlerhafte Befristung geltend machen, so
müssen Sie innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des befristeten Arbeitsvertrages Klage beim
Arbeitsgericht auf Feststellung erheben, dass das Arbeitsverhältnis auf Grund der Befristung nicht beendet ist, § 17 TzBfG. Sollte der Arbeitgeber gegen Sie nach der Erhebung der Entfristungsklage ungerechtfertigte Maßnahmen einleiten, so sollten Sie sich hiergegen wehren und ggf. gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen. Sie sollten hierzu ggf. eine Rechtsschutzversicherung abschließen, damit Sie die Kosten Ihrer Vertretung durch einen Rechtsanwalt nicht selbst tragen müssen. Hierbei verweiße ich auf § 12a ArbGG. Dieser gilt auch für vorgerichtliche Kosten.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2014 | 16:25

Erstmal ein Dankeschön vorab. Mein eigentliches Anliegen war der Fall, dass der Arbeitnehmer am Tage X zur Arbeit erscheint, wie es vom Arbeitgeber laut Dienstplan vorgegeben war. Doch dieser erste Arbeitstag wird vom Arbeitnehmer abgeleistet ohne zuvor einen Arbeitsvertrag unterschrieben zu haben. Muss ich, wenn mir Tage später dieser Vertrag vorgelegt wird aber zwei Tage vor dem Tg X datiert wurde so hinnehmen oder heisst es dann automatisch unbefristet, da gearbeitet ohne unterschrieben Vertrag?

Und verstehe ich das richtig, dass auch keine Anstellung als Krankheitsvertretung eine Befristung rechtfertigt?

Nochmals vielen Dank für Ihre rasche Hilfe

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.11.2014 | 16:29

Wenn Sie bereits gearbeitet haben, so ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag abgeschlossen worden. Daher müssen Sie hier nicht mehr eine Befristung akzeptieren.

Grundsätzlich stellt eine Krankheitsvertretung ein sachlicher Grund dar. Da hier aber bereits insgesamt eine Befristung ohne sachlichen Grund von 2,25 Jahren vereinbart wurde, ist diese Befristung unwirksam. Dies ist unabhängig von der anschließenden Befristung wegen der dem Krankenfall.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.11.2014 | 16:31


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Verständlich und kompetent geantwortet, vielen Dank!"
FRAGESTELLER 23.11.2014 4,6/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 55151 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Beantwortung meiner Frage war sehr aufschlussreich, wir sind sehr zufrieden. Das Problem wurde verständlich aufgeschlüsselt und umfangreich beantwortet. Der Anwalt war professionell neutral freundlich. Ich würde diesen Anwalt ... ...
5,0/5,0
Sehr schnelle und verständliche Antwort. War mir eine große Hilfe. Jederzeit gerne wieder! ...
5,0/5,0
Bin auf den Erfolg gespannt, aber ich denke es passt alles. Sehr schnell und ausführlich beantwortet. Nur zu empfehlen... ...