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Bedrohungen und Erpressungen - wie wehrt man sich dagegen


06.11.2014 21:16 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



Wir, ein Geschäftspartner und ich, haben eine kleine Firma. Diese Firma geht in letzter Zeit sehr schlecht, wir haben sehr hohe Außenstände und mussten daher Mitarbeiter entlassen. Einer dieser Mitarbeiter brachte uns einen sogenannten "Sanierer" in den Betrieb, der uns helfen sollte.
Anfangs hörte sich das, was dieser Mensch sagte, noch ziemlich überzeugend an. Er wollte unsere Außenstände "eintreiben" lassen und wollte dafür jedoch - für die Eintreiber - Geld haben, was mein Geschäftspartner ihm auch gegeben hat. Danach hatte er Ideen, wie man besser Geld verdienen könnte als in unserer bisherigen Branche und wollte mit meinem Geschäftspartner Autos aufkaufen und wieder verkaufen, mit Gewinn. Auch dafür brauchte er Geld, was wir ihm wieder gegeben haben. Mit mir wollte er, da ich mich auf dem Immobiliensektor gut auskenne, Häuser kaufen, sanieren und wieder verkaufen. Auch dafür hat er Geld kassiert. Bisher um die € 100000.
Bisher haben wir für dieses Geld weder Autos noch Häuser gesehen, er hat immer andere Ausreden, hat aber zwischenzeitlich sein Haus renoviert.
Mir hat er 8 Wochen mein Auto weggenommen, um Vertrauen zu schaffen, so nannte er das. In dieser Zeit hat er mir über 5000 km auf das Auto gefahren, im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es ein Sohn gefahren hat.
Auch meinem Geschäftspartner hat er schon sein Auto tageweise weggenommen oder übers Wochenende. Nein sagen geht bei ihm nicht, da er uns sofort bedroht. Er hat Leute an der Hand, die - wenn er den Befehl dazu gibt - uns sofort ausschalten.
Er ist Aramäer und sagt uns, dass er sowohl die Polizei als auch die Staatsanwaltschaft in der Hand hat und er mit uns machen kann, was er will.

Ich selbst bin verheiratet und hatte aber eine Affäre mit meinem Geschäftspartner, wovon mein Mann nichts weiß, dieser Mensch jedoch sagt, dass er Beweise dafür habe und er das sofort meinem Mann sagen wird, wenn ich nicht tue, was er will bzw. sagt. Er bestimmt seit vier Monaten unser Leben, bedroht uns, macht uns das Leben zu Hölle und das unter dem Deckmäntelchen, dass er uns helfen wolle. Wir würden mit ihm zusammen reich werden, behauptet er immer. Auf Nachfrage, wo das ganze Geld ist, das wir ihm gegeben haben, weicht er immer nur aus und fährt eine Hinhaltetaktik. Er haben Fahrzeuge gekauft, LKWs, Bagger etc, weil wir ja Häuser sanieren wollten. Wir haben bisher nicht ein einziges Fahrzeug etc. gesehen. Er lügt, wenn er den Mund aufmacht.

Er hat sich auch einen Schlüssel für unser Büro einfach nachmachen lassen und betritt dieses wie er will. Er behauptet nach außen auch immer, dass ihm die Firma gehört, die Autos gehören etc..

Für die Gelder, die ihm gegeben wurden, gibt es keine Beweise, Unterschriften oder ähnliches, es musste ihm immer in bar gebracht werden.

Ganz genau sind 106000 € geflossen. Auf der anderen Seite hat er - über einen Anwalt, da er auf eigenen Namen nichts machen kann, und manchmal auch in bar - ein paar Zahlungen geleistet, die wir momentan nicht mehr leisten konnten, wie Miete an unseren Bürovermieter, Zahlungen an Subunternehmer. Wir haben diesen Anwalt noch nie kennengelernt, obwohl der ja in unserem Namen irgendwelche Dinge treibt. Wenn man ihn darauf anspricht, sagt er immer wieder, wir würden ihn zu gegebener Zeit kennenlernen.

Zuerst hat er auch immer mit uns beiden gemeinsam gesprochen, jetzt sucht er die Gespräche immer einzeln und versucht, uns gegeneinander auszuspielen. Er will unsere Firma zumachen. Hat sowieso täglich andere Ideen und Vorstellungen. Nichts führt zu einem Ergebnis. Heute so, morgen anders. Nichts stimmt.

Da wir in letzer Zeit sehr skeptisch geworden sind, haben wir uns -wohl viel zu spät - umgehört und von einigen Seiten erfahren, dann man diesen Herrn kennt und er wohl vielen Leuten Geld schuldet. Er ist als "bankrott" bekannt und man nennt ihn einen Lügner und Betrüger.
Das hört sich alles schlimm an und vor allem denkt man sicher, dass man so was doch merken muss. Wir haben sicher Fehler gemacht aber wir waren in einer Notlage und hofften auf Hilfe, müssen aber jetzt feststellen, dass wir ausgenutzt wurden. Gleichzeitig werden wir bedroht und erpresst.
Was können wir in dieser Situation tun? Können Sie uns hier eine Vorgehensweise anraten. Wir müssen vorsichtig sein, da er uns immer wieder sagt, dass er nur mit den Fingern schnipsen muss, dann sind wir nicht mehr da oder man findet in unserem Auto 2 Kilo Drogen, dann fahren wir ein. Wir wissen uns wirklich nicht mehr zu helfen. Vielen Dank für Ihren Rat im Voraus.
Herzliche Grüsse

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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Nach Ihrer Schilderung spricht eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, daß Sie auf einen Betrüger hereingefallen sind.

Folglich gibt es nur einen richtigen Weg: Erstatten Sie bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige wegen aller in Betracht kommender Delikte. Die Anzeige sollte schriftlich formuliert werden, wobei es hilfreich ist, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen.


2.

Mir ist unverständlich, wie es dazu kommen konnte, daß 106.000 EUR ohne Quittung und ohne im Vorfeld erkennbare Gegenleistung übergeben worden sind. Sie werden einkalkulieren müssen, daß Sie hiervon keinen Cent wiedersehen.


3.

Wenn jemand behauptet, er habe die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hand, ist das einfach nur Blödsinn. Erstaunlich ist nur, daß es dem Betreffenden zu gelingen scheint, mit derartigen Märchen Angst zu erzeugen.

Wichtig erscheint mir, daß Sie den Kontakt zu dem "Unternehmenssanierer" sofort abbrechen und ihm jede Möglichkeit nehmen, Ihren Betrieb zu betreten und Ihnen gehörende Sachen in Besitz zu nehmen und zu nutzen.

Sie werden hier nicht ausgenutzt, sondern "bis auf das Unterhemd" ausgenommen. Deshalb ist es wichtig, jeglichen Kontakt mit dem "Sanierer" abzubrechen, da er es wohl zu schaffen scheint, Ihr Vertrauen trotz vorhandener Skepsis immer wieder zu erhalten. Seine Ideen haben nichts mit der Sanierung Ihres Betriebes zu tun, sondern sind ausschließlich darauf gerichtet, sich Vorteile zu verschaffen.


3.

Ihre nächsten Schritte:

Sofort den Zugang zu Ihren Räumen unterbinden, z. B. durch Austausch der Schlösser.

Sofort Strafanzeige gegen ihn erstatten.

Sofort Hausverbot erteilen.

Und schließlich sollten Sie vor Ort einen Rechtsanwalt aufsuchen, der ggf. zivilrechtliche Schritte gegen den Betreffenden einleitet.

Und Eines sollten Sie nicht vergessen: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Also lassen Sie sich nicht einschüchtern.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt
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