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Bauschaden


26.11.2004 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen u. Herren,
haben vor 2 Jahren eine unsanierte ETW im Rahmen einer GbR erworben die das Haus auch saniert hat. 2 Räume befinden sich im Keller (Bad u. Hauswirtschaftsraum – ca. 1mtr. unter Oberkante Erdreich aussen). Der Keller wurde vor 2 Jahren sandgestrahlt u. mit Sanierputz versehen. Die Vertikalsperre aussen wurde vom der GbR erst vor einem ½ Jahr genehmigt, u ausgeführt. Nun gibt es in diesem Bereich Versalzungs- u. Nässeschäden.
Es gibt ein Angebot von einer Trocknungsfirma über 1500.-Euro brutto (Trocknung+Verputz).
Die Baufirma hat vor 2 Jahren darauf hingewiesen, dass eine Vertikalsperre erforderlich ist, u. bei Nichtanbringung sie die Gewährleistung ausschliesst.
Der Architekt hat ebenfalls verlangt als erstes diese Sperre zu machen (vor 2 ½ Jahren).
Der Geschäftsführer der GbR hat intern bei Baubeginn aus Kostengründen die Sperrung abgelehnt, u. erst vor einem ½ Jahr anbringen lassen.

1. Wer ist nun für die Behebung des Schadens zuständig?
2. Sind Architekt u. die Baufirma raus weil sie auf die
Notwendigkeit der Sperre hingewiesen
haben? Eine Trocknung u. Neuverputz ist nun notwendig.
3. Nun bietet uns die GbR ein einmaliger Betrag von 1.500 Euro
(wird als Gnadenakt hingestellt), wenn wir für alle Zeiten auf
jegliche weitere Forderungen verzichten.
Wir haben ein mulmiges Gefühl dabei, es ist doch ein
Bauschaden u. wir wissen nicht ob es wieder auftritt. Ist so
ein Angebot rechtens u. sollte man so was unterzeichnen?
4. Was ist wenn wieder eine Vernässung auftritt – sind wir bei
Verzicht zuständig? – oder ist immer die GbR zuständig?
5. Besteht eine Pflicht seitens der GbR diesen Schaden sofort zu
beheben u. wenn ja kann ich darauf mit Fristsetzung bestehen
(ETW muss dieses Jahr wegen Eigenheimzulage bezogen sein)?
6. Oder was soll ich sonst tun?
26.11.2004 | 14:42

Antwort

von


9 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

zu Ihren Fragen kann ich folgendes mitteilen.

Soweit die Firma die die Arbeiten vor 2 Jahren ausführte (Sandstrahlarbeiten und Verputzung) auf die Erforderlichkeit der Vertikalsperre ausdrücklich hingewiesen und die Gewährleistung im Hinblick auf die fehlende Vertikalsperre ausgeschlossen hat, ist dieser Ausschluss der Gewährleistung hinsichtlich von Mängeln, die – wie hier - gerade auf der fehlenden Sperre beruhen, wirksam.
Diese Firma wird daher nicht auf Beseitigung der Schäden haften.

Gleiches gilt für den Architekten. Sofern dieser dem Bauherren eine bestimmte Ausführung angeraten hat, letzterer diese jedoch nicht in Auftrag gibt, liegt keine Vertragspflichtverletzung des Architekten vor, welche zum Schadensersatz berechtigen würde.

Vorliegend kommt eine Haftung des Geschäftsführers nach §§ 705, 276, 708 BGB in Betracht. Der Geschäftsführer haftet gegenüber den Mitgesellschaftern zwar nur für die „Sorgfalt, welche er in eigenen Geschäften anzuwenden pflegt“, da hier aber Architekt und Baufirma auf die Erforderlichkeit der Sperre hingewiesen haben, ist der erforderliche Verschuldensmaßstab erfüllt.

Aus Ihren Ausführungen schließe ich, dass Sie selbst Gesellschafter der GbR waren/sind.

Soweit Ihnen „die GbR“ vergleichsweise 1.500 Euro anbietet, gehe ich davon aus, dass es sich um ein Angebot des Geschäftsführers im Hinblick auf seine oben erläuterte Haftung handelt.
Ein solches Angebot ist natürlich rechtens. Ob es auch hinsichtlich des Ihnen entstandenen Schadens ausreichend und für Sie akzeptabel ist, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Auf einen solchen Kompromiss sollten Sie sich nur einlassen, sofern Ihr Schaden durch die Zahlung zumindest weitestgehend gedeckt ist.

Da der Geschäftsführer Ihnen zum Schadensersatz wegen Beschädigung einer Sache verpflichtet ist, können Sie von diesem wahlweise Herstellung des ordnungsgemäßen Zustandes – mithin die Behebung des Schadens oder die dazu erforderliche Geldsumme fordern.

Kommt es – weil während der Zeit, in der die Sperre fehlte noch mehr Feuchtigkeit in die Wand eingedrungen ist – später nochmals zu einem Schaden, so können Sie den Geschäftsführer grundsätzlich nochmals in Haftung nehmen. Sie sollten einen Verzicht auf Forderungen wegen weiterer Schäden daher nicht unterzeichnen.

Zur Ordnungsgemäßen Beseitigung der Schäden gehört aber selbstverständlich die betroffenen Wandbereiche zunächst trockenzulegen.

Ich rate deshalb an, den Geschäftsführer aufzufordern, seinerseits für eine Beauftragung aller notwendigen Arbeiten Sorge zu tragen oder einen Vergleich anzubieten, nach welchem Ihnen die Beträge hierfür in voller Höhe ersetzt werden, jedoch ohne Verzicht auf Forderungen wegen weiterer aufgrund der Durchfeuchtung entstehender Schäden.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und stehe für Rückfragen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Falk Brorsen
Rechtsanwalt



ANTWORT VON

Braunschweig

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