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Badumbau durch Mieter


22.05.2013 13:17 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Zusammenfassung: Bauliche Veränderungen an der Mietsache bedürfen der vorherigen Zustimmung des Vermieters. Hierzu geht auch das "Aufrüsten" von einer Dusche zu einer Badewanne


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bewohne seit 14 Jahren ein gemietetes Einfamilienhaus. Alle notwendigen Arbeiten und Reparaturen habe ich bisher auf meine Kosten durchgeführt, ohne dass dies im Mietvertrag vereinbart war.

In diesen 14 Jahren hatte ich nur einmal persönlichen und einmal telefonischen Kontakt zu meinem Vermieter, und ich möchte auch nach Möglichkeit keinen Kontakt haben.

Durch die gesundheitliche Situation meiner Ehefrau sind nun einige umfangreichere Arbeiten notwendig. So möchte ich insbesondere eine Badewanne entfernen und durch eine Dusche ersetzen.

Ich weiß, dass ich dies ohne Einwilligung des Vermieters nicht darf und das er gegebenfalls bei unserem Auszug die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes verlangen kann.

Was würde aber in der Praxis passieren, wenn ich die Arbeiten ohne Genehmigung ausführe? Eine ebenerdige Dusche z.B. ist nur mit sehr großem Aufwand wieder abzubauen und durch eine Wanne zu ersetzen.

Könnte der Vermieter dies wirklich verlangen, oder könnte ich mich z. B. darauf berufen, dass ja der Wohnwert sogar gestiegen ist, weil das Bad ja nun behindertengerecht ist?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

Mir ist zunächst ein Aspekt aufgefallen:

Nach Ihrer Schilderung haben Sie hier ca. 14 Jahre lang notwendige Reparatur und Instandhaltungsmaßnahmen selber und vor allem auf eigene Kosten ausgeführt.

Hierzu sind Sie grundsätzlich nicht verpflichtet. Die Erhaltung der Mietsache ist nämlich Sache des Vermieters, vgl. § 535 BGB.

Dieses nur vorweg. Nun zu Ihrer eigentlichen Frage:

Sie haben die Rechtslage schon völlig richtig wiedergegeben. Sofern das Mietverhältnis beendet ist, hätte der Vermieter in dem von Ihnen geschilderten Fall einen Anspruch auf Rückbau und Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes.

Diesen Anspruch könnte er in der Praxis auch notfalls gerichtlich durchsetzen.

Ob es letztendlich sogar zu einer Wertsteigerung kommt ist nicht von Bedeutung dabei.

Da bei den von Ihnen genannten Maßnahmen bauliche Veränderungen ( wenn auch nur in geringem Umfang) notwendig sind, um den von Ihnen gewünschten Zustand herbeizuführen, ist zwangsläufig eine Genehmigung des Vermieters erforderlich

Ich hoffe Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben.


Sollte noch etwas unklar sein, so fragen Sie bitte nach.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Mittwochnachmittag!


Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt
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