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Autoversteigerung beim Online-Auktion


20.12.2004 23:09 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen



Sehr geehrter Damen und Herren,

ich hatte einen Golf IV, den ich Online zu einer Versteigerung mit einem Mindestpreis in Höhe von € 9900,- gesetzt habe. Die Auktion ging über eine Woche. Am Ende des Auktionstages (Donnerstag) bekam ich einen Anruf vom Internet-Auktionsmitarbeiter. Er teilte mir mit, das der Mindestpreis nicht erreicht wurde, aber der Höchstbietende einen Betrag in Höhe von €9200,- bietet, welches ich im ersten Moment mit einem "ja" angenommen habe.
Daraufhin habe ich von der Online-Auktion eine E-Mail bekommen. In der E-Mail war eine Vertragsvorlage, die schon mit unseren Daten ausgefüllt war. Dies musste nur noch unterschrieben werden,welches ich nicht unterschrieben habe.
Ich hatte am nächsten Tag (Freitag) auch schon einen Abholtermin mit dem Käufer für kommende Woche Mittwoch vereinbart (der Käufer kam aus Dortmund).
Aber am Montag (nach 2 Tagen) rief ich den Käufer an und erklärte ihm, das ich vom Kauf zurücktreten möchte, da ich nicht mit dem Preis einverstanden bin.
Der Käufer rief mich an dem Abend noch an und bat mich drum dies ihm schriftlich (per E-Mail) mitzuteilen, damit er keine Kaufgebühren für die Online-Auktion bezahlen muss, da ich ja vom Verkauf zurückgetreten bin. Diesen Wunsch befolgte ich. Ich schrieb ihm, das es nicht zu einer Verkauf gekommen ist.
Nach 2 Tagen bekam ich von seinem Anwalt einen Schreiben, in dem er Schadensersatz verlangte. Der Käufer behauptete, das er den Wagen schon für einen Betrag in Höhe von € 12500,- weiter verkauft hat. Somit wäre ihm ein Gewinn in Höhe von € 3300,- entgangen. Ich soll diesen Betrag innerhalb von 10 Tagen auf Konto des Käufers überweisen, sonst drohen sie mit einer Klage.
Der gesagte Weiterverkaufstpreis in Höhe von € 12500,- sind zu hoch für den Golf (da ich es selber lange versucht habe es zu verkaufen und somit den Markt von Golf kenne). Außerdem hätte er doch auch für den Mindestpreis in Höhe von € 9900,- gekauft, wenn er es schon für € 12500,- (Gewinn in Höhe von "2600" statt 3300) weiter verkauft hat.
Da ich dies als Ungerechtfertigt betrachtete, schrieb ich dem Anwalt zurück. Im Schreiben behauptete ich, das ich beim Anruf des Internet-Auktionsmitarbeiter nie einen "ja" für den Betrag in Höhe von € 9200,- gegeben habe (d.h das ein Missverständnis während des Gesprächs mit dem Auktionsmitarbeiter entstanden ist)Die Gegenseite gibt jedoch den Auktionsmitarbeiter mit Namen als Zeugen an. So bestritt ich alles ab und behauptete, das es nie zu einem Verkauf gekommen ist, da ich davon ausgehe, das sie mir meinen "ja" beim Anruf nicht nachweisen können. Auch bei den Telefonaten mit dem Käufer behauptete ich, das es sich hier nicht um Terminvereinbarung ging, sondern das wir nur über den Preis gesprochen haben.
Den Golf habe ich nicht mehr. Der Verkaufswert betrug € 10000,-, mehr würde man eigentlich auch nicht bekommen.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir ein Tip geben könnten wie ich weiter gegenüber der angegebenen Frist verfahren soll und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Anfragender,

es stellt sich hier die Frage, ob überhaupt ein Vertrag zustande gekommen war.

Online ist mit Sicherheit kein Vertrag zustande gekommen, da das Mindestgebot nicht erreicht wurde.

Ich habe ferner meine Zweifel, ob in dem Telefonat mit dem Mitarbeiter des Internet-Auktionshauses ein Vertrag geschlossen wurde. Schließlich sollte das Auktionshaus nicht Vertragspartner werden.

Sie wurden nur über das Angebot des Dritten informiert. Ihr "ja" ist dem Dritten in der Sekunde gar nicht zugegangen. Hier müsste gegebenenfalls eine Vollmacht des Dritten auf das Internet-Auktionshaus vorliegen. Ferner hätte der Mitarbeiter ausdrücklich im Namen des Dritten handeln müssen. Dafür gibt Ihr Sachverhalt nichts her.

Jedoch ist der Vertrag wohl später geschlossen worden, Sie einen Abholtermin vereinbart haben.

Aufgrund des Kaufvertrages wären Sie dem Grunde nach verpflichtet, dem Dritten den entgangenen Gewinn zu ersetzen.

Im Prozess stehen Sie (vermutlich) vor folgender Situation:

I. Abschluss des Kaufvertrages

1. Behauptung durch den Dritten
2. Beweisantritt durch Zeugnis des Mitarbeiter

II. Schaden

1. Behauptung durch den Dritten
2. Zeugnis des behaupteten Kaufinteressenten

Hiergegen müssten Sie sich zweifach wehren:

I. Müssten Sie bestreiten, dass weder in dem Telefonat mit dem Auktionshaus-Mitarbeiter, noch in dem späteren Gespräch mit dem Dritten ein Vertrag zu stande gekommen ist.

Da dies hinsichtlich des vereinbarten Übergabetermins auf tönernen Füßen steht, weil der Dritte extra aus einer anderen Stadt anreisen wollte, müssten Sie entweder bestreiten, dass überhaupt ein Übergabetermin vereinbart wurde bzw. darlegen, dass bei dem Termin der Wagen besichtigt werden sollte, weil Sie noch in Kaufpreisverhandlungen steckten.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich darauf hinweisen, dass Sie im Rahmen eines etwaigen Prozesses einer Wahrheitspflicht unterliegen und dass falsche Aussagen vor Gericht ein Strafverfahren wegen Prozessbetrug nach sich ziehen können.

Hinsichtlich der Höhe des Schadens müssten Sie das zu erwartende Zeugnis des Dritten als Gefälligkeitszeugnis darstellen. Ggf. hilft hier auch der Hinweis, auf die Strafbarkeit der Falschaussage. Wem der Richter letztlich mehr glaubt, Ihnen oder der Gegenseite mit Zeugen, kann naturgemäß nicht vorhergesagt werden. Falls jedoch der Richter dem Zeugen nicht glaubt, hätte der Gegner seinen Schaden nicht bewiesen.

Zu erwarten ist aber, dass der Richter Sie fragen wird, was mit dem Wagen passiert ist. Wenn Sie dann von dem Verkauf erzählen und den Kaufpreis nennen, werden Sie zumindest die Differenz zwischen den beiden Kaufpreisen als Schadensersatz an den Dritten zahlen müssen (sofern ein Vertragsschluß bewiesen wurde).

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -
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