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Autovermietung: hohe Rechnung nach Schaden


19.12.2014 15:00 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



In der vergangenen Woche habe ich bei einer Autovermietung einen Transporter gemietet. Leider habe ich auf einem Betriebshof beim Abbiegen einen mobilen Pfosten angestoßen. Am Fahrzeug hat sich eine kleine Plastikleiste gelöst, und es entstand ein mit bloßem Auge gerade so sichtbarer Kratzer im Lack. Jetzt erhalte ich eine Rechnung über 1000 €, das ist genau die vertraglich vereinbarte Selbstbeteiligung. Der Schaden wurde nicht repariert, sondern es wurde die Schadenskalkulation des TÜV-Rheinland zugrunde gelegt (1060 €). Als ich den Wagen übernommen habe, war es stockdunkel, und mir wurde mündlich zugesichert, dass im Schadensfall die Prüfung unter denselben Umständen erfolgen werde. Welche Möglichkeiten habe ich?

Einsatz editiert am 19.12.2014 15:05:09

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Sehr geehrter Fragesteller,


Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe zunächst davon aus, dass vor Übergabe eine Besichtigung stattgefunden hat. Ich gehe darüber hinaus davon aus, dass bei Rückgabe eine Besichtigung stattgefunden hat, also feststeht, dass der Schaden während Ihrer Mietzeit eingetreten ist, oder jedenfalls nicht, nachdem Sie den Wagen abgegeben haben.

Sollten sich für Letzteres Anhaltspunkte ergeben, Sie also den Schlüssel lediglich irgendwo eingeworfen und den Wagen dann auf dem frei zugänglichen Gelände der Mietwagenfirma abgestellt haben, könnte der Schaden natürlich auch nachher eingetreten sein.

Hat allerdings sowohl vorher als auch nachher eine Übergabe mit Besichtigung stattgefunden, stehen die Chancen jedenfalls schlecht, eine Verursachung des Schadens dem Grunde nach zu betreiten.

Sie sagen ja auch selber, den Schaden verursacht zu haben, indem sie gegen den Pfosten stießen.

Zwar hat der Vermieter grundsätzlich zu beweisen, das ein Schaden vor Übergabe nicht vorhanden war und der Schaden während der Mietzeit durch den Mieter verursacht wurde. Hat aber eine gemeinsame Übergabe stattgefunden, und liegt insbesondere sogar ein Übergabeprotokoll vor, ist dieser Beweis leicht geführt. Nur wenn unklar ist, ob ein Schaden bereits bei Übergabe vorhanden war oder nicht oder ob der Schaden vielleicht auch nach Ende des Mietverhältnisses entstanden ist, haftet der Mieter nicht (vergl. LG Landshut, Urteil vom 30.03.2011 – 14 S 254/11)

Ebenso das Amtsgericht Leipzig, Urteil vom 23. September 2010: Ein Mietwagenunternehmen ist für Schäden am Mietfahrzeug grundsätzlich darlegungs- und beweispflichtig. Gelingt der Beweis, dass das Fahrzeug beschädigt zurückgegeben wurde, wird vermutet, dass die Beschädigung während der Mietzeit eingetreten ist.

Also: Haben Sie bei der Übergabe an Sie bestätigt, dass das Fahrzeug mangelfrei ist, wie das in aller Regel geschieht, werden Sie kaum, trotz Dunkelheit, die Beweiskaraft dieser Bestätigung widerlegen können.

Sie sagen ja auch selber, den Schaden verursacht zu haben, indem sie gegen den Pfosten stießen.

Bestreiten können Sie natürlich die Höhe der Rechnung, also die Höhe des eingetretenen Schadens.

Sie könnten diesbezüglich die Schadenskalkulation einem Fachmann vorlegen und prüfen lassen, ob tatsächlich ein derartig hoher Aufwand erforderlich ist, um einen Schaden wie den von Ihnen Verursachten zu reparieren.

Allerdings weise ich auf Folgendes hin: Auch ein kleiner Kratzer kann zu einem hohem Schaden führen. Insoweit ist die von Ihnen angegebene Schadenhöhe nicht unüblich!

Ob sich eine Untersuchung zur Schadenhöhe lohnt, da hierfür wohl ein Fachmann zu Rate gezogen werden müsste, wage ich leider zu bezweifeln.

Fazit: Kann Ihr Vermieter beweisen, dass Sie den Schaden verursacht haben, was ihm gelingt, wenn er entsprechende Übergabeprotokolle vorlegen kann, ist ein Bestreiten des Schadens dem Grunde nach wenig sinnvoll.

Ein Bestreiten der Höhe nach kann Sinn machen, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der festgestellte Schaden viel zu hoch ist und eventuell die Vermutung besteht, dass ein anderer Schaden mitreguliert wird, mit dem Sie gar nichts zu tun haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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