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Autounfall - unverschuldet?


| 21.12.2013 13:43 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Wer überholt, muss freie Voraussicht haben. Unter der Bagatellgrenze von derzeit 715 € muss kein Schadengutachten bei einem Unfall eingeholt werden, es reicht dann z.B. ein Kostenvoranschlag der Werkstatt.


Hallo,

ich hatte vor einigen Tagen einen Autounfall gehabt.

Meine Schilderung:
Ich fuhr auf der rechten Spur hinter einem LKW her. Als ich zum
Überholen ansetzte, deutete Nichts auf eine ungewöhnliche Situation
hin. Der LKW fuhr mit normaler Geschwindigkeit weiter und hat weder
abgebremst noch hat er geblinkt. Als ich auf die linke Spur wechselte,
tauchte unmittelbar vor mir quer zur Fahrban ein dunkeles
unbeleuchtetes Fahrzeug auf. Der Unfall ist bereits vor dem LKW passiert., was ich nicht sehen konnte. Durch die unvorhersehbare Situation, war ich trotz Vollbremsung nicht in der Lage, mein Fahrzeug rechzeitig zum Stehen zu bringen.
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Die Schilderung in der Presse:
Auf der ... in Fahrtrichtung ... fuhr ein Kleinbus aus ungeklärter Ursache auf einen ordnungsgemäß fahrenden Pkw auf. Dieser Pkw kam ins Schleudern, ein nachfolgender 31-jähriger Autofahrer konnte nicht rechtzeitig bremsen und fuhr auf diesen Pkw auf. Ein ebenfalls in Fahrtrichtung ... fahrender Lkw kollidierte anschließend noch leicht mit einem der Pkw. Bei dem Unfall wurden insgesamt acht Personen verletzt. Sie wurden vor Ort erstversorgt und dann in verschiedene Kliniken eingeliefert. Drei der Verletzten erlitten schwere Verletzungen. Insgesamt entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 20.000 Euro.
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Der Polizist sagte mir, dass einer der Fahrer (Kleinbuss) zugegeben hat, der Verursacher zu sein. Des weiteren wurde ich beschuldigt, von diesem Fahrer, wegen Körperverletzung, da ich in die stehenden Fahrzeuge geprallt bin. Bei mir ist nur die Frage, ob ich die Kollision hätte vermeiden können. Nach meiner Sicht war es unmöglich, weil ich hinter dem LKW war und nicht habe mitbekommen können, was davor passiert, sonst hätte
ich ja nicht überholen wollen. Bei der Polizei habe ich bereit ausgesagt. Der Polizist ging davon aus, nach meiner Schilderung, dass ich den Aufprall nicht habe vermeiden können.
Nun bin ich unerfahren in diesem Feld und brauche einen Rat, wie es weiter gehen soll. In diesem Zusammenhang habe ich noch keine Post bekommen.

Meine Fragen an Sie sind:
1-Mich würde interessieren, wie die Schuldfrage in diesem Fall ausgehen könnte.
2-Was halten Sie davon, wenn ich meinen eigenen Sachverständnigen beauftrage? Lohnt es sich bei ein Auto Baujahr 2004?
3-Brauche ich unbedingt einen Anwalt?
4-Mein Laptop ist wegen des Unfalls auch kaputt gegangen. Kann man das
auch als Schaden betrachten und die gegnerische Versicherung dafür
zu mindest teilweise haften lassen? Für die Sicherung der Daten habe
ich auch bezahlen müssen.


Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworten möchte. Bitte beachten Sie, dass durch Hinzufügen oder Weglassen von Informationen die rechtliche Bewertung des Sachverhalts anders ausfallen kann.

Frage 1:

Überholen darf nur, wer die für den Überholvorgang erforderliche, vor ihm liegende Strecke übersehen kann, § 5 Abs. 1 Nr. 3 StVO. Wenn die Sicht nach vorne durch einen Lkw eingeschränkt ist, handelt es sich um eine unklare Verkehrslage (AG Rheinberg, Urteil vom 28. März 2013 - Az. 12 C 431/12).

Ferner muss zum vorausfahrende Fahrzeug en ausreichender Abstand gehalten werden, dass das hinterherfahrende Fahrzeug jederzeit rechtzeitig anhalten kann, auch wenn das vorausfahrende Fahrzeug plötzlich bremst (§ 4 Abs. 1 Satz 1 StVO).

Gegen den Auffahrenden spricht der Beweis des ersten Anscheins. Der Pkw, in den Sie aufgefahren sind, trug offenbar am Erstunfall keine Schuld.

Ein Mitverschulden mit dem Zweit-Unfall läge allenfalls dann vor, wenn der Pkw-Fahrer die Unfallstelle nicht ausreichend gesichert hat, § 34 Abs. 1 Nr. 2 StVO (Warndreieck in ausreichendem Abstand zum Unfallfahrzeug aufgestellt? Warnblinkanlage angestellt, falls noch möglich?). Aber selbst wenn dies nicht der Fall war, tragen Sie ein zumindest hälftiges Mitverschulden.

Frage 2:

Im Bagatellbereich - derzeit bis 715,- € Schaden - ist die Einholung eines Gutachtens nicht erforderlich, in diesem Bereich reicht z.B. auch der Kostenvoranschlag einer Werkstatt aus. Bei einem Fahrzeug Baujahr 2004 dürfte wahrscheinlich ein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegen, d.h. die Reparaturkosten sind höher als der Wiederbeschaffungswert. Dann ist letzterer für die Schadenhöhe maßgeblich. Wie hoch der Wiederbeschaffungswert (oder die Reparaturkosten) Ihres Fahrzeugs ist (sind,) vermag ich nicht einzuschätzen.

Wenn Sie selbst einen Sachverständigen beauftragen, können Sie die Erstattung von dessen Kosten nur im Umfang des Mitverschuldens des Unfallgegners verlangen.

Frage 3:

Die Einschaltung eines Anwalts ist für die außergerichtliche Unfallregulierung nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert.

Falls der Schaden sich auf über 5.000,-€ beläuft, und es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung vor dem Landgericht kommt, ist eine anwaltliche Vertretung im Prozess gesetzlich vorgeschrieben. Wer in einem Passivprozess zusammen mit seiner Haftpflichtversicherung verklagt wird, wird durch den Anwalt der Haftpflichtversicherung mitvertreten.

Frage 4:

Auch der Wert technischer Geräte, die sich zum Unfallzeitpunkt im Fahrzeug befunden haben, ordnungsgemäß gelagert und gesichert (!) waren und die durch den Unfall beschädigt, zerstört oder unbrauchbar gemacht worden sind, stellt einen ersatzfähigen Schaden dar. Dazu gehört auch die Sicherung der Daten.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Gerne stehe ich Ihnen weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Neumann
Rechtsanwalt

Freiberger Str. 39
01067 Dresden

T.: 0351/86791355
F.:0351/33257002
Mail: info@advoc-neumann.de
Web: www.advoc-neumann.de

Nachfrage vom Fragesteller 22.12.2013 | 14:59

Sehr geehrte Herr Neumann,

vielen Dank für Ihre umfassende und klare Antwort. Zu Ihrer Information, die Unfallstelle war ungesichert. Der zweite Unfall ist unmittelbar nach dem ersten passiert. Es saßen noch Menschen in dem PKW. Ich hätte nur noch eine Nachfrage.

Gegen welches Fahrzeug soll ich Schadenersatzansprüche stellen? Kleinbus, PKW, Beide? und wer entscheidet über den Wiederbeschaffungswert?

Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank im Voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.12.2013 | 19:58

Sehr geehrter Fragesteller,

ich empfehle Ihnen, einen Anwalt mit Akteneinsichtnahme in die polizeiliche Unfallermittlungsakte zu beauftragen. Aus dieser können sich Anhaltspunkte für die Verschuldensanteile der Unfallbeteiligten ergeben. Möglicherweise wurde auch ein unfallanalytisches Gutachten eingeholt.

Über den Wiederbeschaffungswert entscheidet ein Sachverständigengutachten. Es kann aber auch sein, dass Ihnen die Haftpflichtversicherung(en) des (der) Unfallgegner ein Restwertangebot unterbreiten, das über dem Marktwert liegt.

Mit freundlichen Grüßen,
Neumann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 23.12.2013 | 15:59


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FRAGESTELLER 23.12.2013 5/5.0
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