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Autounfall in den USA - sehr wichtig


15.09.2004 05:24 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich moechte Ihnen folgende Situation schildern in der Hoffnung, dass ich eine Hilfestellung hinsichtlich meines Problems erhalte.

Am 13.09.04 um 18.30 Uhr (amerikanischer Zeit) bin ich mit 2 weieren Insassen (meiner Freundin und einem Freund aus Amerika) in die Stadt Minneanapolis gefahren. Wir waren mit dem Wagen meines amerikanischen Freundes unterwegs und ich war der Fahrer. Als wir in die Innenstadt fuhren, ueberquerten wir eine Ampelkreuzung hinter der sich auf der linken Seite ein Parkhaus befand. Wir fuhren zu der Zeit auf der mittleren Spur einer dreispurigen Strasse. Da wir in das Parkhaus wollten, setzte ich den linken Blinker und versicherte mich, dass niemand auf der linken Spur war. Da dies der Fall war, fuhr ich auf die linke Seite, um so in die Einfahrt des Parkhauses zu gelangen. Als das Vorderteil des Wagens schon zur Haelfte in der Einfahrt des Parkhauses war, hoerten wir nur ein lautes Quietschen hinter uns. Eh wir es realisiert hatten, knallte ein anderes Auto in die Fahrertuer. Die Vermutung lag nahe, dass der Wagen entweder um die Kurve kam, oder er noch ueber eine orangene Ampel fahren wollte und deshalb noch einmal Gas gegeben hat. Wir denken, dass der Wagen viel zu schnell war. Nun hoert sich das wenig spektakulaer an, aber der eigentliche Eklat sollte erst noch kommen. Nachdem dann die Polizei kam, einmal nett laechelte, die Fuehrerscheine kontrollierte und uns noch eine schoenen Tag wuenschte, war der Fall fuer die Polizei schon abgeschlossen. Keine Unfallaufnahme, kein Unfallprotokoll, nichts, gar nichts, das Einzige: “den Rest regelt die Versicherung”.(Unfallprotokolle werden wohl erst ab einem Sachschaden ueber 1000,-$ gemacht, wobei niemand den Schaden bis dato begutachtet hat!) Als wir dann also mit unserem verbeultem Wagen, wieder zu Hause in Hudson Wisconsin angekommen waren, rief mein Freund sofort seine Versicherung an, um den Fall zu schildern. Nach einer ewigen Personalienabfrage und der dann folgenden Fallschilderung, setzte die Frau der Versicherung ihn fuer 2 Minuten in die Warteschleife, beriet sich mit einem ihrer Mitarbeiter und erklaerte uns dann kurz und knapp, dass sie eine Skizze erstellt haette und sie soeben beschlossen habe, dass wir Schuld an den Unfall waeren.
(Anm.: ...und binnen 2 Minuten war die Rechtslage geklaert !!!)
Nachdem wir dann ausdruecklich erwaehnten, dass er uns in die Seite gefahren ist, er nach den Bremsspuren zu urteilen, wesentlich zu schnell gefahren war, und das bei einer Hoechstgeschwindigkeit von 30 mph keine schwarze Bremsspur von mindestens 5 Metern plus zusaetlichen Bremsweg zu sehen seien kann, meinte die Frau nur, dass erstmal das Tempo unrelevant sei und er ja sowieso nicht wirklich eine andere Moeglichkeit gehabt haette, als uns in die Seite zu krachen, denn wir haetten ja schliesslich seine Spur benutzt. Somit war fuer sie der Fall abgeschlossen, die Versicherung bezahle den Schaden vom Unfallgegner, wir muessten unseren Schaden selbst tragen mit der Begruendung, dass mein Freund keine Vollkaskoversicherung haette. Leider aendert dies nichts an der Tatsache, dass der Mann uns in die Fahrerseite fuhr.


Nun frage ich mich,
kann die Versicherung einfach binnen 2 Minuten ueber die Rechtslage entscheiden, obwohl sie weder einen Polizeibereicht, noch andere Aussagen oder die von uns gemachten Fotos gesehen hat?

Wie kann es sein, dass ein derart vorschnelles Urteil gefaellt wird, ohne jegliche Informationen, ausser unserer Schilderung?

Wieso wird in keinster Form, davon Notiz genommen, dass das andere Auto uns in die Seite gefahren und das er wahrscheinlich zu schnell gewesen ist? (Es wurden weder Alkoholtests gemacht, noch in irgendeiner Variante vermerkt, wie lang die Bremsspur war, um nachtraeglich die Geschwindikeit zu messen)

Ist es moeglich ueber eine deutsche Versicherung eine gewissen Schadenersatz zu bekommen oder kann vielleicht die Versicherung des Unfallverursachers zu Leistungen herangezogen werden, obwohl sich die amerikanischen Versicherungen ueber die Schuldfrage schon geeinigt haben?

Ich waere Ihnen sehr dankbar, wenn sie mir in irgendeiner Form weiterhelfen koennte.

Mit freundlichen Gruessen

Tobias Wiesner


15.09.2004 | 09:30

Antwort

von


9 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihrer Sachverhaltsschilderung muss davon ausgegangen werden, dass der Fahrer des auffahrenden PKW zumindest eine Mitschuld am Unfall gehabt haben kann. Diese wäre nur dann zu verneinen, wenn der betreffende PKW unter Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung und der im Straßenverkehr erforderlichen Sorgfalt gefahren wäre und den Unfall dennoch nicht vermeiden konnte.
Ein Mitverschuldensanteil wird zu Ihren Lasten auch anzunehmen sein, da Sie sich vor dem Linksabbiegen zuvor hätten links einordnen müssen.

Soweit, wie von Ihnen geschildert, der PKW möglicherweise mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist, ist zumindest ein Teil des Schadens am von Ihnen gefahrenen PKW von ihm, bzw. dessen Haftpflichtversicherung zu ersetzen (leider hat man in den USA häufiger das Problem, dass einige Autofahrer gar nicht haftpflichtversichert sind und bei höheren Schäden auch nicht in der Lage, diese aus dem eigenen Vermögen zu begleichen).
Ob die Kaskoversicherung Ihres Freundes für den Schaden am eigenen PKW einstandspflichtig ist, hängt von den vereinbarten Versicherungsleistungen ab.

Handelt es sich um eine Teilkaskoversicherung, so sind Schäden am eigenen Fahrzeug in der Regel nur abgedeckt, die auf unabwendbaren Ereignissen oder höherer Gewalt (Brand, Explosion, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung), Wildunfällen, Glasbruchschäden, Kurzschlussschäden, Diebstahl/Raub u.ä. beruhen.

Bei einer Vollkaskoversicherung sind darüber hinaus auch Schäden gedeckt, welche auf einem eigenverschuldeten Unfall oder aufgrund mut- oder böswilligen Handlungen fremder Personen zurückzuführen sind.

Hat Ihr Freund daher eine Vollkaskoversicherung im oben genannten Sinne, so wäre die Versicherung auch bei eigener Fahrlässigkeit einstandpflichtig.

Es empfiehlt sich daher zunächst die Kasko-Versicherungsbedingungen nochmals genau zu studieren.

Ansonsten bliebe nur die Möglichkeit, sich an den Gegner und dessen Haftpflichtversicherung (sofern vorhanden) zu wenden.

Eine deutsche Versicherung wäre hier wohl nicht einstandspflichtig. In Betracht käme insoweit ja lediglich Ihre eigene Privathaftpflicht. Über diese sind üblicherweise aber Schäden im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr nicht versichert, da hierfür in Deutschland die PKW-Haftpflicht existiert, die eine Pflichtversicherung ist. Letztere wiederum haftet nur im Zusammenhang mit Schäden durch den eigenen PKW.

Sollte die Versicherung des Unfallgegners eine Regulierung vollständig ablehnen, sollte ein gerichtliches Vorgehen überdacht werden. Für die Erfolgschancen kommt es maßgeblich auf die Feststellbarkeit und Beweisbarkeit des Unfallherganges an. Sofern Zeugen und Fotos vorhanden sind, die den Schluss auf eine Mitschuld (oder höhere Mitschuld als von der Versicherung angenommen) zulassen, sollte ein gerichtliches Vorgehen erwogen werden (Gegebenenfalls eigene Rechtsschutzverwsicherung kontaktieren.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Falk Brorsen
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

Braunschweig

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